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an mehr als einem europäischen Hofe. So mitBretagne, welches seit einiger Zeit zu Mariensich hingeneigt; so mit Venedig, mit Aragon,mit Portugal, ja mit dem Kaiser selbst, welcherdie Attentate wider Cambrai, die Reichsstadt,höchst übel empfunden hatte, während er fürdie übrigen Angelegenheiten seines Sohnes undseiner Schwiegertochter eben nicht sehr eifrigsich bemühte. Ludwig schob aucji hinsichtlichCämbrai’s, wie Burgunds, alle Schuld aufdas lehenrechtwidrige Benehmen Karls undMariens.
Der Hauptgegenstand seiner Sorge aber bliebEngland. Hier war des Volks Gesinnung undMargarethens von York Einfluss ihm sehr hin-derlich, und nur das charakterlose WesenKönig Eduards liess ihm noch Hoffnung, fürseine Plane doch noch mit Erfolg wirken zukönnen.
Schon um die Zeit, wo die Heirath desFräuleins von Burgund mit dem Prinzen vonOesterreich bereits entschieden war, hatte ereine glänzende Gesandtschaft nach London ab-gefertigt, an deren Spitze Gui, der Erzbischofvon Vienne, stand. Seine Beredsamkeit wirktemächtig unter den englischen Grossen, nochmehr aber das reichlich gespendete Gold, ge-gen welches die Habsucht der stolzen Lordsnichts weniger als unempfindlich war. We-nige Wochen vergingen, und ein Waffen-