153
aus dem Rheinthal herausgebracht, sowie auch vaö Gemüse,worunter die Lrasgio» oleruoer» 1ün. mit ihren Spielarten unsviel zu schaffen macht. Hier gibt es weder Gärten, noch Bäume,noch Felder, woran aber das tiefere, benachbarte Land einenUeberfluß hat; daselbst wächst auch häufig die Vitis vinilor»la'n. chaliilal in ortn» quatuor partitiu« tomporati«) und wirddaraus ein angenehmer, rother Trank bereitet, der etwas Stär-kendes und Erheiterndes hat, und noch mehr Liebhaber findet,als das Erzeugniß von der llapra lüreu» län., das jedenMorgen unser wartet.
So führen wir ein poetisches und gelehrtes Leben über dieMaßen. Alles was in die Sinne fällt wird besungen oder wissen-schaftlich bezeichnet, so daß ich die heidnische Frage: was werdenwir essen oder trinken? gar nicht mehr thun mag, aus Besorg-niß, mit einem süffisanten lün. abgefertigt zu werden. — DemKammermädchen wollten die wälschen Namen erst gar nicht inden Kopf; sie machte sich deßhalb an Tobias, der in seinerJugend ein Barbier gewesen, und wollte wissen, was denn daslün. hinter jedem Worte zu bedeuten habe. Tobias erklärte ihr,dieß sei das Diminutiv, womit die Schweizer alles was kleinsei oder ihre Liebe habe, benennen, bis auf die Taufnamen;so laute auch der ihrige in der Schweizersprache Suslün. — Oftweiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll; gestern kamdie Chanoinesse mit dem visntkus cartkusianorum und sagte,sie ziehe solchen dem Dialittiu« carzoplizllus (eine kleine wildeNelke der schönen Gartennelke) weit vor, wegen seiner Beschei-denheit; als wenn die Gartennelke unbescheiden wäre! Und dieSchweizerin hatte ihren Arm verbunden, um sagen zu können,sie sei von der Urtics clioica gebrannt worden.
Sonst wissen sie, wenn sie beim Verstand find, so viel An-ziehendes von ihrer dieser Tage in die nächsten Berge unter-nommenen Reise zu erzählen, daß mich oft die Begierdeanwandelt, selbst einmal diese Trümmer der Schöpfung in