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Erster Band. A - G.
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Hauptstädten, so wie in den Seehäfen Zweigbanken ein-zurichten und Banknoten in Abschnitten von 800, 1000und 4000 Realen auszugeben. Dies letzte geschieht seit1830 und schon im Jahr 1832 sollen gegen 12 Will. Rea-len im Umlauf gewesen sein. 1) Die Bank discontirt Han-delspapiere, welche innerhalb 100 Lagen verfallen und dreiGiros haben,von denen eins von einem madriderHandclshauscsein muß. 2) Sie besorgt die Einziehung laufender undbaarer Werthe. 3) Kaufleuten giebt sie laufende RechnungsLontocarrcvt) für die Summe von wenigstens 20,000 Nvn.,empfängt und zahlt darauf gegen Kommissionsgebühren.4) Sie nimmt freiwillige und gerichtliche Depositen an fürdie sie 2 Promille halbjährliche Vergütung berechnet. 8) Siemacht Darleihen auf Pfänder an Privatleute, ohne abermehr als drei Viertel des Pfandwerthes und länger als sechsMonate Ausstand zu gewähren. 0) Sie besorgt ferner Geld-geschäfte der Regierung. Indessen entstehen ihr aus die-sem Verhältniß nicht unbedeutende Schwierigkeiten. 7) DieBanknoten sind bei Vorzeigung an den Inhaber zahlbar,dürfen aber nur durch die Bank in Madrid ausgegebenwerden. Der Uebertrag der Actien an neue Besitzer kannnur durch Vorbemerkung in dem Register der Bank beglau-bigt werden. Uebrigens hat jeder Fremde das Recht, Bank-Actien zu kaufen und sich an den Operationen der Bank zubetheiligen, jedoch an der Verwaltung kann er sich nicht be-theiligen. Im Kriege soll das Kapital der Bank geschontwerden. Die Dividende wird alle sechs Monate ver-theilt. Ist der reine Ertrag unter 6 Proc., so wird er ganzvertheilt, erreicht er aber diese Höhe oder ist er höher, sowird die Hälfte des Mehrbetrages mit vertheilt, die andereHälfte aber zum Reservefonds zurückbehalten. Erreichtderselbe die Höhe von 4 Millionen Reales de Bellon, sokann die Verwaltung denselben zum Nutzen der Gesellschaftverwenden. Nach der Rechnung von 1844 bestand der Re-servefonds in 6,700,373 Reales de Vellon und die Dividendewar 22 Proc.

Die Bank Jsabella II. zu Madrid wurde mit einemActien-Kapital von 100,000,000 Reales gegründet, nach-dem die Fernando-Bank durch ihr Verhältniß zur Regie-rung in Mißkredit gerathen war. Es wurden anfangs nurV- von den Acticn zur Zeichnung frei gegeben, später aberder Rest mit einer Prämie von 28 Proc. zum Vortheil derBankbetheiligten verkauft. Nach dem Abschluß von 1843,31. Jan. bclief sich der Umsatz im Diskonts: in Madrid auf71,830,830 Reales mit 1,074,738 R. Gewinn; in den Pro-vinzen auf 70,130,348 R. mit 844,329 R. Gewinn. DerBorschuß auf Effekten betrug 43,338,332 R. mit einemGewinn von 363,820 Reales. — Im Juli 1846 machte dieDirektion der Bank bekannt, daß der vortheilhaste Ge-schäftsgang, die Ausdehnung der industriellen und Handels-unternehmungen, so wie der wachsende Anspruch an die Bankbei dem fortwährenden Steigen des Curscs der Aktien zudem Beschluß bewogen habe, die Ausgabe der Banknotenund zugleich das Kapital um 10 Will. Realen zu vermeh-ren; sie forderte deshalb die Actionäre zur Einzahlung auf.

Eine andere neue Bank ist die Oanco äe la Union, aufAktien gegründet.

