Krankheiten der Säugammen. 213
f eschieht, Kinder in den Armen und an der Brustaben, deren Kopf mit dem Milchgrind bedecktist, wird am besten durch die äufseriiche Anwen-dung anti-pJ**spkoriscber Salben vertrieben. Ab-führungen und andere innerliche Mittel, die manbey Hautkrankheiten anzuwenden 'pflegt, sind hierganz unnütz, weil dieses Uebel nicht von einemInnern Fehler, sondern lediglich von der Anstek-kung und Berührung des Säuglings herrührt. Hatjedoch diese Krankheit ihren Grund in einer all-gemeinen Schwäche, der Folge eines zu lang fort-gesetzten Stillens, so müssen innerliche Mittel ge-braucht werden, bevor man die genannten örtlichenHeilmittel anwendet. Ich sah oft die gesundestenFrauen von einer bösartigen Krätze, einige Monatenachdem ihre Kinder abgewöhnt worden, befallenwerden, weil sie oft aussätzige Kinder angefalsthatten. Die Ammen müssen daher in der Berüh-rung der Kinder vorsichtig seyn, und diese sowohl,als sich selbst, äufserst reinlich halten. Wäre manimmer hierauf bedacht, so würde man nicht soviel schmuzige, mit Geschwüren bedeckte Kindersehen, die unter Jammern und Weinen am schlei-chenden Fieber sterben, Galen*) erzählt einBeyspiel, dafs ein Kind einen ganzen Tag fort-schrie, ohne dafs seine Amme es beruhigen konnte,sie mochte es wiegen oder an die Brust legen. Erhiefs ihr das' Kind waschen und ihm frische Win-deln unterlegen, worauf das Kind sogleich ruhigwurde und einen langen festen Schlaf bekam. —Bevor wir die Ammen verlassen, noch eineLehre, die für sie, wie für ihre Säuglinge gleichheilsam ist. Diese ist, ihre Milch nicht zu ver-schwenden, sondern haushälterisch damit umzuge-hen und dem Kinde nicht allmal die Brust zureichen, so oft es weint. Letzteres ist eine sehrschädliche Gewohnheit. Hundertmal des Tagesgeben sie dem Kinde die Brust, und um des Nachtsnicht durch das Geschrey des Kindes im Schlafgestört zu werden, lassen sie dasselbe auch da noch
*) 2, de Sanit tuend,, c. 8.