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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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bei ihrer überaus reizbaren Stimmung ohnehinsehr zu schonen hatte *).

Maximilian ward überdiess von heftiger Sehn-sucht getrieben, die Braut einmal in seine Armezu schliessen; doch verbarg er sein Gefühl inden Mantel der Pflicht, Fürstin, sowie Land undLeute wider die Franzosen beschützen zu müs-sen. Diewunderbaren Kriegslmife drückendiesen innern Zustand mit liebenswürdiger Ge-schwätzigkeit aus, und lassen die Prälaten undFürsten in der Nothwendigkeit ihn bestärken,unverweilt nach Gent zu reiten **).

Die Reise ging also des folgenden Tages wei-ter nach Dendremonde. So oft die Fürsten,welche baarhäuptig, geschmückt mit Perlen-kränzen und burgundischen Kreuzen, daherrit-ten, durch einen neuen Ort kamen, liessen siesich, sie mochten einzeln oder neben einander

*) Grandes et sumptueuses furent les rdceptions desbonnes villes de Louvain et de Bruxelles. Chacurt le b6-nissoit, chacun lhonouroit; chacun le prisoit. Oncques sibea« prince ne feu veu; oncques si bean soleil ne iuist surnostre ville. Les roains joinctes ver ie ciel, remercioientNostre- Seigneur de ceste joyeuse advenue. Les yeux, qui leregardoient, administroient si grande joie au coeur, quil eny eut mille et mille couvers de larmes: et les bouches quipovoient parier disoient: Vive Bourgogne! Vivc , qui estvenu! vive Maximilianus! J. Molinet cap. 46. p. 97.

*') Wy gheloofen wel dat waer is. Dwell hein dieHertoghe Maximiliaen groten danc wiste.