Bank
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Bank
Königreich beider Sicilien.
Im Königreich Neapel bestanden ehemals sieben Ban-ken, deren Zweck es war, alle Zablungen zu bewerkstelligen,welche nicht unter 10 Ducati betrugen. Wer nun im Fallewar, Zahlungen leisten zu müssen, suchte sich in einer odermehrern dieser Banken Kredit zu verschaffen, um jene insicherer und rechtsbeständiger Weise zu bewirken.
Jetzt bestehen andere Banken im Königreich in dessenHauptstadt Neapel. Die Gründung der Bank beiderSicilien, baue» äello äuo8icilio, oder St.-Jacobs-Bank, kanca äi 8anto lacobbo, wurde von der Regierungschon am 7. Dcbr. 1808 beschlossen und angeordnet, aber siewurde erst am 1. Januar 1810 eröffnet.
Ihr ursprünglicher Fonds war 1 Million Ducati, auf4000 Aktien, L 230 Ducati vertheilt und durch Ländereiengarantirt. Sie discontirt Wechsel, nimmt Gelder injeder Größe als Deposita gegen Empfangsscheine an,giebt Darleihen auf Gold, Silber, Staatspapiere undWaaren, berechnet aber nicht über 8 Proc. jährliche Zinsen;betreibt auch Geschäfte auf eigene Rechnung; be-sorgt alle Zahlungen für die Regierung, gegen deren Anwei-sungen auf die Bank; giebt Banknoten (kolstre) aus,die auf Verlangen eingelöst werden und in Neapel dem baa-ren Gelde gleich umlaufen. Diese Bank trat in die Stelleder aufgelösten sieben älteren Banken und übernahm auchderen Deficit von mehr als einer halben Million Ducati,indem die im Umlauf befindlichen Noten um so viel denbaaren Geldvorrath überstiegen. Durch eine im Herbst 1843erlassene königl. Verordnung erhält die Bank eine Filial-Anstalt auf der Insel Sicilien.
Die. Lauen stuttuaria, Renten-Bank, wurde imI. 1827 von Andrea Pietrapertosa mit einem Kapital von600,000 Ducati, durch 10,000 Actien zu 60 Ducati, ge-gründet. Zweck derselben ist Beförderung des Handels,indem sie dem Gewerbtreibenden, den Güterbesitzer und demManufakturisten gegen hinreichende Sicherheit Darleihengiebt. Sie befördert auch gute Handelsunternehmungen;versichert auch Gehalte und Pensionen; nimmt Gelder unterden verschiedensten Bedingungen zur Verzinsung an undschließt auch Handels-Spekulation nicht aus. Sie wirdgut verwaltet und gedeiht; deshalb stehen ihre Actien sehrhoch im Curs. Der reine Gewinn war im Jahr 1832100,000 Ducati, also 162/z Proc. des ursprünglichen Kapi-tals. Davon wurde die eine Hälfte unter die Actionärevertheilt, durch die andere aber das Kapital vergrößert.
Die Lompagnia seboria promotrice äelio Industrie nario-oali wurde 1833 im März vom Marchese Nunziante, Contedi Camaldoli und Commendatore Caropreso gegründet undwird auch kanca seberia genannt. Der Gründung-Fondsbesteht in 1 Will. Ducati, auf 20,000 Actien i> SO Ducati.Diese Gesellschaft bezweckt die Beförderung der Industrieund des Handels, durch Unterstützung bei Verbesserungen inden Gewerben, dem Ackerbau, den Manufakturen und demHandel. Ihr Geschäftskreis umfaßt alles, was sich aufWechsel, Cautionen, Pfänder und Vorausbezahlung vonGehalten bezieht, so wie jede Art von Versicherungen, na-mentlich gegen Erdbeben und Ausbrüche des Vesuvs. Zu-gleich hat sie mehrere industrielle Etablissements auf eigeneRechnung angelegt.
Die Societa inänstriale partenoxea wurde ebenfalls imMärz 1833 von Caclo Cervati, mit einem Fonds von600,000 Ducati, auf 20,000 Actien ä 30 Ducati gegründet.Ihr Zweck ist die Beförderung aller Zweige der Landwirth-schaft, der Schaafzucht, des Handels, der Künste und Ma-nufakturen ; zunächst beschränkt sie sich aber auf die Urbar-machung größerer Ländereien durch die Austrocknung vonSümpfen.
Die Societö snonima commercials wurde im I. 1833gegründet. Ihr Kapital besteht in 320,000 Ducati, auf800 Actien ä 400 Ducati. Ihr Zweck ist der Handel.
Die Lanca äi circolariono a garantia wurde im I. 1833mit einem Kapital von 400,000 Ducati durch 10,000 Actienü 40 Ducati gegründet und ist eine Art Giro-Bank.
Spanien
hat nicht bloß in Madrid mehrere Banken, sondern auch inanderen Städten bestehen solche Anstalten.
In Madrid wurde im Jahr 1782, 2. Juni, vonKarl III. die spanische Rational-Bank, gewöhnlichSän Carlos-Bank genannt, mit einem Kapital von300 Mill. Reales de Vellon oder 13 Mill. Piaster, in130,000 Actien, jede zu 2000 Reales de Vellon oder 100Piaster, errichtet. Der Zweck dieser Bank war nach ihrenStatuten: 1) eine Haupt-Disconto-Kaffe für alle Wechsel-briefe, Schuldscheine und königliche Zahlungsscheine zu bil-den. Die Zinsen für den Wcchsel-Disconto wurden auf I Prc.jährlich festgesetzt. 2) alle Bedürfnisse der Verwaltung, derArmen und des Seewesens auf den Zeitraum von 20 Jahrenzu übernehmen gegen eine Provision von 10 Proc.; 3) dieZahlungen der Krone an das Ausland gegen 1 Proc. Kom-missionsgebühren zu vollziehen. Mehrere Jahre nach ihrerErrichtung sing sie an, Banknoten auszugeben, welchein Spanien dem baaren Gelde gleich cursiren sollten, vondenen die niedrigsten auf 200, die höchsten auf 1000 Realesde Vellon lauteten. Die Regierung nahm die Fonds derSan-Carlos-Bank außerordentlich in Anspruch, so daß die Forde-rungen der Bank an den Staat sich 1829 auf 309 Mill. R.beliefen, die zum Theil bereits liquidirt, andern Theils noch zuliquidsten waren. Dieses mißliche Verhältniß wirkte auf denZustand der Bank; je nachdem nun der Kredit des Staatsstärker oder schwächer war, schwankte auch das Vertrauenin die Bankaktien, welche am 14. Juli 1828 in Madridmit 84 Proc. Verlust oder 16 Proc. wirklichem Werth aus-geboten wurden, ohne Käufer zu finden. Am 23. Juni1829 ward daher zwischen einer königlichen Kommission undder Administration der Bank Sän Carlos ein Vertragzur Tilgung der Forderungen der letztern an die Staats-kasse abgeschlossen. Die Bank verzichtete darin auf alleihre Forderungen an den Staat gegen Zahlung von 40 Mill.Reales de Vellon und liquidirte. Diese 40 Mill. bildetendas Grundkapital einer neuen Bank, welche durch eine könig-liche Cedula (Kabinetsbefehl) vom 9. Juli 1829 unter demNamen:
Spanische Bank von Sän Fernando miteinem Fonds von 60 Mill. Reales de Vellon entstand. DasKapital ist auf 30,000 Actien a 2000 Reales de Vellon ver-theilt. Ihre Concession lautet auf 30 Jahre. Sie erhieltdas Recht, nach ihrem Ermessen in den Provinzial-