Bank
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Lüttich. Hier wurde im I. 1833 eine llanguo lie-geoise et Laiese ü'öparxnes (Lüttich er Bank und Spar-kasse) mit einem Kapital von 4 Millionen auf 4UOO Acticnä 1000 Frcs. gegründet. Die Aktien lauten auf den Namen,und tragen, außer einer Dividende vom Gewinn, jährlich4 Proc. Zinsen, die halbjährlich (am 1. Jan. und 1. Juli)bezahlt werden. Bon dem Gewinn werden aber voraus dieVerwaltungskosten nebst den Zinsen, dann 20 Proc. zurBildung eines Reserve-Fonds genommen, bis derselbe sogroß ist, wie die Hälfte des Ackicn-Kapitals, das Uebrige wirdals Dividende vertheilt. Die Bank ist zur Ausgabe vonBanknoten auf 23, 50, 100, 500 und 1000 Frcs. ermäch-tigt, die auf den Inhaber lauten, deren Summe darf aberDreiviertel des Gesellschaftskapitals nicht übersteigen. Außer-dem hat die Bank das Recht, verzinsliche, aber auf einebestimmte Verfallzeit lautende, Obligationen auszugeben.Das Geschäft der Bank ist: Darleihen zu machen gegenhypothekarische und andere genügende Sicherheit; so wieDepositen in Staatspapieren, Gold- und Silberbarren,Münzen und anderen Werthen anzunehmen, gegen eineVergütung, die jedoch >/s Proc. halbjährig nicht überstei-gen darf. Sie discontirt weder Wechsel, noch Anweisungenoder Handbillets; sie darf aber auch die Werthpapiere ihrerDebitoren nicht in Umlauf setzen.— Die Sparkasse derBank nimmt alle Summen, von wenigstens 1 Frank anund verzinst dieselben Privatpersonen jährlich mit I'/z Proc.,den öffentlichen Anstalten aber mit 4 Proc.
Dänemark.
Das Bankwesen des Königreichs, mit dem früher auchNorwegen vereinigt und an dessen äußeren Verhältnissenbetheiligt war, ist tief mit den Staatssinanzen verflochten,und zugleich ein Beweis für die unglücklichen Folgen desMißbrauchs der Zettel und Banknoten, wie sie auch benanntsein mögen; ferner daß Zettelgeld zerrütteten Finanzen aufkeine Weise aufzuhelfen vermag, wenn übrigens mit demVermögen nicht zweckmäßig gewirthschaftet wird; daß deröffentliche Kredit sich durch keine landesherrlichen Bestim-mungen erzwingen läßt, wenn die Sache selbst und die dar-auf bezüglichen Verhältnisse dawider sprechen; und daß Ban-ken unter keiner Bedingung zur Finanzanstalt gemachtwerden dürfen, wenn sie dem Verkehr und Handel, so wieder Industrie nützen sollen. Ein eigenthümlicher Gegen-stand des dänischen Bankwesens sind die sogenannten Bank-haften.
Aarhuus, Stadt in Jütland, am Kattegat, hat eineFilialbank der Nationalbank zu Kopenhagen.
Alton«. Hier bestand früher eine Species-,Giro-und Leihbank, bloß für die Stadt im I. 1776,am 11. Oktbr. errichtet. Durch eine gesetzliche Verordnungvom 20. Febr. 1788 wurde dieselbe mit der durch dieselbeVerordnung hier gegründeten Schleswig-Holsteini-schenSpeciesbank vereinigt. Mit dieser neuen Bank,deren Urheber der Graf Schimmelmann war, beabsichtigteman Beförderung und Erleichterung des Handels in denHerzogthümern Schleswig und Holstein, der HerrschaftPinneberg und der Grafschaft Rantzau. Die Bank sollte
die zum Handel und zu den Gewerben nöthigen Kapitaliengegen andere, in Münze umsetzbare, Wcrthdinge in Bereit-schaft haben und hergeben können. Für diesen Zweck gabder dänische König aus seiner Kasse der neuen Specicsbank600,000 Thaler Species, und verwendete die dafür empfan-genen Bankzcttel bei zu leistenden Zahlungen, nahm sie auchdagegen „als baare Zahlung", der Verordnung gemäß.Die Bank war eine Giro-, Leih- und Zettelbank, auf einenmöglichst unbeschränkten Kredit berechnet. Bankzettel wur-den nur für die in der Bank deponirten baaren Species aus-gegeben, und Darleihen nur auf Gold oder Silber, und nurauf drei Monate gegeben. Im Discontiren der Wechseldurfte der discontirte Gesammtbetrag das Verhältniß von5 zu 9 nicht übersteigen. Es war nicht gestattet, für dirauf dem Folio verzeichneten (Giro) Summen Zettel aus-zustellen, oder diese Summen zu Darleihen oder zum Dis-contircn zu gebrauchen. Indessen war die Benutzung derBank mit mancherlei Formalitäten verbunden, die besondersdem altonaer Kaufmann unangenehm waren. Namentlichwar es ein wesentlicher Mangel der Bank, daß man nichtdas Wechselgeschäft in ihrem Wirkungskreise aufgenommenhatte. Sie war ferner eine Staats-Bank und der Gewinnfloß deshalb in die Finanzkaffe, kam also der kaufmänni-schen Thätigkeit nicht zu Gut. Als ein großer Uebelstandwird von Unterrichteten auch das bezeichnet, daß das altonaischkBank-Komtoir mit der Bank in der engsten Verbin-dung stand, indem der administrirende Direktor dieses Kom-toirs zugleich an der Direktion der Bank Theil nahm. Dis-contirt hat die Bank nur mit 130,000 zu 930,000 Species.Ihr jährlicher Gewinn betrug, nach Abzug aller Kosten,ohngefähr 20,000 Species. Die Bank bestand bis zumI. 1813.
Durch die Auflösung der schleswigisch-holsteinischenBank, vermöge einer Verordnung vom 8. Januar 1813,litten die Herzogthümcr einen sehr großen Verlust, wcildie Bankzettel bis in die Mitte des Jahres 1812 fast dembaaren Silbergelde gleich cirkulirt hatten. Die Bankzettetwurden nun mit 30 Proc. baaren Silbergcld und 50 Proc.in unaufkündbaren 6^ Proc. tragenden Obligationen derReichsbank, auf Silberwerth lautend, eingelöst. Die Bankhatte sich so lange gehalten, und löste während der Kriegs-jahre ihre Zettel mit Münze ein, überhaupt genossen ihreZettel fortwährend Kredit. Vom Oktbr. 1807 bis 1809hat die Bank ^ ihrer Zettel eingelöst und die noch cirkuli-renden betrugen 892,500 Species. Im Jahre 1811 wardieser Betrag durch fortgesetzte Einlösung auf 693,876Species vermindert. Zugleich discontirte die Bank Wech-sel auf die königlichen Institute, das Banco-Conto und dasFischerei- und Handelsinstitut, deren Betrag im August1812 sich auf 441,663>/2 Species belief. Als das Kriegs-toben dem Bankort Alton« immer näher kam, wurde dievorhandene Bankbaarschaft von 280,000 Species am 13.August 1812 nach Rendsburg geschafft. Bei der Auflö-sung der Bank war der Betrag der cirkulirenden Zettel840,300 Species. So führten widerwärtige politische Ver-hältnisse und Mißbrauch des Bankinstituts dessen Unter-gang herbei. Eine Uebersicht ihrer Wirksamkeit gewährtfolgende: