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Abgaben der Staatsangehörigen und auf andere Weise zu-sammengebrachte, Summen verfügen kann, außerdem imgeordneten Staatshaushalt Einnahme und Ausgabe nachden mannigfaltigen Bedürfnissen geordnet und eingetheiltsind, so wird es auch der Staatsregierung nicht leicht wer-den, einer Bank ein ansehnliches Kapital überweisen, erhal-ten und vergrößern zu können, wenn es das Bedürfnißerheischt. Eine besondere Steuer deshalb vielleicht aus-schreiben wollen, das ist durchaus unmöglich; soll alsoGründung und Verwaltung einer Bank von der StaatS-regierung abhängen, so wird sie sich am zweckmäßigstendabei durch Einzahlung zum Kapital auf Actien bethei-ligcn, und dasselbe durch freigegebenen Beitritt der Pri-vatpersonen vermittelst der Actien vergrößern, aber dieEinrichtung und Verwaltung sich vorbehalten, wie es jetztPreußen nach der königl. Kabinetsordre vom 1l. April 1846ausführt. Auf diese Weise werden die Kräfte der Staats-rcgicrung nicht überspannt, und dennoch wird dem Unter-nehmen eine größere Garantie gesichert. Aktiengesellschaftensind also ohne Zweifel ein sehr bedeutungsvoller Momentin den Vcrkehrsverhältniffen, und lassen sich überhaupt kei-nesweges beseitigen. Der englische Minister Sir RobertPeel sprach sich zwar in den Parlamcntsverhandlungen überdie englische Bank nicht eben günstig über Aktienbanken aus,aber, wie es scheint, zu Gunsten seines Planes. In Irland,in Belgien haben die Bank-Actiengcsellschaften in der ThatGroßes geleistet.
9. Bei der Wichtigkeit der Sache in Rücksicht auf die so-cialen Verhältnisse ist es nothwendig, die wichtigeren Schrif-ten darüber zu nennen. Dieselben sind, nämlich überBankwesen, Geld, Cirkulationsmittcl, Kredit rc. I. G.Vüsch: Abhandlung von dem Geldumlauf, in anhal-tender Rücksicht auf die Staatswirthschaft und Handlung,3. Aufl. in dessen sämmtlichen Schriften über den Handel,Hamburg, Thl. 7. und 8. 1824 und 1827 ; 4dom 8m!ll>:4VcoIl!> vl klalions, II.; Ilioarüo: ?bc bigli pricc vk bullian,s provk ok lbe dcprccalivn vk banli nolcs. I.ond. 1810. IIus-bisson: Die gucslion concerninx lbv dcprccalion ok lbecurrcncx stcttoä null cxamincd. l.ond. 1811. Ilukrcsne8 ai n t-I.s o n : kiludc du Ocdit public , 1824. Hiomlon:Inguir^ into lbo nalurc an,I ckkcct »k crcdit. 4'ales: kissazson currcnc^ am! circulalion. I. B. Say, Ausführl. Lehr-buch der praktischen politischen Ockonomie, Deutsch vonMax Stirner, Leipz. O. Wigand, 1848, Bd. 2. K. Mur -hard: Theorie des Gelbes und der Münzen. Leipzig 1817.>1. Ilorsle)': Ouuscs and conscglicnces vk l>:c prcssurc okUic mone)'-marlict cic. I.onc>. 1837. Handelt über das Ver-fahren der Direktoren der englischen Bank. Die Gegenschriftvon 8. .1. I. vvd: Ilciloclions suggeslcd bv a pcrusal ok illr.I. llvrslc^ I'almcr's pamplilcl clc. l.ond. 1839; (8am.Ivncs I.vzul:) Ilcmarlcs vn tlic munagcmcnt vk llio circulalionand on llic condilion and cvnducl nk lbe Ilanlc ok llugland andlbc cnunlrj- issucrs during llic xcar 1839, l.ond. 1840, dazudessen: .4. I.ctlcr to .1. I!. 8milll Ilsg. prcsidcnt uk >!lecllambcr ok (lonimcrcc at Illanclicslcr. band. 1840. tlorbcl:4n inguirx inlu lbc causcs and modcs «k lbc vcalli, ok indivi-duals or lbc pi'inciplcs vk lrade and spcculalion cxplaincd.I-ond. 1841. Lbarlcs Loguelin: Ilu crcdit cl dcs bangucsüans Linduslrie, in der Itovuc des dcu.r hlvndes I. III. 1842.