Die Oaneo axricol:, pcnin.-nilar ist, zur Unterstützung derLandwirthschaft auf der Halbinsel, mit einem Kapital von

28,000,000 Realen auf 12,300 Actien l> 2000 Realen ge-gründet. Sie macht Darleihen auf Grundstücke, landwirth-schaftliche Erzeugnisse rc.

Außerdem bestehen Banken in den Städten A.icante-Gijon, Oviedo, Reus, Santander, Sän NagValencia, Vittoria.

Süd-Amerika.

Von den Staaten in Süd-Amerika haben bis jetzt nurBrasilien und Venezuela Banken.

In Brasilien

bestehen zu Riv-de-Janciro zwei Banken: eine Bankvon Brasilien und eine Bank von Rio-Janeiro. Im I.1814 ward die in R i o Ja n e ir o von Privatleuten gegrün-dete Bank unter dem Namen llanco so kresil zur National-bank erhoben und auch sogleich vorn Staate zur Abhülfeverschiedener Bedürfnisse bedeutend in Anspruch genommen,wodurch jedoch ihr Kredit litt, was aber noch weit schlim-mer wurde, als der König Johann bei seiner am 26. April1821 erfolgenden Einschiffung zur Rückkehr nach Portugalbedeutende Geldsummen aus der Bank entnahm und mitsich fortführte. Er verpfändete zwar einen Theil der Kron-diamanten, dieselben wurden aber später ohne Rückzahlungdes darauf erhobenen Geldes nach Europa gebracht. Nach-dem im I. 1823 das nunmehrige Kaiserthum Brasilien vomMutterlande Portugal sich förmlich getrennt hatte, ließunter andern neuen Einrichtungen der Kaiser Dom Pedroim Frühjahr 1829 den Plan einer neuen Bank entwerfen,und die neue Bank ward mit 80,000 Actien zu 200 Mittels,oder mit einem Kapital von 10 Millionen Mittels oder10,000 tlonlos säe Ilels), errichtet. Der Mißkredit des sichschnell mehrenden Papiergeldes der Bank aber erschwerteden Verkehr sehr und steigerte den Zinsfuß von 12 auf 18Procent, während die Provinz Pcrnambuco sich unausge-setzt weigerte, Papiergeld anzunehmen. Um die Schuldender Regierung an die Bank zu decken, wurden mehrereKlöster und Kirchcngüter zum Verkauf bestimmt. DasPapiergeld selbst bestand früher in Banknoten zu 4 bis zu300 Milreis, nachmals aber in Noten zu 1 bis zu 1000 Mil-reis. Dasselbe häufte sich immer mehr, ohne daß man dasBank-Kapital vermehrte, und im Jahre 1833 betrugen dieumlaufenden Banknoten circa 18,000 Lvntos (äo Ittls),ungefähr It'/z Millionen Thaler pceuß. Curant; außer-dem kamen noch eine große Menge nachgemachter, falscherBankzettcl in Umlauf, und alles dies zusammen vernichtetebeinahe den Kredit der Bank. Da die Regierung sich dasRecht vorbehalten hatte, jede beliebige Summe auf dieBank zu entnehmen, so gerieth die Bank bald in das nach-theiligste Verhältniß des Mißkredits. Im Jahr 1821 schul-dete die Regierung der Bank gegen 18,000 Contos, was nachdem damaligen Wechselkurse 21,960,000 Thlr. prcuß. Cur.ausmachte. Dafür waren Banknoten in Umlauf gesetzt,die jedoch das baare Kapital der Bank um mehr als dasZehnfache überstieg. So konnte die Bank keinen großenEinfluß auf den Verkehr üben. Das Papiergeld, in soungeheurer Menge durch das ganze Land verbreitet, verlornach und nach fast allen Werth, da eine Einlösung derselbengar nicht zu erwarten war, und brachte, neben der Er-höhung des Werthes der Kupfermünzen, eine grenzenlose

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