Bank
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Bank
«uch gegen Zinsen, die Kapitalien der Privatleute und Ge-sellschaften, und zahlt dagegen auf Anweisungen oder beson-dere Ermächtigung der Deponenten Summen aus. Sieleiht Kapitalien gegen Deponirung von Renten, Obliga-tionen, Staatspapieren oder Waaren. Sie macht Geschäfteals Kassirer und vollzieht überhaupt alle Operationen,welche den Geschäftsgang sichern und erleichtern können.Sie discontirt Wechsel, fällige Schuldforderungen, Geld-dokumente, Gold und Silber. Sie nimmt Ersparnisse desHandwerkers und der Mittelklasse im Einzelnen an, ver-wandelt die Kapitalien in lebenslängliche oder erlöschlicheRenten, und nimmt auch gegenwärtige Renten zur Ver-wandlung in zukünftige an. Für die Annahme von Erspar-nissen bildete sie eine Hülfsbank. Diese nimmt täglich alleEinlagen von 1 bis 800 Frcs. an, die vom ersten Monats-tage verzinst werden, ausgenommen die Einlagen unter8 Frcs., worauf keine Zinsen vergütet werden. Der Zins-fuß wird jedesmal für das folgende Jahr im Novemberbestimmt, und ist seit 1844 von 4 Proc. auf Proc.herab. Sind die Einlagen einer Person bis auf 8000 Frcs.angewachsen, so verwandelt die Bank dieses Kapital in eineRente. Sie ist verpflichtet, die Gelder des Staatsschatzes,welche der Finanzminister ihr anvertrauen will, anzuneh-men, und dafür Zinsen zu zahlen, die jedoch stets unter1 Proc. für das Jahr sein müssen. So waren alle Bedin-gungen einer erfolgreichen Wirksamkeit gegeben. Die in derKoncession bedingte Mitwirkung der Bank bei großen indu-striellen Unternehmungen wurde bald bethätigt, und wennauch die Bank im Anfange sehr vorsichtig war und ihreTheilnahme nur auf wenige verbürgte Etablissements be-schränkte, so führte dies doch zu glücklichen Erfolgen. Balderweiterte sie ihren Wirkungskreis auf diesem Gebiet undbetheiligte sich mit beträchtlichen Kapitalien bei einer großenMenge von industriellen Unternehmungen. So bildete sieunter Anderem sieben Gesellschaften zum Betrieb von Koh-lenminen und Hochöfen, deren Kapital 16,280,000 Frcs.war, und betheiligte sich stark dabei; öffnete anderen Etablis-sements laufende Rechnung, gab baare Vorschüsse undunterstützte sie mit ihrem Kredit. Die großen Gewinne,welche ein bedeutender Theil der industriellen Unternehmun-gen in kurzer Zeit abwarf, bewogen die Direktion der Bank,den dahin einschlagenden Geschäften die Mehrheit der Kapi-talien zuzuwenden und die eigentlichen Bankoperationennatürlicherweise demgemäß zu beschränken. Eine Zeit langmachte die Bank herrliche Geschäfte und gab den Aktionärenbedeutende Dividenden, während die Actien selbst sich faststehend 40 Proc. über Pari erhielten. Jedoch that es ihrin der öffentlichen Meinung großen Schaden, als der hoch-geachtete, sehr reiche und zugleich wegen seiner großen kom-merziellen Kenntnisse berühmte brüffelcr Banquier Mctte-nius, der einer der Stifter der Bank gewesen, freiwilligaus dem Verwaltungsrathe derselben schied und trotz allerBitten nicht bewogen werden konnte, an der Direktion fer-ner noch irgend einen Antheil zu nehmen. Seit dem Aus-tritte des Herrn Mettenius nahmen die industriellen Spe-kulationen der Bank so überhand, daß ihre Disconto- undsonstigen Wechsel- und Bankgeschäfte darunter litten undimmer mehr vernachlässigt wurden, weil sie einen, obgleichsicheren, doch kleineren Gewinn als jene großen Unterneh-
