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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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aus allen Kräften zu befördern gesucht; di»Wahl der Prinzessin hat anders entschieden;unterwerfen wir uns ihrem Willen! Also re-dete er auch zu den Frei-Burgundern, derenGemiither er auf jede Weise nun umstiininenwollte.

Nachdem König Ludwig XI. durch einSchreckenssystem die gegen Maria fortdauerndeSympathie der Bewohner dieser Grafschaft be-straft, und Craon durch allzugrosse Sicherheitund Zuversicht den grossem Theil wieder ein-gebiisst hatte, während Oranien, nunmehr Ge-nerallieutenant in sämmtJichen Provinzen derHerzogin, von den Vaudrey's unterstützt, dasRedlichste gethan, concentrirte sich der Streithauptsächlich um die Mauern vonVesoul, wel-ches ebenfalls gefallen, von den Franzosenaber aufs Neue nun eingeschlossen war. Lei-der entschied sich das Kriegsglück auch diess-mal wider Ludwig XI.; in Treffen und Hinter-halten wurden ihm Tausende der besten Söld-ner erschlagen, und die Fluthen der Saonefärbten sich von Franzosenblut; andere Haufenfielen in die unerbittliche Hand des aufgereiz-ten Landvolks; Craon war nach Grey geflüch-tet, dem einzigen wichtigen Orte, welcher demKönige noch in der Franche-Comte geblieben.

Der Zorn Ludwigs bei allen diesen Vorfällenwar ohne Grenzen. Er liess dem Prinzen vonOranien, wie einem gewöhnlichen Staatsverbre-