Bank
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ren, wurde von der Hauptbank in Brüffel abgeschlagen.Endlich schlug sich die Regierung in's Mittel, und die vonihr der Bank bewilligten Geldvorschüffe haben es möglichgemacht, diese letztere wieder in den Zustand der Zahlungs-fähigkeit und fernern Aktivität zu versetzen.
Es ergab sich bei dieser Gelegenheit, daß die Bank be-deutendeKräfte, nämlich 13,7730» Frcs. industriellen Acticn-gesellschasten en commonckito überlassen hatte, meistens mitder Bedingung einer allmäligen Rückerstattung. Für dieseGesellschaften war dies allerdings annehmlich, aber dieBank entblößte sich.
Nach der Einstellung der Zahlungen mußte die Regie-rung nothwendig einschreiten; denn wenn den Folgen nichtvorgebeugt wurde, so konnte und mußte die ganze belgischeIndustrie durch die unvermeidlichen Fallimente ihrer bedeu-tendsten Etablissements den Todesstoß empfangen und dieNoth und Verwirrung den höchsten Punkt erreichen, ja biszur Anarchie gesteigert werden, wenn zu der politischenAufregung und der Theuerung der Lebensmittel noch dasElend von Lausenden von Arbeitern hinzugekommen wäre,welche in Folge der industriellen Krise brodlos wurden.Schnelles Einschreite» war hier nothwendig; und um we-sentliche Hülfe zu gewähren, mußte sie eine mehrfache sein.Die Bank mußte in den Stand gesetzt werden, ihre gegendie industriellen Etablissements eingegangenen Verpflichtun-gen einzuhalten, damit die letzteren im Stande waren, fort-zuarbeiten; zu diesem Zwecke wurden der Bank von derRegierung 2,400,000 Frcs. vorgeschossen, und um die wich-tigsten Industriezweige auch für die nächste Zukunft auf-recht zu erhalten, machte die Regierung Bestellungen beiihnen, die sich beinahe an 8 Millionen Frcs. beließen und*in Lieferungen für die Eisenbahn bestanden. Um jeder wei-ter« Ausdehnung der Krisis für den Augenblick vorzubeugen,wurden den bedeutendsten Häuser» auf den Betrag dieserBestellungen ansehnliche Vorschüsse gemacht, und außerdemließ man die Arbeiten an der Strecke der Eisenbahn vonAns bis Lüttich und an dem Uebergange über die Maas,die von wahrhaft riesenhafter Natur sind, sogleich beginnen,und beschäftigte dadurch für den Augenblick 300 Arbeiter,die in Kurzem bis auf 2000 vermehrt wurden. Dann gabdie Regierung noch 1,600,000 Frcs. her, um die in derSparkasse der belgischen Bank niedergelegten Summen,die größtcntheils von Leuten aus den mittlern und unternVolksklassen deponirt waren, zu sichern. Eine genauePrüfung der Lage der Angelegenheiten der Bank hatte demMinisterium und den Kammern die Gewißheit gegeben, daßdieselbe im Stande sei, für dieses Kapital von 4 Millio-nen hinreichende Sicherheit zu gewähren, und überhauptnur der Zeit bedürfe, um Alles zu realisiern. In Folgeder Zahlungseinstellung der Bank entstand eine großeSchwierigkeit der Cirkulation, und die Effecten des mittlernund kleinern Handels discontiren sich nur mit der größte»Mühe. Die belgische Bank hatte sich vorzüglich mit demDisconto derselben beschäftigt und dadurch jenen Zweigendes Handels, besonders in der Hauptstadt selbst, großenNutzen gewährt. Die große Bank (l'aneiennv Sociötöäll coininorco) hatte von jeher sich weniger auf diese Geschäfteeingelassen, und seit dem Unglücksfalle der belgischen Bankhat sie ihre Disconto-Operationen noch mehr beschränkt
und sie auf ein Minimum reducirt. Dieser Zustand wurdesehr bedenklich, denn bei der großen Lebhaftigkeit des Ver-kehrs gerade in diesen Kreisen der belgischen Handelsweltwar die Leichtigkeit und Schnelle des Umschlags der Kapi-talien ein dringendes Bedürfniß. Deshalb beschäftigte mansich im Januar 1839 mit der Errichtung einer Disconto-Kasse, die hauptsächlich Papiere von mittlerem und ge-ringerem Belange, Waarenwechsel und dergleichen negocirensoll und mit einem von der Regierung entweder ganz oderzum Theil hergeschoffenen Kapital ihre Operationen be-ginnen würde.
Durch die schnelle Dazwischenkunst der Regierungwurde ein großes Resultat gewonnen: der Handelskrisis,die im ersten Augenblick eben so unvermeidlich als schrecklicherschien, wurde Einhalt gethan, die Gemüther wurden be-ruhigt, der Kredit aufrecht erhalten und ein Vertrauen zuder Regierung hergestellt, wie es selten in irgend einemStaate bestand. Dem Könige brachten von allen Seiten herDeputationen und Adressen aus dem Handclsstande die Be-weise größter Dankbarkeit und Verehrung.
Man könnte die Frage auswerfen, warum die Regie-rung nicht acht Tage früher der Bank zu Hülfe gekommensei, um der ganzen Krisis, die eine so nachtheilige Wirkungfür den Kredit Belgiens im Auslande haben muß, vorzu-beugen. In einer reinen Monarchie wäre dies ein Leichtesgewesen, in einem constitutionellen Staat, wie der belgische,war es unmöglich. Die Minister durften über einige Millio-nen nicht nach Willkür verfügen und konnten am wenig-sten in den damaligen Verhältnissen, wo die militärischenVorkehrungen die Staatskasse so sehr in Anspruch nahmen,eine solche Verantwortlichkeit auf sich nehmen. Hierzu wardie Mitwirkung der Kammer nöthig, und diese konnte wie-der nicht in Anspruch genommen werden, ohne die ganzeSachlage zu kennen, wobei denn die Publicität derselbenunvermeidlich war. Man vergesse auch nicht, daß die bel-gische Bank ein Privatinstitut ist; nur die alte Bank oderLociels xenerole (über dieselbe s. a und b) steht, da sie zu-gleich Schatzkammer ist, mit der Regierung in finanziellemVerkehr. Herr Mettenius nahm das ihm angebotene, vonihm aber abgelehnte Amt eines Kommissars von Seiten derGläubiger auf den besondern Wunsch des Königs an.
Die belgische Bank hat die beiden von der Regierungerhaltenen Anlehen von zusammen 4Mill. Frcs. mit S Proc.jährlich zu verzinsen. Um die vier Millionen aufzubringen,mußte die Kammer die Regierung ermächtigen, für einengleichen Betrag Schatzscheine in Cirkulation zu setzen.
Die Zahlungen der Bank von Belgien begannen wiederam 4. Januar 1839 mit der Bekanntmachung: „Der Admi-nistrationsrath der belgischen Bank hat, mit Zuziehung derKommissäre der Regierung und der Gläubiger, die Ehre,das Publikum zu benachrichtige», daß vom 4. dieses Mo-nats a» die Bank ihre Zahlungen auf folgende Art wiederbeginnen wird: Die Auszahlungen der Sparkasse werdenwieder statthaben. Die Banknoten von 30 und 100 Frcs.werden bei Vorzeigung ausbezahlt werden. Bis man Maß-regeln zu der Einwechselung der Roten von 800 und 1000Frcs. getroffen haben wird, werden dieselben an Zahlungs-statt für alle Wechsel bis auf den halben Betrag besagterWechsel angenommen, so wie auch für die Tilgung oder