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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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Der Erzherzog Maximilian ward der Glück-liche, begünstigt durch persönliche Eigenschaf-ten, durch feierliche Verträge, derch günstigeUmstände, durch die Achtung der HerzoginMutter und die eigene Neigung Mariens. BeideLetztem erinnerten sich gern und oft seinerliebenswürdigen Erscheinung vor einer AnzahlJahren im Schlosse zu Hesdin. Margarethe unddie Frau von Hallewyn übernahmen, wie schonfrüher gesagt, das Geschäft, ihn zu Geltend-machung des alten Verlöbnisses aufzufodern,und trugen beiden Theilen dazu ihre eifrigenDienste an. Die Bedenklichkeiten der StändeAvurden durch die naiv-energische Sprache derOberhofmeisterin besiegt, deren Philipp deCommines selbst nicht ohne schalkhaftes Lä-cheln gedenkt* *), und welche zwar alle Umste-henden zu schallendem Gelächter bewegte, abergleichwohl als triftig, natürlich und den Um-ständen gemäss gefunden ward **).

Der Eintvilligung der Stände also sicher,welche die wachsende Noth des Landes endlichzu einem Entschlüsse gebracht, ordnete der

England eine Mesalliance? Ein trauriger Geschichtschrei-ber, welcher nicht einmal die nothdürftigste Genealogieund die Reihe der Theilnehmer am Streite der beiden Ro-sen kennt!

*) Memoires, L. VIII.

"') Pont. Reuter.

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