Badeschwamm
174
Badeschwamm
1 Pfund — 10 Zehnlinge, 1 Aehnling — 10 Centas,1 Centas ^-10 Dekas, 1 Dekas 10 As, hat also 10W00As. Im Verkehr wird es in reinen Halbirungen einge-getheilt in 2 Mark, 4 Vierlinge, 8 Halbvierlinge, 16 Unzen,32 Loth a 2 Halbloth oder 4 Quentchen a 2 Halbqucntchen,und vom Quentchen ab in Vierteln weiter herab, dasQuentchen s 4 Pfennige a 4 Karat a 4 Gran a 4 Gränchena 4 Richttheile; so daß das Pfund 131'072 Richttheile hat.Gewöhnlich wird im Verkehr nach ganzen, halben undViertel-Pfunden, dann nach Lothen, halben Lothen undQuentchen gerechnet. Die Zehntheilung des Pfundes findetnur in Rechnungen statt.
1 Stein — 10 Pfund, — 8 Kilogramm.
1 Centner --- 100 Pfund, — 80 Kilogramm, istalso ebenfalls dem deutschen Zollcentner und dem groß-herzogl. hessischen Centner gleich.
Die Gold- und Silberarbeiter und Juwelieregebrauchen dasselbe Gewicht.
Das Münzgewicht ist seit der süd-deutschen Münz-Konvention vom 23. August 1837 die Münzmark derdeutschen Aollvereins-Staaten oder die preu-ßische Mark von 233,8333 Gramm -- 4865,379 holl.As, — 1,00092 bisherige badensche kölnische Mark. Dem-nach ist die neue Münzmark nicht ganz >/,o Procent oderohngefähr 1 kromiilo schwerer, als die frühere köln-badenscheMark.
Das frühere Münzgewicht war die alte badenschekölnische Mark, --- 233,640 Gramme,-- 4861,1 holl.As, — 0,99908 neue badensche Münzmark (derZollvcrcins-Staaten).
Das probirgeniicht ist das in Deutschland übliche.
Medicinal- und llpolhekergewicht ist (wie früher) dasalte Nürnberger, von dem aber in Baden das Pfund337,780 Gramm -- 7443,94 holl. As wiegt. Die Einthei-lung ist die in Deutschland gewöhnliche.
Badeschwamm, Wasch-oder Meerschwamm,lat. 8pongia Marina; stanz, kiponge communo; engt. Lammonspongo; ital. Spugna orUinaria; span. Lsponja ordinär:»;holl. 8nongie, 8pons; russ. Kub» grorkaj»; poln. Kolik»,ist das Gehäuse von sogenannten Pslanzcnthiercn l^oopd;-len), die im Meere an Felsen leben; er wird in großerMenge an den Ufern des mittelländischen Meeres, besondersan den griechischen Inseln, an der Ostseite von Jstricn, sowie auch im rothen Meere gefunden. Seine Formen sindhöchst mannigfaltig, meistens kuglig oder gewölbt und dabeimehr oder weniger in Lappen zertheilt; im natürlichen Zu-stande ist er mit einem Schleime überzogen, von dem er nichtohne Mühe befreit wird und worauf er erst das Ansehen desverkäuflichen Schwammes erhält. Er besteht aus einemmehr oder weniger feinen, mit größer» oder kleinern Löchern(Poren) versehenen Gewebe. Seine Farbe ist schmutziggrün, sich ins Gelbe oder Braune ziehend, aber an derSonne und Lust verbleichend. Die meisten Schwämme,welche im Handel vorkommen, erhält man über Marseille,Livorno, Venedig, Trieft und Smyrna von einigen griechi-schen Inseln, besonders von Syme, zwischen Rhodus unddem Vorgebirge Cnidus, einem Felsen, der nur mit wenigsteiniger Erde bedeckt ist, von der Sonne verbrannt wird,
nur wilde Mandeln und kleine Gesträuche trägt und vonwenigen Griechen bewohnt wird. Die Letzteren haben keinanderes Gewerbe, als das Einsammeln und ZurichtenderSchwämme, die in großer Menge an ihren Felsen wachsen.Das Einsammeln geschieht, indem sie, mit einem Messer inder Hand, tief ins Meer untertauchen, mit größter Lebens-gefahr eiligst die Schwämme abreißen und nicht eher an dieOberfläche zurückkehren, als bis sie ganz entkräftet undathemlos kaum das Boot erreichen können. Dieses gefähr-liche Gewerbe, was sowohl von Männern und Weibern alsauch Kindern getrieben wird, kann man nur bei ganz HellemHimmel und ruhiger See vornehmen, weil man sonst unterdem Wasser nicht diejenigen Stellen unterscheiden kann, wodie Schwämme sitzen. Sobald dieselben aus der Tiefe her-auf gebracht sind, werden sie gereinigt und getrocknet, weilsie sonst faulen und verderben. Die Insel Nicaria liefertebenfalls sehr viele Schwämme, und die dortigen Einwoh-ner müssen ihren Tribut darin bezahlen. In den franzö-sischen Handel, besonders nach Marseille, kommen auchSchwämme aus Nordafrika, von Tunis und Algier. Dielevantifchen, wovon die meisten von den Orientalenbei ihren Bädern gebraucht werden, erhält man auf Schnüregezogen, jede von ungefähr 12 Pfund, welche in Ballenvon verschiedener Größe gepackt werden, in den Handel, inwelchem man 3 Sorten: große, mittlere und kleine,oder auch extrafeine, feine, mittlere und ordi-näre große und kleine unterscheidet. Außerdem giebtes noch eine geringere Sorte unter den Namen der Pferde-oder Roßschwämme. Die vorzüglichsten der levantifchenSchwämme sind die an der syrischen Küste von Beirutbis Alexandrette gefischten. — Die Abfälle beim Sortirender Schwämme kommen als Kropfschwämme in denHandel und werden in den Apotheken gebraucht, wo sie,verbrannt, das sogenannte Kropfpulver liefern. Dieseswird schon seit sehr langer Zeit zur Vertreibung der Kröpfemit dem besten Erfolge angewendet, ohne daß man früherwußte, worin eigentlich die Wirksamkeit dieses Mittels be-stand ; nachdem aber im Jahre 1813 der SalpcterfabrikantCourtois in Paris die Jodine entdeckt, ergab sich, daßeine Menge Seegewächse und namentlich auch die Schwämmediesen Stoff enthielten, der alsbald von den Aerzten als einspecifisches Mittel gegen den Kröpf erkannt wurde.
Im italienischen Handel unterscheidet man Spnzn»gründe, gross», d» c»v»llo o ,1a carorr», Roßschwamm, Ba-deschwamm, wovon die kerine eine bessere Qualität sind;Spugn» lw» e soprnNn», seiner und superfeiner Schwamm;piccola Kropfschwamm. Vorzüglich gut präparirt und sor-tirt man den Schwamm zu Venedig.
Im französischen Handel (zu Marseille) hat manfolgende Sorten: liponges cammunes on de lroneur, lipvngespour cl:ev»ux, Krasses liponges, gemeine oder Roßschwämme,Badeschwämme; aus der Berberei über Tunis und Algier;die blonden werden in Gerbi, die braunen (kiponxes I,«we-lle Ilarbane, diles de ölarseille) in Sphax gesammelt. Letzteresind größer und reiner, haben aber oft einen bösen Fehler,indem sie wie getheert (xondronne) aussehen. Beide wer-den in Marseille und zwar gewöhnlich drei bis viermal ge-waschen, dann gebunden (cn liasses) getrocknet und so zuMarkte gebracht. — Eine andere Sorte, lipongos golinos,