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Die Krankheiten der Künstler und Handwerker und die Mittel sich vor denselben zu schützen : ein belehrendes und unterhaltendes Handbuch für Sanitäts- und Polizeybeamte, praktische Aerzte, Fabrikbesitzer, Professionisten und Gebildete aus allen Ständen / nach dem Italienischen des Bernh. Ramazzini ; neubearbeitet von Ph. Patissier ; aus dem Französischen übersetzt, mit Vorrede und Zusätzen von Dr. Julius Heinrich Gottlieb Schlegel
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Krankheiten der Seidenarbeiter. 411

zwanzig Zoll Höhe über sich. Die Unreinlich-keit, welche in diesen Wohnungen herrscht,vermehrt natürlich deren Unannehmlichkeiten, nochum Vieles. Die eingeschlossenc Luft in denengen Strafsen und den dunkclcn tiefenHöfen, wo nie ein Sonnenstrahl hinfallt, hat be-ständig einen säuerlichen Geruch, welchertheils davon herriilut, dafs sie nie angefrischt wird,theils von dem Miasma, welches wieder zum Thcildurch die Unreinigkeiten in den Iläusem, zumTheil durch das Allimcn und die Ausdünstung voneiner Menge Menschen von jedem Geschlecht undAlter, die liier unter Einem Dache leben, erzeugtwird. Ihre Nahrung besteht die Wocheüber aus groben, ,oft ungesunden, Spei-sen. >—

Zu dem mächtigen Einflufs aller dieser ge-sundheitstörenden Dinge kommt noch die schäd-liche Stell tilg oder Lage, in welcher der Kör-per dos Scidenze uch-Fabrikantcn währendder Arbeit sich bolindet. —

Kleine Kinder sitzen an der Weife,um die Seide auf Spulen zu bringen; ihr Leib istdabey beständig zusammen gekrümmt, ohne all-gemeine Bewegung; dabey können sie 'hieeine reine, frische Luft einathmen, ihr Kör-per wird gereizt und unterliegt in der Folge skro-phulösen Krankheiten; ihre schwachen Glie-der werden krumm, und das Rückgradnimmt eine falsche Richtung an; sie wer-den mager und von ihrer frühesten Jugend ansind und bleiben sic schwach und kränklich, —

Andere Kinder sind beschäftigt, Rä-der zu drehen, wodurch lange Maschinen zuraAbliaspehi der Seide in Bewegung gesetzt werden;ihre Arme werden zwar dadurch stärker, alleinauf Unkosten der Beine; oft sieht man die unte-ren Glieder dieser kleinen Unglücklichen von derenglischen Krankheit entstellt. Die Frauen, wel-che das Abliaspeln leiten, sind an eben dieser Ma-schienc angeslelll; sie müssen immerfort stehen,und wegen des beständigen Rassclns der Räder