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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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200
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Jeder, der einem kaiserlichen Edicte Ge-horsam verweigert, muss als sein Feind be-trachtet Averden, da ein solches Edict gleichsamein Abbild des Souveräns selber ist.

Der ewige Kaiser sah sich einst genöthigt,die bösen Engel vom Himmel auszuschliessen,desshalb, weil sie, von Uebermuth getrieben,ihren Sitz nach Norden verlegt wissen wollten,um dadurch der höchsten Majestät selbst ähn-lich zu werden, und nachdem sie auf diese Erdegekommen, sind diese verstossenen Engel dieschlimmsten geistigen Feinde geworden; aufgleiche Weise haben sich empört, einestheilsdes heil. Reiches bemächtigt, und sind unsereirdischen Feinde geworden, jene Leute von derfränkischen Nation, welche, ursprünglich troja-nischer Abstammung, im Herzen von Germaniensich niedergelassen, und zwischen Rhein undDonau von dessen Mark sich genährt. DieseLeute haben die Frechheit gehabt, in der sikain-brischen Stadt sich unabhängig von der kaiser-lichen Krone zu erklären; sie bewohnen dieuntern Gegenden und nennen in der Regel sichFranchois , allein nach dem Griechischen soll-ten sie eher Ferochois heissen, ihrer angeerb-ten Grausamkeit und Unbändigkeit wegen. Siesind die Hauptfeinde, welche gegenwärtig unsversuchen und schlagen, welche uns Verheis-sungen machen, jedoch blos den Ruin bringen,und welche das heilige kaiserliche Bild seiner