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Die Krankheiten der Künstler und Handwerker und die Mittel sich vor denselben zu schützen : ein belehrendes und unterhaltendes Handbuch für Sanitäts- und Polizeybeamte, praktische Aerzte, Fabrikbesitzer, Professionisten und Gebildete aus allen Ständen / nach dem Italienischen des Bernh. Ramazzini ; neubearbeitet von Ph. Patissier ; aus dem Französischen übersetzt, mit Vorrede und Zusätzen von Dr. Julius Heinrich Gottlieb Schlegel
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145
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Krankheiten der Abtrittfeger. 145

Während der Leichenbeschauung, die eineziemliche Zeit hindurch dauerte, fühlten mehrereder Linstehenden starke Beschwerden von dembösartigen Gestank, dcu das Cadavcr von sicli gab;sie wurden auf der S1 eile mehr oder weniger krankdavon. Einer der Aorzte, Namens Br eschet, be-kam, als er kaum von der Leiche weg und nachHause gegangen war, heftige Schmerzen im Ma-gen,. hierauf Kolik und Durchfall, welches denganzen Tag über nicht nachliefs. Fast alle, dieder Beschauung beygewohnt hatten, deren eineziemliche Anzahl war, empfanden Maüigkeit, Schlaf-sucht, zuweilen eine wirkliche Art von Schlaf undgeringere oder stärkere Kolik. Lallemand (jetztProfessor der medicinischen Fakiüläl zu Montpel-lier) und ich befänden uns den ganzen Tag überunwohl, empfänden Uebelseyn, Ekel vor allerSpeise,Hinfälligkeit des Körpers und Neigung zum Schlaf.Der Aufwärter im anatomischen Saale und seineFrau litten die ganze Nacht hindurch an Kolik.Das Miasma, weiches sich in dein Cadaver ent-wickelte, wirkte besonders zerstörend auf die Ver-dauungsorgane. — Bemerkenswerlh ist es hierbey,dafs die Cadaver von Kranken, die nur fünf bistsechs Stunden später, als dieser Maurer im Hospi-tal gestorben waren, zu dieser Zeit noch nicht vonder Fäulnifs angegangen waren.“ —

Die meisten Abtrittfeger haben eine blasse»bleyartige Gesichtsfarbe; im Mannesalter sind sie»schon so abgemattet, wie Greise. Sie trinken ge-wöhnlich Wein und Branntwein im Uebermaafs.Das schwefelsaure WasserstofFgas, dem sie ' fort-während ausgesetzt sind, schützt sie vor Hautkrank-heiten, oder heilt die letzteren doch leicht, wennsie ja einmal davon befallen werden; ungiiickliehei-w r eise aber compensirt sich diese Wohithat durchein anderes Uebel; das venerische Gift nimmt näm-lich auf eine furchtbare Art bey diesen Arbeiternüberhand, wenn sie davon angesteckt werdenl —■Behandlung des Scheintodtes. Die un-glücklichen Zufälle, die sich in den Kloaken nochheutzutage erciunen, sind so häufig, dals man übev

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