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■ Meyer, der solches zur Ehre sich aushat, seineHerberge; das übrige Gefolge aber übernachtetej hei Herrn Claes van St. Goricq.
Am glänzendsten aber war die Aufnahme zuBrüssel, Montags nach St. Lorenzentag. Sämint-liche Innungen oder Ambachten standen unterihren Fahnen und mit rauschender Musik aufge-stellt. Allegorisch-historische Mimik und kostbareTücher vor den Häusern gaben einen Begriff vondem Geschmacke und dem Reichthume der Stadt.Der alte Herr von Ravenstein hatte seiner ausser-halb der Mauern, auf einer Rossbahre, geharrt;der junge Herzog, sein Sohn, aber zu Pferde. DieFürstin mit den schönsten Damen ihres Gadernsund der Stadt, in reicher Kleidung, paradirtennicht minder. Es wurden Tänze und Figurenmannigfacher Art dabei aufgeführt, und es schienunter den Wirthen eine aufrichtige Fröhlichkeitzu herrschen. Mit Freudenthränen und aufge-hobenen Händen pries man den Angekommenenals Erretter. Merkwürdig ist, dass man demErzherzoge die Weiterreise nach Gent auszu-reden, und ihn durch die Furcht vor Bewegungenunter der trotzigen Volksmasse daselbst da-hin zu bringen suchte, das Beilager in Brüsselzu vollziehen. Allein diess war, nach den be-reits getroffenen Anordnungen, nicht wohl mehrmöglich, und auch eine förmliche Kriegserklä-rung wider die Genter gewesen, welche man