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Die Heilkräfte der Alpenziegen-Molken und der Molkenkurort Gais / von Joh. Heinrich Heim
Entstehung
Seite
39
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Rötheln, Masern und Scharlach und deren Nachkrank-hciten;

<j. in akuten und siidakuten Krankheiten des Ehylo- unduropoetischen Systems, wie z. B. bei Entzündungen derersten Wege des Magens und der Gedärme, der Leber,Milz, Nieren, Blase und des Uterus.

Die Heilung eines Schwindsüchtigen war es, welcher Gaisdie Entstehung und den nachherigen europäischen Ruf einesMolkenkurorteö zuzuschreiben hat. Längere Zeit waren es nurKranke, die an Hals- und Brustnbeln litten, wie wir sie unterlit. u. angegeben finden, welche nach Gais geschickt wurden.Und jetzt noch sehen wir aus dankbarer Erinnerung jährlichKuranten zum dreißigsten und vierzigsten Male nach Gais kom-men, die den Molken und dem Aufenthalt in Gais die Rettungihres Lebens zu verdanken haben. Man konnte in namentlicherBeziehung eine Menge der auffallendsten, ans Wunderbare undUnglaubliche gränzenden Kuren aus der ältern Zeit anführen.Allein die näheren Berumständungen gehen mir ab, und ichmuß mich deßwegen auf meine eigenen Beobachtungen berufen.Freilich hat der Ruf der wunberthätigen Wirkung der hiesigenMolkenkuren Aerzte und Kranke verleitet, oft in einem Stadiumder Krankheit in Gais Hülfe zu suchen, wo keine mehr möglichist und möglich war. Ich könnte mehrere Fälle anführen, woKranke, freilich meistens entweder aus eigenem Antrieb oder aufAnrathcn von Laien, im letzten Stadium der Lungenschwind-sucht hieher gekommen sind, und wo es dann die größte ärztlicheMühe und Sorgfalt brauchte, sie noch am Leben wieder nachHause zu bringen. Doch wer kann es ihnen verargen? „DieLeichtgläubigkeit der Kranken ist der verzeihlichste Fehler" sagtJean Paul?