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müthes, den Säugling ihm in die Arme le-gend, aus: „Herr, das schenk* ich Euch zumWillkomm; seht hier Euren Sohn, unser Bei-der Kind, den jungen Philipp, aus kaiserlichemStamme.“ Max schloss den Säugling an seinHerz und sprach: „Gesegnet sei das edle bur-gundische Blut, und Heil dem, der nach Philippvon Valois den glorreichen Namen trägt, dochmuss er fortan nun meinen Namen tragen; wassagt Ihr däSU, geliebte Maria?“ Die Fürstinerwiederte: „Herr, was Euch beliebt, das ge-fällt auch mir; Euer Name muss billig voran-gehen.“ Und also hiess der junge Philipp für-der von Oesterreich. Die beiden Gatten aberritten nach ihrer Herberge; die getreuen Ritter,in die Freude derselben sich theilend, folgten.
Sofort treten nun Oranien und die Ereig-nisse in den Burgunds auf die Scene.
Bereits früher ist bemerkt worden, wieder Prinz von Oranien die im Anfänge derburgundischen Wirren gespielte Rolle zu Gun-sten der Maria gewechselt und zu den Füssenseiner rechtmässigen Gebieterin zurückgekehrtsei; ferner, w'ie er in der Franche-Comte w'i-der den Herrn von Craon wirksam aufgetreten.Den Vorwurf w'cgen solchen Widerspruchs zwi-schen beiden Handlungsweisen entwaffnete erdurch die Erklärung: „Ich habe längere Zeiteine Heirath Mariens mit dem Dauphin für dasVortheilhafteste angesehen, und diesen Plan