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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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müthes, den Säugling ihm in die Arme le-gend, aus:Herr, das schenk* ich Euch zumWillkomm; seht hier Euren Sohn, unser Bei-der Kind, den jungen Philipp, aus kaiserlichemStamme. Max schloss den Säugling an seinHerz und sprach:Gesegnet sei das edle bur-gundische Blut, und Heil dem, der nach Philippvon Valois den glorreichen Namen trägt, dochmuss er fortan nun meinen Namen tragen; wassagt Ihr däSU, geliebte Maria? Die Fürstinerwiederte:Herr, was Euch beliebt, das ge-fällt auch mir; Euer Name muss billig voran-gehen. Und also hiess der junge Philipp für-der von Oesterreich. Die beiden Gatten aberritten nach ihrer Herberge; die getreuen Ritter,in die Freude derselben sich theilend, folgten.

Sofort treten nun Oranien und die Ereig-nisse in den Burgunds auf die Scene.

Bereits früher ist bemerkt worden, wieder Prinz von Oranien die im Anfänge derburgundischen Wirren gespielte Rolle zu Gun-sten der Maria gewechselt und zu den Füssenseiner rechtmässigen Gebieterin zurückgekehrtsei; ferner, w'ie er in der Franche-Comte w'i-der den Herrn von Craon wirksam aufgetreten.Den Vorwurf w'cgen solchen Widerspruchs zwi-schen beiden Handlungsweisen entwaffnete erdurch die Erklärung:Ich habe längere Zeiteine Heirath Mariens mit dem Dauphin für dasVortheilhafteste angesehen, und diesen Plan