erprobten Spion und Ränkeschmied aus seinereigenen Schule, insgeheim ein Schreiben zu,worin er ihm für die Bemeisterung oder denVerrath der Stadt 3000 Kronen als Belohnunganbot. Der König war in seinen Einfall soverliebt, dass er St. Thomas bereits als seinEigenthum ansah, und davon, als von einerausgemachten Sache, sprach*).
Jan de la Haye leitete wirklich, gemeinsammit der Bande, die er befehligte, Alles so ein,dass er dem Könige nur die Thore eröffnenzu können glaubte; allein einer der Hüter der-selben, welchen er zu gewinnen suchte, ver-rieth den Anschlag; derVerräther ward herbei-geholt, verhört und auf die Folter gelegt, da-mit er die Mitschuldigen bezeichne. Dess wei-gerte er sich beharrlich, wiewohl er die Hab-gier bitter verfluchte, welche ihn in diese Lagegebracht. Als König Ludwig darauf, der Ab-rede gemäss, unter die Mauern von St. Thomasgeritten kam, sah er das Werkzeug seines Tru-ges bereits am Stadtthor hängen. Die übrigenwaren, auf das erste Gerücht von des FührersGefahr, aus der Stadt gewichen. Der Königthat einen schweren Fluch vor Aerger undmeinte: „man habe diessmal eines Fleischhauers
’) „Maer wanen bedriecht menighen menschen, desghe-lijcx sal dye Coninc ooc varen, want sijn wanen sal hemlieghen,“ ruft der Eine unserer ehrlichen Chronikanten aus.
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