Bank
2L5
Bank
Summa der Activa 41,688,876 Thlr. 8 Sgr. — Pas-siva sind: 1) Depositen-Kapitalien 23,991,329 Thlr.7>/i> Sgr.; 2) schuldige Depositen-Zinsen 366,213 Thlr.171/2 Sgr.; 3) die vom Staat gegen Deponirung vonStaatsschuldscheinen empfangenen Kaffen-Anweisungen 6Millionen Thlr.; 4) von Staatskassen empfangene Vor-schüsse und Einnahme-Revenüen 3,221,166 Lhlr. 2 Sgr.;5) Guthaben von Instituten und Privatpersonen mit Ein-schluß des Giro-Verkehrs 3,089,622 Thlr. 22 Sgr. Summeder Passiva 40,668,331 Thlr. 19 Sgr. Es bleibt alsoUeberschuß 990,344 Thlr. 19 Sgr.
Mit dem Provinzial-Comtor der Berliner Haupt-bank in Danzig ist seit 1839 eine Giro-Bank vereinigt.
Stettin. Hier besteht eine auf Actien gegründete rit-terschaftliche Privatbank, die Leih-, Disconto- und Wechsel-geschäfte macht. Das Gesellschafts-Kapital von 1,833,000Thlr. ist durch 3069 Actien 0 zu 800 Lhlr. zusammenge-bracht. Im Bankjahr 1844 bis 1843 (Ende Juli) belief sichder Umsatz auf 49,431,621 Thlr. 10 Sgr. 1 Pf. Angelegtwurden im:
Leih-Geschäft . . . 4,432,902 Thlr. 19 Sgr.
SPfl
Disconto-Geschäft . 2,763,773
- 13
-
3 -
Wechsel-Geschäft. . 13,306,537
- 19
-
3 -
zurückgezahlt wurden davon im:
Leih-Geschäft . . . 2,486,612
- 13
-
10 -
Disconto-Geschäft . 1,001,716
- 9
-
2 -
Wechsel-Geschäft. . 11,468,239
- 28
-
3 -
Es blieben also in diesen Geschäften
Activa. 3,846,643
- —
-
8 -
weniger als 1843 . 398,716
- 10
-
11 -
Das Geschäft wurde absichtlich wegen des herrschendensehr beträchtlichen Handels mit Eisenbahnpapieren einge-schränkt, um das baare Kapital bereit zu haben.
Von dem Gewinn im Jahr 1843 bis 1844:an Disconto-Iinsen . 97,129Thlr. 29Sgr. II Pf.
- Darleih-Zinscn. . 100,434 - 24 - 9 -
- Staatsschuldschein-
Zinsen. . . .
17,300
-
—
-
—
-
- Gewinn und Zinsen
in Effekten . .
15,231
-
1
-
2
-
- Gold-Conto. . .
98
-
24
S
3
-
im Wechselgeschäft . .
104,514
-
23
-
3
-
Provisionen ....
2438
-
3
-
4
-
andere Contos . . .
222
-
2
-
11
-
sind abzuziehen:
337,623
-
19
-
9
-
Depositen-Zinsen . .
147,122
-
18
-
9
-
Actien-Zinsen . . .
61,222
-
20
-
—
-
laufende Zinsen . . .
38,263
-
28
-
4
-
Gratification . . .
2800
-
—
-
—
-
Vcrwaltungskosten. .
32,043
-
23
-
4
-
also bleibt Ueberschuß . .
59,470
-
20
-
4
-
davon ein Dritttheil zum
Reserve-Fonds....
19,823
-
16
-
4
-
»ertheilt wurden auf die Actien
39,647
-
4
-
—
-
Sachsen.
Ohngeachtet Leipzig seit Jahrhunderten seyr besuchteMessen hat, so besaß es doch bis in die neueste Zeit keine
Bankanstalt, wie Hamburg und Nürnberg. Im Anfangdes Jahrs 1700 wurde zwar eine Deposito-Bank miteinem Fonds von 120,000 Thlr. gegründet, die unter demEinfluß der Regierung stand; aber ihr Bestehen war vonkurzer Dauer, weil sie sehr hohe Zinsen berechnete und auchihre übrigen Einrichtungen der Benutzung sehr widerwärtigwaren. So blieb Leipzig ohne Bank bis in das Jahr 1823,wo die angesehensten Kaufleute des Platzes auf Actien eineDisconto-Kasse gründeten, um durch dieselbe die ge-genseitigen Zahlungen zu erleichtern. Sie discontirte,machte Darleihen und zog daraus einen bestimmten Ge-winn; sie gab auch sogenannte Disconto-Kassen-Scheine, aber nur auf 100 Thlr. Rennwerth aus, diedem baaren Geld gleich circulirten und gesucht waren. DerGründungs-Fonds dieser Kasse war 250,000 Thlrn. auf500 Actien 0 300 Lhlr. Der jährliche Gewinn wurde zurHälfte für die Vcrwaltungskosten und zur Bildung einesReserve-Fonds angewendet, und zur Hälfte unter die Actio-näre vertheilt. Ihr Wirkungskreis war indessen zu be-schränkt, und die Verkehrsverhältniffe des Platzes und desganzen Landes machten die Begründung einer entsprechen-den Bankanstalt nothwendig. So entstand dieLeipzigerBank, die mit Ende Februar 1839 unter Genehmigungder Staatsregierung ins Leben trat. Dieselbe hat dasRecht, an allen geeigneten Orten des Königreichs Zweig-Banken zu errichten. Im Jahr 1842 wurde daher eineZweigbank zu Chemnitz und ein Bank-Comtor zu Dres -den errichtet.
Die Statuten der Leipziger Bank.
I. Fundation und Bestimmung der Bank im Allgemeinen.
§. 1. Der Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb dervon ihr unter der Oberaufsicht der Staatsregierung zu Leip-zig gegründeten und von letzterer privilegirten Geldbank. —§. 2. Die Bestimmung der Bank ist, den Geldvcrkehr imInnern zu beleben, wie der nachstehend unter II. bezeichneteGeschäftskreis derselben näher angiebt. — H. 3. Zweig-banken können an allen geeigneten Orten errichtet werden,was sofort nach Begründung der Bank in Dresden undChemnitz geschehen soll, soweit nicht in beiden genanntenStädten, oder in einer derselben, die Errichtung einer selbst-ständigen Bank erfolgt, welchenfalls die Hauplbank zuLeipzig von obiger Verpflichtung gegen beide Städte, odergegen diejenige derselben, welche eine eigne Bank erhält,sofort entbunden wird. — H. 4. Das Actienkapital derBank besteht aus 1,500,000 Thlr. im 21 Guldenfuße, in6000 Actien i> 230 Thlr. — H. 5. Bei der Unterzeichnungsind von den Actionären 23 Proc. des Rominalwerths derActien gegen Empfang eines nach dem Schema ausge-fertigten, von zwei Mitgliedern des provisorischen Bank-Comitts unterzeichneten Quittungsbogens eingezahlt wor-den. Die übrigen 75 Proc. werden, soweit es nicht bereitsgeschehen, nach Maaßgabe des Bedürfnisses in Raten vonhöchstens 23 Proc. des Nominalwerths der Actie vom Di-rektorio eingefordert. — H. 6. Diese Quittungsbogen lau-ten auf den Namen des Inhabers und sind bei jeder Ver-änderung des Eigenthums zu überschreiben. Die Ueber-schrcibung geschieht auf dem Quittungsbogen selbst underfordert die Namensunterschrift des vollziehenden Direktors