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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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Mal so heroisch sich gehalten, erlag endlichbei erneuerter Belagerung ebenfalls dem Ge-schicke in Folge schändlichen Verraths. Einegewonnene Partei und die teutschen Söldnerbrachten bei einem verabredeten, falschen Aus-fall, eine Masse französischer Freischützen mitdurch die Thore herein; die Stadt sah sichplötzlich überschwemmt und bewältigt. Jederfernere Widerstand war fruchtlos. Eine allge-meine Plünderung fand statt, und eine gänzlicheEinäscherung vollendete das Trauerspiel, wel-ches der Herr von Chaumont, zur Sühne fin-den früher erlittenen Schimpf der Waffenehreseines Monarchen aufführte.

Glücklicher war Besan^on, welches, als freieStadt des teutschen Reiches, nur den Schutzund nicht die Herrschaft von Burgund aner-kannt hatte. Kein dringendes Interesse be-stimmte die Bürger zur Wehr gegen die Trup-pen Ludwigs; und da Karl von Amboise dieRechte und Privilegien der wichtigen Stadt zuehren verhiess und eine Urkunde darüber aus-stellte, so öffnete sie, in Folge Vergleichs, dieThore. Letzerer selbst ward, gegen die Ge-wohnheit der französischen Feldherren, gewis-senhaft beobachtet. Der Rest des Landes fielnun ohne schwere Arbeit, nach Einnahme derHauptplätze, dem Könige ebenfalls zu.

Dieser, so hocherfreut er über all dieglänzenden Erfolge war, fühlte doch eine dop-