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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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Namen der Uebrigen, ungefragt, in bejahendemSinne. Darauf bat der Herzog von Baiern, wel-cher die Ankunft Maximilians in Flandern vorVerfluss eines Monats fest zusicherte, die Feier-lichkeit des Beilagers nach gewohnter Sitteanzuordnen, womit Maria alsbald einverstandenwar. Ein glänzendes Fest ward an demselbenTage noch gehalten, und nachdem die ganzeStadt, voll Hoffnung, durch eine endliche Ver-mählung ihrer Gebieterin den zweifelhaften Zu-stand der Dinge entfernt zu sehen, Theil darangenommen, Banket und Tanz geendigt, und Her-ren und Damen sich entfernt, wurde die Fürstinauf ein prachtvoll zugleich mit zw ei Wappen aus-staffirtes Bett, und zwischen sie und den Her-zog, der in zierlichem Harnisch ebenfalls Platzneben ihr nahm, ein blosses Schwert gelegt, zumZeichen, dass der Bräutigam gegen alle ihreFeinde sie und ihr Land beschützen werde *).

*) Die Chronik drückt sich naiv also darüber aus:Ghi Heeren en Vrou Marie, op die voorwaerde en op diecondicie beloven wi u hier den prince, den jonghe her-toghe Maximiliaen u te bringhene eer een maent van desendaghe, ende voort vrou Marie moet ic u beslapen uitennarae van hem, als in conterpande van sijn ghetroude wijf;en deen helft van mijn lichaem moet ghewapent sijn toteen littecken, dat hi uwe vianden sal hulpen keeren endemet machte uit den velde slaen. Dits is den last des Key-sers ende ooc sijns soons Maximiliaen. Doen sprac herAdolf van Ravesteyn, segghende: Heer Hertoghe, ghi sult

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