Bank
221
Bank
Tabelle über den Zettel-Umlauf, den Münz-behalt und das Disconto-Wesen der Schlesw.Holst. Bank, von 1788 bis 1812.
Jahr
Zettel-Umlauf
Münzbehalt.
Disconto-Be-
lauf
Species.
Species.
Species.
1788
196,604
196,600
—
1789
237,768
207,768
—
1790
611,260
448,508
174,434
1791
605,240
437,740
181,121
1792
649,612
465,612
194,362
1793
811,408
881,908
246,710
1794
1,326,468
849,968
504,119
1795
1,472,228
943,428
556,940
1796
1,672,280
1,071,480
633,330
1797
1,819,576
1,162,276
684,233
1798
1,917,640
1,213,640
721,266
1799
1,467,400
766,300
706,549
1800
1,667,804
937,861
726,846
1801
1,671,300
939,000
731,655
1802
1,761,600
1,072,000
720,867
1803
1,402,360
890,924
608,790
1804
2,072,444
1,156,344
961,477
1808
2,221,200
1,246,600
983,610
1806
1,813,408
1,038,908
788,134
1807
2,124,240
1,177,924
943,084
1808
1,999,900
1,112,000
898,736
1809
892,588
401,196
521,889
1810
1,328,360
742,360
620,312
1811
693,876
194,076
519,110
1812
719,960
284,660
437,133
Damals bestand zu Alton« auch ein Leih-Institut,das ebenfalls Zettclgeld ausgab. Seit dem Jahr 1802waren es 8 Reichsthalerzettel, und seit einer Verordnungvon, 19. Dccbr. 1810 zinsentragcnde Assignationen zumBelauf von 1,200,000 Rthlr. Curant. Bei der Auflösungdes Leih-Jnstituts zugleich mit der Bank wurden die Fünf-thaler-Iettel mit 8 Rbthlr. Zetteln eingelöst.
Zur Ablösung war bis in die neueste Zeit ein schles-wig-holstcinisches Bank-Institut in Alton« thätig. AmEnde des Jahres 1814 betrug dessen Schuld an die Bankin Kopenhagen noch 848,308 Rbthlr. 32 Schilt., so daßdie Bankhaft im I. 1848 etwa 8 bis 6 Proc., also ohnge»fähr 073680 Rbthlr. betragen wirk. Uebrigens steht dasInstitut in Liquidation, und wegen der bestrittenen olden-burger und augustusburgcr Bankhaften von 366,129 Rbthlr.14 Schill. ist bestimmt worden, daß dieselben von der Natio-»albank in Kopenhagen als Zahlung angenommen werden.
In der neuesten Zeit hat man Concession für einefehle swig-holsteinische Landesbank zu erhaltengesucht; dieselbe ist jedoch (1846) verweigert worden. Diesist aber natürlich, weil zu Flensburg eine Filialbank vonder Bank in Kopenhagen besteht, die durch jene Concessionbeeinträchtigt werden würde. Uebrigens erkennt man eine»Zwiespalt zwischen Schleswig-Holstein und dem eigentliche»Dänemark auch in der neuesten Verordnung der schleswig-holsteinischen Regierung auf Gottorp (1840, Juli), daß dassogenannte schleswig-holsteinische Bankgeschäft zu Flcns-burg für seine Wechsel-Blankcts das schleswig-holsteinischeWappcnstempel nicht mehr brauchen dürfe.
Flensburg, Stadt in Schleswig, besitzt eine Filial-bank der Nationalbank zu Kopenhagen.
Kopenhagen. Hier entstand unter dem KönigeChristian dem Sechsten eine Assignation-, Wechsel- undLeihbank, später gewöhnlich Curant-Bank genannt. Siewar ursprünglich eine Privatanstalt, auf 1000 Actiena 300 Rthlr. mit 300,000 Rthlr. Curant Kapital gegrün-det, die, von der Regierung durchaus unabhängig, durchdie Octroi (Freibrief) vom 29. Oktober 1736 auf 40Jahre, so wie durch das Reglement vom 3. November1736 ausgedehnte Rechte nebst der Erlaubniß, einlös-liche Bankzettel auszugeben, erhielt. In der Verordnungheißt es ausdrücklich, daß „alles in unbeschränkter Weiseden Interessenten selbst überlassen werde, wie sie sich ambesten rücksichtlich der Beschlüsse und Bedingungen würdeneinigen können, und nie soll ein Eingriff geschehen, eben sowenig solche Ansinnen oder gar Veranstaltungen, die denSchaden der Bank und das Schwanken oder gar Beeinträch-tigen des Kredits bezwecken könnten." Die erste Admini-stration, in einer Generalversammlung der Actionäre am23. Dccbr. 1736 gewählt, bestand aus sieben Direktoren,davon zwei Gcsetzkundige und fünf Kaufleute waren, mitfestem jährlichen Gehalt. Die Eröffnung der Bank geschahim März 1737.
Die Hoffnung, welche man von der Errichtung undEröffnung dieser Bank bei dem in Dänemark täglich fühl-barer werdenden Mangel an Cirkulationsmitteln für För-derung und Erweiterung des Handels hegte, wurde nichtganz erfüllt. Theils fehlte der Direktion die nöthige Kennt-niß und Erfahrung, theils auch wurde die ganze Grundlagedes Instituts dadurch erschüttert, daß die Regierung nacheinigen Jahren gegen ihre Zusicherung der Unabhängigkeitder Bank sich Eingriffe gegen deren Rechte erlaubte. Dieswar um so gefährlicher, als die Bank ihre Thätigkeit nichtmit dem vollen Bankkapital, sondern nur mit 223,000Rthlr. begann, und die Direktion im Darleihengeben unbe-schränkt verfuhr. So hatten von ihr nach und nach dieTuchfabrik 132,000 Rthlr., das Salzwcrk auf Christians-hafcn 30,000 Thlr., bedeutende Summen auch die islän-dische und die westindische Kompagnie, das Ockonomie- undKommerz-Kollegium, so wie die Direktoren selbst erhalten.Aus persönlichen Rücksichten wurde von diesen Summenkeine Rückzahlung verlangt. Dagegen sollte nun der Be-schluß der General-Versammlung vom 14. April 1741 hel-fen, die Darleihen nicht über eine Million Rthlr. zu ver-mehre». Indessen wurVc dieser Beschluß schon wieder durcheinen anderen der Kommissare vom 26. Juni 1742 aufge-hoben und die Darleihen vermehrt, z. B. an das See-hospital. Dies überstieg die Kräfte der Bank. Der Ge-winn vermehrte sich zwar; jedoch war derselbe nur eben einscheinbarer oder doch ein der Bank nachtheiliger, indem derBank dabei Baarschaft fehlte, und sie dieselbe auf Wechselund Kassenanweisungen, so wie durch Cursgcschäfte vonHamburg sich verschaffte. Ueber diese Geschäfte wurden ge-heime Bücher gehalten. Die Ausstände blieben uneinge-fordert. Im I. 1744 wurde auch ein Blanko-Krcdit von100,000 Rthlr. Curant bei einem londoner Handlungshauseabgenutzt. So lange die Bank einen guten Kredit genoß,