Privatpersonen zu 2 Proc., Gerichten von (Pupillen - undStiftungsgelder, seit Oktober 1838) zu 2>/z Proc. jährlicheZinsen und zu jeder Zeit rückzahlbar aufgenommen werden.Die Darleihen werden auf Hypotheken, Staatspapiere,Waaren und selbst auf persönlichen Kredit gewöhnlichgegen 3 Procent, öfter auch nur gegen 4 Procent gege-ben. Die Hälfte des reinen Gewinns fließt der Regierungzu. Derselbe betrug jährlich von 1832 bis 1837 durch-schnittlich ohngefähr 17,000 bis 40,000 Gulden. In Ans-bach, wo die Bank früher war, besteht eine Filiale.
Bremc n.
hat eine Disconto-Kasse, auf Actien gegründet. Siediscontirt Wechsel, nimmt aber auch Kapitalien zu 2 bis 3Proc. jährlichen Zinsen gegen Obligationen mit zweimonat-licher Kündigung an und benutzt dieselben im laufendenDisconto.
Hamburg.
Hier besteht noch die einzige bestehende Giro-Bank(Zirkel-Bezirks-Bank), ausschließlich für den Ham-burgischen großen Handelsverkehr, obschon auchFremde, durch Vermittelung hamburgischer Kaufleute, Theildaran haben können. Diese Bank wurde im I. 1619 errich-tet, um den Hamburgischen Handel vor den Nachtheilender damals allgemein herrschenden Münzverschlechterungund Münzverwirrung in den verschiedenen Staaten undStädten zu sichern. Deshalb wurde in der HamburgerBank, wie in den alten Banken von Amsterdam, Venedig,Genua, und bald auch in der zu Nürnberg eine Bank-Valutafür alle Bankzahlungen, nämlich 9>/, Speciesthaler auf diefeine Mark, festgesetzt. Dies war das ursprüngliche Bank-geld, wie es noch jetzt Mark Banco genannt wird, obschonder Fonds der Bank nicht mehr in geprägter Münze, son-dern in Silberbarren besteht. So wie jetzt die Bank denInteressenten das Guthaben in Silberbarren zu 27 Mark12 Schill. Hamburger Banco auf die feine Mark auszahlt,so geschah dies ursprünglich in Speciesthalern bis 1760.Dieses Mark Banco bezeichnete den Preis des Silbers imHandel. Indessen vermochte die Bank nicht den nachthei-ligen Umlauf eines geringer ausgemünzten Geldes zu hin-dern. Der enge Handelsverkehr Hamburgs mit den däni-schen Landen führte natürlich dänisches Curant-Geld aufden Platz. So lange dasselbe seit dem I. 1693 nach demlübischen Münzfuß ausgeprägt war, war man in Hamburgdamit zufrieden, als es aber seit 1711 um 17 Proc. verrin-gert wurde, verschwand das gute Hamburger Curant. Umdiesen Nachtheil zu beseitigen, ließ Hamburg eine halbeMillion Rthlr. Hamburg. Curant nach dem lübischen Münz-fuß prägen und bestimmte auf dies Curant gegen HamburgerBanco ein Agio von 16 Proc., von dem das dänische schlechteCurant ausgeschlossen wurde. In Folge davon verbotDänemark am 10. Dec. 1726 jeden Handelsverkehr mitHamburg und Lübeck. Hamburg beharrte in seinem Ver-fahren und errichtete im I. 1726 eine Curant-Bankneben der schon bestehenden Giro-Bank, die bis 1736 thätigblieb, wo Dänemark versprach den Münzfuß von 1693 wie-der anzunehmen.
Um die Handelsgeschäfte zu erleichtern und namentlichdie Geldangelegenheiten in einem und demselben Münzfüße
abzumachen, werden alle Zahlungen, die nicht unter 100Mark betragen, durch die Bank abgemacht, durch Abschreibenvon der Rechnung des Einen und Zuschreiben auf die Rech-nung des Andern, ohne daß ein Stück Geld angerührt oderbesondere Kassirer mit Hin- und Wiederzählen beschäftigetwerden. Wer von den Hamburger Kaufleuten ein Contooder eine förmliche Rechnung in den Büchern der Bankeröffnet haben will, muß wenigstens 100 Mark Banco hin-ein schreiben lassen, oder sich ein Folium durch Einbringungeines angemessenen Werthes in Silberbarren, welche auf152/z Loth fein rafsinirt worden sind, verschaffen. Hierliegt dieser Werth nicht nur sicher verwahrt und erleidetkeine Abnutzung, sondern wird auch richtig verwaltet,trägt aber natürlich keine Zinsen ein, im Gegen-theil wird für die Verwahrungs- und Verwaltungskostenstatt der gutgebrachten 27^ Mark Banco für jede in denSilberbarren enthaltene kölnische Mark fein, der Belaufvon 27»/, Mark Banco, also 2 Schillinge Banco mehr,abgeschrieben. Freilich liegt auf diese Weise ein großerSchatz in Silberbarren gleichsam todt aufgehäuft, welcherin der blühendsten Handelsperiode Hamburgs gegen 40 Mil-lionen Mark betragen haben soll; indessen erfordert es dieSicherheit und Ruhe der dabei Betheiligten, und nirgendsin der Welt kennt man, bei der zweckmäßigen Einrichtungund treuen Verwaltung dieser Bank, ein glaubenfesteres,unerschütterlicheres Geld, als die Hamburger Bancomark.Zufolge eines Gesetzes vom 7. Aug. 1846, wird vom folgen-den 13. Aug. an, unter unveränderter Beibehaltung desPreises von 27 Mark 12 Schill. Banco für die Mark feinfür aus derselben zu entnehmendes Silber, auch das i»dieselbe einzulegende zu demselben Preise von 27 Mark12 Schill., jedoch mit Abzug von 1 pr. Mille, angenommenwerden. Die bisherige Annahme nur zu 27 Mk. 10 Schill.die Mark fein, was einen Abzug von beinahe V» Proc. aus-machte, ist also auf 1 xr. Mille vermindert, während dieunter allen Umständen geltende Verpflichtung der Bank,jedem Interessenten sein Guthaben allezeit in Silber zu27 Mk. 12 Schill. fein zu gewähren, unverletzlich fortbe-steht. — Obschon in den Zeiten der Napoleonischen Zwings-herrschaft der bekannte französische Heerführer Davoust sichbeigehen ließ, das damals der Rank anvertraute Gut ansich zu nehmen und fortzuschaffen, ein Werth, der zu jenerZeit (1813) 7,833,438 Mark 10 Schill. Banco, oder13,317,981 Francs 83 Centimen betragen haben soll; so istdennoch die Solidität dieser Bank dadurch nicht dauernderschüttert worden, da dieses Ereigniß weder vorauszusehenwar, noch schnell genug abgewandt werden konnte. Nachdem Bericht des Herrn Bankdirektor C. N. Pehmöllcr(Hamburg, 1814) war am 4. November 1813 das Gut-haben sämmtlicher Bank-Kreditoren: 7,489,343 BancoMark 12 Schill. 6 Pf., welches, nebst dem Bank-Eigen-thum von 17,612 Banco Mark 7 Schill. 6 Pf., zusammenmit 7,306,936 Banco Mark 4 Schill. von der französischenBehörde vom 11. November 1813 bis einschließlich den 17.April 1814 gänzlich hinweggenommen ward. Die rundeZahl der Folien (Blätter oder doppelten Blattseiten)in den Büchern der Hamburger Bank, welche sich im Jahre1727 bis 1738 auf 3100, 1742 bis 1748 auf 8600 , imJahre 1789 auf 7100, im Jahre 1762 aber schon bis auf