Ilan. IIardcas llc jun. : llanlcs and kanlecrs. I.ond., 4Vbit-laeber and du. 1842. Vinc. Nolte: Stellung und Aus-sichten des Welthandels in den ersten Monaten des Jahres1848, Trieft, Favarger 1843. W. Beer: Bemerkungenüber Zettelbankcn und Papiergeld. Berlin, Unger 1843.Jos. Mendelssohn: Ueber Zettelbanken, mit besondererHinsicht auf eine preußische Landesbank. Berlin 1846.Büloiv - Cummerow: Die preußische Landesbank ic.Berlin 1846. Gust. Julius: Bankwesen, ein neues Ge-spenst in Deutschland. Leipzig O. Wigand 1846. Enthälteine scharfe Prüfung der bisherigen Theorien über Geld,Zettelgcld, Bankwesen !c.
II. Das vesimdcre, namcullich das historische der VanKen.
1. Wie der Name Bank von dem Geschäftsbetrieb derGeldwechsler im Mittelaltcr entlehnt ist, so beginnt damitauch die Geschichte des Bankwesens. Die Judenbetrieben schon früh Wechsel- und Gcwürzhandcl; aber imWucher wurden sie von den Lombarden, so wie von denTosco n er n weit übertreffen. In Piemont bildete sichsehr früh ein wucherischerFinanzgcist aus, der ebenso sprüch-wörtlich berüchtigt wurde, wie die Lombarden und Juden.Wahrscheinlich sind die piemontischcn Wechsler jene übel-berüchtigten Wechsler, welche Cahorsiner oder Cahur-siner heißen. In Piemont zeichneten sich namentlich dieStädte Asti, Chicri, Cavore u. a. durch die Menge ihrerWechsler oder Banker aus, die in der Dauphins, derSchweiz und anderen benachbarten Ländern, wo sie imHandelsverkehr auf ein gewinnreiches Geschäft rechnen konn-ten, Banken errichteten. Diese Banken hießen Casanc.Außer den Wechslern von Asti und Chieri waren auch dieWechsler der französischen Städte Eahors, Sens undDouai als wucherische Wechsler verrufen. Die Cahor-sincr verschwinden im vierzehnten Jahrhundert aus derGeschichte, während die Lombarden noch später erwähntwerden.
Vorzugsweise früh beschäftigte man sich in den italie-nischen Handelsstädten mit dem Geldwechsel und Bankhal-ten als ausschließlichem Geschäft; denn von hier aus ver-breiteten sich die Banker nach allen fremden Städten, mitdenen die heimischen Kaufleute in Handelsverkehr standen.So gab es schon früh im Mittelaltcr zu Avignon nebenflorcntinischen Scidcnwaarenhändlcrn florentinische Ban-kers. Ebenso öffneten während der Messen in Beaucaire,Frdjus und Montpellier, die im Mittelaltcr sehr bedeutendwaren, die Lombarden ihr Wechselgcschäft. Es entstanden,und gewiß sehr früh, unter den Lombarden, Cahorsinernund Juden förmliche Bankergesellschaftcn, die ihr Wucher-geschäft ins Große trieben; die beiden ersten Klaffen vonBankern scheinen indessen ausschließlich oder doch vorzugs-weise mit den Kaufleuten verkehrt zu haben, während dieJuden nichts verschmähten, und sich gewiß in dem finanzi-ellen Geschick, Geld zu schaffen, vor allen auszeichneten.So standen sie als Geldmänner überall in der ersten Reihe.Am Ende des zwölften Jahrhunderts war ein Jude Schatz-meister oder Banker des Papstes zu Rom. Privatleute,Fürsten, die hohe Geistlichkeit, ja sogar Abteien und Kir-chenschätze verfielen dem Wucher der Juden, die dc» Zins-fuß auf die fast unglaubliche Höhe von achtzig Procent