mungen, die im ersten Augenblicke sehr ergiebig schienen,einbrachten. Während die Bank so die meisten ihrer Kapi-talien auf eine Weise anlegte, welche die schnelle Beweglich-machung derselben sehr erschwerte und ihre baare» disponi-beln Mittel bedeutend und auf die Dauer verminderte,traten mehrere Umstände ein, die Wendung der politischenAngelegenheiten, die Theuerung des Getreides und derdamit verbundene Ausschlag aller Lebensmittel und mehrcresAndere, welche einerseits die Produktion in allen Theilender Industrie drückten, die Nachfrage nach den Erzeugnissenderselben verminderten und andererseits zugleich das Be-streben hervorriefen, alle Werthe zu realisiren und sich derKreditmünzcn, wie man die Banknoten, Kassenscheine unddergleichen Cirkulationsmittel nennen möchte, gegen baaresGeld zu entledigen. Die nächste, die unvermeidliche Folgedavon war, daß die Bank von allen Seiten her mit Forde-rungen baaren Geldes bestürmt wurde; die großen indu-striellen Etablissements, mit denen sie in Verbindung stand,die aufrecht zu erhalten ihre Pflicht und ihr höchstes In-teresse war, verlangten baare Zuschüsse, deren sie bedurften,um fortzuarbeiten, was ihnen ohne Hülfe bei dem vermin-derten Absätze schwer oder unmöglich war. Eine Zeit langwiderstand sie diesem Andränge, dann aber fiel sie, im De-cember 1838.
Der am 13. December 1838 gezogenen, ofsiciell publi-cirten Bilanz gemäß trug das Gewinn- und Verlust-Contoim Soll die Summe von 647G13 Frcs. 60 Centimes, wasindessen bei einem Kapital von 20 Millionen an und für sichnicht in Betracht kommen kann; ungewöhnlich starke Rück-zahlungen aber, welche in der letzten Zeit zu machen waren(allein am 13. Dec. über 2 Millionen Frcs.), und zwar inFolge ganz unerwarteter politischer Verhältnisse, so wie dieVeräußerung einer großen Summe belgischer 3procent. Fonds,welche zum Sinken des Preises der letzteren viel beigetragenhaben soll, wie auch die Actien der Bank selbst binnen einerWoche von 1370 auf 1268 wichen, waren die nächste Ur-sache davon, daß die Bank von Belgien am 18. December1838 sich genöthigt sah, — ihre Zahlungen einzu-stellen. — Die Bank machte dies an demselben Tagedurch einen Anschlag in ihren Bureaux bekannt, mit demBemerken, daß, da ihre Bilanz günstig sei, die Suspensionnur einige Tage dauern werde. Die Bestürzung war imersten Augenblick groß. Alles lief nach den Bureaux derHooiete gsnsralo und der Lociötö du commerco, um deren Obli-gationen einzulösen. Da aber hier für die Deckung jederAnforderung gesorgt war und auch der eigentliche Standder vanque äs Ilelgique bekannt ward, beruhigte man sichmehr und mehr. Als ein charakteristisches und erfreulichesZeichen des belgischen Affociationsgeistes verdient besondershervorgehoben zu werden, daß die Sooie'ts xensrolo, mit wel-ker die Bank von Belgien in Konkurrenz getreten, sofortsich bereit erklärte, nach dem Wunsche-der Regierung imInteresse der arbeitenden Klasse die Verpflichtungen derBank gegen die Sparkassen auf sich zu nehmen. — Am19. Decbr. hielten darauf die Gläubiger der Bank eineVersammlung, in welcher der erwähnte günstige Statusvom 13. Decbr. geprüft und für befriedigend erklärt, dar-auf eine Zahlungsfrist von 3 Monaten bewilligt ward. DasBegehren der Filialbank in Antwerpen, separat zu liquid!-