Band 
Erster Band. A - G.
Seite
330
JPEG-Download
 

Bärenfelle

330

Bärlappsamen

durch ihren Handel, Töpferei und Fabriken für Waffenund Teppiche, mit 66,000 Einw. 28» 22' 3" n. Br. 76»86' 83" ö. L.

Bärenfelle, im Rauchwaarenhandel die behaartenHäute des Land- und des Eisbären. Das Fell desgemeineck'oder Landbären, der in Rußland, Sibirien, Polen,Norwegen, Schweden,-Grönland und Nordamerika lebt,ist dick und mit langen schwarzen oder braunen, selten abermit weißen und grauen Haaren bedeckt. Man verkauft dieFelle nach dem Stück und die Preise richten sich nach derFarbe, 6er Feinheit der Haare und nach der Größe. Ver-braucht werden sie von den Kürschnern zu dem verschie-densten Pelzwerk, hauptsächlich zu Grenadiermützen, Muffen,Matratzen, Fuß-, Schlitten- und Pferdedecken rc. In Polen,Rußland und Nordamerika werden die Bärenfelle sehr häufigals Bettdecken benutzt. — Die Felle des Polar- oder Eis -bären, der sich in den Polargegenden, auf den Küsten undInseln des Eismeeres, auf Grönland und Spitzbergen auf-hält, haben lange zottige Haare von weißer oder schmutziggelber Farbe. Sie kommen seltner in den Handel und die-nen in Rußland besonders zu Ruhedecken, zu Pelzröcken fürdie Grönlandsfahrer, und das daraus verfertigte Ledergiebt starke und wasserdichte Stiefeln.

Bärengroschen , eine Scheidemünze in Anhalt-Bernburg, nach dem 24 Guldenfuße ausgeprägt; 24 —1 Thaler.

Bärengulden, ein Guldenstück in Anhalt-Bernburgmit dem Gepräge eines Bären; Werth: 16 Gr. Conv.-Cur.oder 21 Sgr.

Bärenthaler, Bernthaler, Patacon, eineSilbermünze in den schweizer Kantonen Bern und St.-Gallen. Sie gilt 40 Batzen — 4 schweizer Franken, —1 Thlr. 17 Sgr. 8»/. Pf. preuß.

Bärentraubenblätter , kolia uvas ursi 1 .., dieBlätter der, in Nadelholzwäldern bergiger Gegenden desnördlichen Europa, Asien und Amerika wachsenden Bären-oder Wolfsbeere (4rbutus ura ursi, I..), eines kleinen immer-grünen Strauches mit niederliegenden, ästigen, holzigenStengeln. Die Blätter sind verkehrt eiförmig, gegen dieBasis keilförmig verschmälert, ganzrandig und glatt; aufder untern Seite netzartig geädert, die Mittelnerve trittstark hervor; Farbe: dunkelgrün; Geschmack: zusam-menziehend , bitterlich; geruchlos; steif und lederartig.Verwechselungen kommen vor mit den Blättern derPreiselbeere, Vaccinum ,üis !üae», die gewöhnlich mit derBärentraube zusammen wächst. Sie sind aber sogleich durchdie auf der untern Seite befindlichen Punkte, durch das feh-lende Adernetz, durch den zurückgerollten Rand, die schwa-chen nach der Spitze hin befindlichen Sägezähne, so wiedurch den gänzlichen Mangel der Behaarung kenntlich. Dieähnlichen Blätter des Burbaums sind dagegen eirund,haben einen widerlich bitteren Geschmack, entbehren dasnetzförmige Geäder. Gebrauch: als Arzneimittel gegenSteinbeschwerden; in Schweden dienen sie zum Schwarz-farben. Auch werden sie an manchen Orten (z. B. in eini-gen Gegenden Rußlands) zum Gerben des Leders und zurAnfertigung des Eorduans benutzt.

