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bei ihrer überaus reizbaren Stimmung ohnehinsehr zu schonen hatte *).
Maximilian ward überdiess von heftiger Sehn-sucht getrieben, die Braut einmal in seine Armezu schliessen; doch verbarg er sein Gefühl inden Mantel der Pflicht, Fürstin, sowie Land undLeute wider die Franzosen beschützen zu müs-sen. Die ■wunderbaren Kriegslmife drückendiesen innern Zustand mit liebenswürdiger Ge-schwätzigkeit aus, und lassen die Prälaten undFürsten in der Nothwendigkeit ihn bestärken,unverweilt nach Gent zu reiten **).
Die Reise ging also des folgenden Tages wei-ter nach Dendremonde. So oft die Fürsten,welche baarhäuptig, geschmückt mit Perlen-kränzen und burgundischen Kreuzen, daherrit-ten, durch einen neuen Ort kamen, liessen siesich, sie mochten einzeln oder neben einander
*) Grandes et sumptueuses furent les rdceptions desbonnes villes de Louvain et de Bruxelles. Chacurt le b6-nissoit, chacun l’honouroit; chacun le prisoit. Oncques sibea« prince ne feu veu; oncques si bean soleil ne iuist surnostre ville. Les roains joinctes ver ie ciel, remercioientNostre- Seigneur de ceste joyeuse advenue. Les yeux, qui leregardoient, administroient si grande joie au coeur, qu’il eny eut mille et mille couvers de larmes: et les bouches quipovoient parier disoient: Vive Bourgogne! Vivc , qui estvenu! vive Maximilianus! J. Molinet cap. 46. p. 97.
*') Wy gheloofen wel dat waer is. Dwell hein dieHertoghe Maximiliaen groten danc wiste.