Buch 
Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
Entstehung
Seite
222
JPEG-Download
 

222

Stillstand auf sieben Jahre ward zu Pecquigniunterzeichnet, und einige Zeit darauf sogarauf die ganze Lebensdauer beider Könige aus-gedehnt *).

Zu Anfang des folgenden Jahres (1478) sandteKönig Eduard Lord Howard, Sir Richard Tun-stall und den Doktor Langton nach Frankreich,um den Waffenstillstand in einen festen unddauerhaften Frieden umzuwandeln. Ludwig zau-derte lange mit der entscheidenden Antwort, daer seinem Nachbar nicht völlig traute; endlichaber, nachdem er durch mehrere seiner Rätheden Dr. Langton besonders klug ausgeholthatte, ward er über die wirklich günstige Ge-sinnung Eduards in sichere Kenntniss gesetzt,und erfuhr die bisherigen Hindernisse einesganz freundschaftlichen Verhältnisses, derenvorzüglichstes in Verzögerung der Geldsummenfür Margaretha von Sommersets Freiheit be-stand. Der englische König hatte die Schwach-heit, sich desshalb zu entschuldigen, dass erden Werbern Marias und ihres Gemahls dieWerbung erlaubt, und sich dahin zu erklären,dass dieselbe blos unter der Bedingung, dasgeworbene Kriegsvolk einzig wider Geldernund Luxemburg, und niemals wider den KönigLudwig selbst zu verwenden, gestattet wor-den sei.

*) Barante XI. 384 u. s. w.