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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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Kaiser eine festliche Gesandtschaft, begleitetvon mehr als 300 Pferden, ab, und gab ihnenden kostbaren Ring mit, welchen sein Sohneinst von Marien zun\ Pfand ihrer Treue er-halten.

Die Antwerpener Chronik*) erzählt, die Her-zogin sei unmittelbar vor Ankunft dieser Bot-schaft über die Niederlage und den Tod Adolfsvon Cleve in Trauer versenkt gewesen; ein Ana-chronismus, welcher der epischen Haltung desGanzen entspricht, und dem Verfasser, der Allesvoll Treu und Glauben beschreibt, verziehen wer-den muss. Vielleicht übte Maria in der Thatnoch eine Weile Verstellung (eine Kunst, worinihre eigentümliche Lage früh sie unterrichtethaben mochte), um den Unwillen des Herzogsüber ihre bisherige Abneigung zu entwaffnenoder seine Freundschaft sich wieder zu erwer-ben, so lange, bis sie ihrer Sache gewissschien. Wir lassen, um den Leser des Reizesdieser Einkleidung nicht zu berauben, so vielmöglich, die Chronik selbst reden.

Maria, von dem Ereignisse bei Dornik tiefergriffen, rief aus:Mein theurer Vetter undHerr von Ravenstein! Was sollen wir nuntreiben? Haben wir doch den frommen Fürstenvon Geldern und alles Geschütz und eine grosseMenge Volks verloren, das der gottvergessene

') Pie wonderlijcken Oorloghen.