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Zwöflter Band.
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,Die orientalische Frage»

für die freundlich ihm gewährte Galgenfrist von mindestens 20 Jahren bedanken.Ferner: der spanische Theilungsvertrag hat Karl's II. Ende nicht beschleunigt; eineÜbereinkunft aber, wie die jetzt in Frage stehende, wirkt sicherlich dahin, die Even-tualität zu beschleunigen. Zudem, sie könnte nicht Geheimniß bleiben; gewiß nichtbilligerweise ein Geheimniß für Ostreich und Frankreich (von Preußen ist nicht dieRede); und das Bekanntwerden der Sache würde den Sultan beunruhigen und ent-fremden (gewiß, Lord John Russell hat Recht!) und es würde seine Feinde ermuthi-gen. Sollte der edle Lord ein Schalk sein, oder sollte sein historisches Gewissen ihmbei Erwähnung der Feinde des Sultans einige Vorgänge der russischen Geschichtenahegelegt haben? Wir wissen es nicht. Aber er hat noch weisere Bedenken, DasBeispiel des Erbfolgekriegs zeigt genugsam) wie wenig solche Übereinkünfte geachtetwerden, wenn eine dringende Lockung zu ihrer Verletzung anreizt. Die Stellungdes Kaisers als Depositärs von Konstantinopel wäre zahllosen Gefahren ausgesetzt,durch den langgehegten Ehrgeiz seiner eigenen Nation nicht minder als durch dieEifersucht Europas. Krieg würde doch„leicht daraus werden; denn weder Englandnoch Frankreich und vermuthlich auch Ostreich nicht, würden damit zufrieden sein,Konstantinopel auf die Dauer in Rußlands Händen zu sehen. Die englische Re-gierung erklärt ein für alle mal, daß sie auf jede Absicht oder jeden Wunsch verzich-tet, Konstantinopel zu besitzen. Sie ist bereit zu versichern, daß sie auf keine Über-einkunft eingehen will, für die Eventualität des Sturzes der Türkei vorzusehen, ohnevorherige Mittheilung darüber an den Kaiser von Rußland. „Im Ganzen also istIhrer Maj. Regierung überzeugt, daß keine weisere, uneigennützigere, für Europawohlthätigere Politik angenommen werden kann als die, welche Se. kaiserliche Ma-jestät solange befolgt hat, und welche seinen Namen glänzender machen wird, als dender berühmtesten Fürsten, die durch Eroberungskrieg ohne Herausfoderung und durchvergänglichen Ruhm die Unsterblichkeit gesucht haben."

Wo in aller Welt bleibt nun Lord John's historisches Gewissen? Er hat spä-ter im Parlament diese Phrasen für wohlmeinende Schmeicheleien erklärt. Uns scheint,die Regierung wirft sich weg, die, solche Reden im Widerspruch mit ihrer in-nersten, auf Thatsachen begründeten Überzeugung führt. Und ist nicht der Aar voll-kommen berechtigt, eine Billigung seiner Politik in Bezug auf die Türkei in diesen,bei solchem Anlaß geschriebenen Worten zu finden? Nicht er hat England getäuscht;England hat ihn getäuscht, indem es ihn glauben ließ, es billige seine Politik. Eshat mindestens has Recht aus der Hand gegeben, ihm über seine Politik, die Fort-setzung der von England so lobpreisend gebilligten, Vorwürfe zu machen.

Darauf folgen gute Lehren: Zum Erfolg dieser Politik sei es wünschenswerth,daß die äußerste Nachsicht gegen die Türkei geübt werde (Nachsicht übt man gegeneinen Patienten); kein Zwang also, keine Drohung, keine Einschüchterung, sondernSchlichtung aller Differenzen durch Vereinbarung unter den großen Mächten (ob wolPreußen diesmal dabei sein wird?) und dazu noch der Rath an den Sultan, seinechristlichen Unterthanen nach den Grundsätzen der Rechtsgleichheit und Glaubensfrei-heit zu behandeln. Je mehr dies geschieht, „desto weniger wird der Kaiser vonRußland nöthig finden, jenen exceptionellen Schutz anzuwenden, den Se. kaiserlicheMajestät so lästig und unbequem gefunden hat, wiewol er durch die Pflicht vorge-schrieben und durch Vertrag sanctionirt ist." In Bezug auf die vertragsmäßigeSanction hat offenbar Lord John Russell geglaubt, was er sagte. Wir haben schonam Schluß unsers ersten Artikels den Minister in Schutz genommen gegen den Vor-warf, den man ihm aus dem faktischen Irrthum über den Inhalt des Vertrags vonKutschuk-Kainardschi hat machen wollen: er war noch neu im Amt, Sir HamiltonSeymour hatte an die Beantwortung der Eröffnungen gemahnt, der Minister hattedurchaus keine Zeit, vorher einen Blick in die an seinen Vorgänger gerichteten De-peschen, geschweige denn in die Verträge zu werfen.

Der Eindruck der dritten Unterredung, in welcher der Kaiser gesagt hat^ dieenglische Regierung sei irrthümlich berichtet, wenn sie der Türkei noch irgend Ele-