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Die Heilkräfte der Alpenziegen-Molken und der Molkenkurort Gais / von Joh. Heinrich Heim
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wir die Geschichte einer Frau, die von dem bloßen Gebrauchder Molken während fünfzig Jahren lebte. Mir selbst sind imVerlauf meines ärztlichen Wirkens mehrere Fälle vorgekommen,wo Kranke, die an Magenkrankheiten gelitten haben, einzig nochmit den Molken erhalten und ernährt werden konnten, und beidenen jede andere Arznei und Nahrungsmittel nicht mehr ertra-gen wurden. Es ist aber unbegreiflich, wie die nährenden Eigen-schaften der Molken nur haben bestritten und bezweifelt werdenkönnen. Wir wissen ;a, daß im Pflanzenreich nur die Begctabi-lien zu den nahrhaften gezählt werden, die Amylum und Zucker-stoff enthalten. In den Molken ist der Milchzucker ein Hauptbe-standtheil, und mithin können den Molken direkte die gelindnährenden Eigenschaften nicht abgesprochen werden.

8. 35.

Von der Kontraindikntion.

Kontraindizirt sind die Molken:

». bei Neigung zu Hydropisien und beginnenden oder schonbegonnenen Wassersüchten, indem sie dann zu leicht resor-birt und die Ansammlung des Wassers eher befördernwürden. Hoffmanu und Lind haben die Molken zwar auchin aktiven, so wie in solchen Wassersüchten nützlich gefunden,'die nach chronischen Phlegmasien entstanden sind, besonderswenn innerliche Hitze und Konstipationen damit verbundenwaren;

b. in rheumatischen und kolliquativen Durchfällen, obschonBaglivi versichert, viele hartnäckige Dysenterien einzigdurch den Gebrauch der Molken, theils in Klystiren, theilsals Getränk, geheilt zu haben, und Hippokrates dieMolken in der rothen Ruhr mit Erfolg angewandt hatte;

c. in der Chlorosts, wenn nämlich nicht Verschleimungender Unterleibsorgane die Ursache derselben sind;