Buch 
Die Heilkräfte der Alpenziegen-Molken und der Molkenkurort Gais / von Joh. Heinrich Heim
Entstehung
Seite
150
JPEG-Download
 

152

empfinder, und wollen den Eindruck ebenfalls haben, und täu-schen sich selbst, wie jeder, der nach fremder Empfindung hascht.Aber sie wollen auch erzählen, auch Theilnahme erregen, undsuchen dann durch vornehme Redseligkeit oder studirte Phantasiezu ersetzen, was ihnen an wirklicher Empfindung abgeht; soentstehen dann die sublimirten Naturschildcrungen, deren Farbennicht glühend genug aufgetragen werden können; und so entstandnach und nach die ganze Phraseologie der Alpenempfindsamkeit,fader Wortschaum, die Untiefen des Verstandes zu bedecken,derer, die keine Gedanken haben, und mit Gefühlen imponirenwollen.

An die Baronesse *.

Auf GaiS, den 27. Juni.

...Besser als alle diese schweizerische Augenweide behagtemir die schöne Butter und der gewürzige Honig, die man ausdem weißesten Semmelbrod (anderes kennt man kaum hier zuLande) zusammenstreicht. Das ist eine wahre Hirtenspeise voneinfacher Nahrung und Kraft, deren ich mich nun öfters mitauffallendem Vortheil zum Frühstücke, statt der instpiden Molkenbediene, weil ich finde, daß mich diese nur grämlich machen.Sage das dem Doktor; wenn er es mißräth, so will ich auf-hören; bis die Antwort kommt, kann ich mich schon eine Zeitlang daran laben.

An die Baronesse *.

Auf GaiS, den 6. Juli.

... Dem richtigen Grundsätze der Chanoineffe gemäß, daß manbei jeder Erlernung von dem nächsten ausgehen müsse, leben wirnun ganz von dem, was unS der Ritter Linne auftischet. Täglichlaben wir uns an der krsxsris veses lün.; die liebliche Fruchtdes krunu» cerasus lün. wird uns, obgleich noch sparsam,