Krankheiten durch animalische Dünste. 131
zieher, u. s. w. Die faulichten Ausdünstungen derStoffe dringeii durch die Haut in die Atlnnungs-und Schling - Organe- und erzeugen auf diese Artoft gefährliche Krankheiten. Im Allgemeinen ha-ben sie das Eigenthümliche, dals sie nach undnach Entzündungen der Bauch-Eingeweide, Pest-beulen und Brand herbey führen. Das Gesichtdieser Arbeiter ist gewöhnlich blafs, aufgedunsenund mit Finnen bedeckt; ihre Kleider und sie selbsthaben einen widerwärtigen Geruch, den sie abernicht 1 bemerken. Das faulichte Miasma wird in-desseh nur dann lebensgefährlich, wenn es in gro-fser Masse zusammen gedrängt und zwar in Plätzeneingeschlossen ist, in denen die Luft nicht immergehörig erneuert und die nöthige Reinlichkeit beob-achtet wird. Wenn man oft Abdecker, Miststaub-fabrikanten, Lohgerber, Darmsaitenmacher, über-haupt Arbeiter sieht, die faulichte Ausdünstungeneinathmen und dennoch dem Anschein nach wenigoder gar nifcht davon leiden, so hat dies wohl sei-nen Grund darin, dafs jene Ausdünstungen sich inder weiten atihosphärischen Luft sehr zerstreuenund daher ihre Wirkung verlieren; gleichwieGifte unschädlich werden, wenn sie untereine grofse Quantität Wasser gemischt werden.Nur dann also, wenn die animalischen Dünste ineinen kleinen Raum zusammen gedrängt werden,sind sie höchst schädlich, wie z. B. in den Ab-tritten; hier können sie Ohnmächten, zuweilen so-gar plötzlichen Tod verursachen. Man darf hier-bey den Grad der Gefahr nicht immer nach demGestank berechnen; die Erfahrung hat gezeigt, dafsdas Miasma von menschlichen Cadavern in denanatomischen Sälen, welches doch oft unerträglichscheint, weit weniger schadet, als das Miasma inden Hospitälern, wo man oft nicht den mindestenGeruch bemerkt und dennoch zuweilen tödtlicheKrankheiten entstehen. —
Bey den Krankheiten, die durch das Einsau-gen faulichter Ausdünstungen entstehen, darf derArzt Aderlässe nur mit. der gröfsten Vorsicht, au-
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