Flecken in Frankreich, Depart. Manche,Arrond. Valognes, auf der NOspitze der Halbinsel Cotentin

im atlant. Ozean, mit 1188 Einw., kleinem Hafen, Nhe-derei, Ausfuhr von Holz, Cider, Eiern, Hülscnfrüchten w.;seit 1836 mit einem schönen Leuchtthurm, 49°41'32"n.Br.

3° 36' 10" w. L. Flut im Hafen 10 Stund. 30 Min.

Hauptst. der Prov. Oori üi lerra im Königr. jNeapel, auf einer Landzunge im adriat. Meer; befestigt, !Erzbischofsitz, Lyceum, Handel mit Oel, Saffian, Man-deln >c., Baumwollspinnnerei, Weberei; 19000 Einw. 41» ^

7' 41" n. Br. 14° 31' 32" ö. L.

Borile , Barillo, Barilo, Läge! ist ein italie-nisches Flüssigkeitsmaaß, besonders beim Oel- und Wein-verkauf gebräuchlich. Die Größe ist in den verschiedenenOrten sehr abweichend; z. B. in Florenz, Genua, Neapel,Pisa, Rom, ionische Inseln.

Barilla, s. Soda. /

Stadt in Frankreich, Depart. Var, Arr.Brignoles, mit 3132 Einw., einer Baumwollspinnerei,Oelreinigungsfabriken, vielen Gerbereien, Vermieellefabri-ken und einer Bleiche.

Barkasse, eigentlich das große Boot eines Kriegs-schiffes von 70 Kanonen, dann aber auch überhaupt dasgrößte Schiffsboot, welches besonders beim Werfen undLichten der Anker rc. gebraucht wird.

Barke, französ. llargue, engl. und holl. kork, ital.Ilarca, ein Schiff mit drei Masten und einem Verdeck, fürden Dienst im Handel bestimmt. Die Barken sind vonplatterer Bauart als die Fregatten, segeln aber auch nichtso gut als diese, wogegen sie mehr Ballast gebrauchen alsdie eigentlichen platten Fahrzeuge. Die Lästigkeit der größ- !ten beträgt nicht über 100 Tonnen. Ihre Länge ist in derRegel 40 bis 30 Fuß. Eine besondere Eigenthümlichkeitder Barken ist, daß sich der Bord herunternehmen läßt, inwelchem Fall sich dann Ruder anbringen lassen. Die Haupt-anwendung finden sie im mittelländischen Meer. — Außer-dem, und namentlich in der Flußfahrt, heißt jedes kleine ^Fahrzeug Barke.

Bärlappsamen, Bärenpulver, Drudenmehl,Hexenmehl, Blitzpulver, Streupulver, Erd-schwefel, lat. 8cmcn llzcopollä, engl. VVüon inoa!, ist derstaubförmige Same mehrerer, zur Gattung I^copaclium ge-höriger Farnkräuter, (man sammelt hauptsächlich den Samenvon I^copoüiuin elovatum I.., I..coinp>anatum u. L. »nnolimnn)welchem trockenen und schattigen Haide-u.Gcbirgs-Wäldernauf bemoostem Boden fast durch ganz Europa, mit Ausnahmeder südlichsten Gegenden, in den nordamerikanischen Frei-staaten und in Rordasien wachsen. Wenn die Samenkapselnreif, aber noch nicht aufgesprungen sind, werden die Achrenabgeschnitten, getrocknet und das Pulver ausgeklopft, dasgeruch- und geschmacklos und sehr fein ist, dabei sich fettig Ianfühlt und eine blaßgelbe Farbe hat. Dieses Pulver ist Ider Same dieser Pflanze. In die Flamme geblasen ver- !brennt es mit großer Lebhaftigkeit, weshalb man es auf ß,den Theatern als Blitzpulver (souilro rexKal) gebraucht.Wenn man den Bärlappsamen auf Wasser wirft, so bleibter darauf schwimmend; wenn man die Flüssigkeit rührt, sofällt ein Theil desselben zu Boden; beim Erwärmen sinktalles nieder, das Wasser nimmt einen sonderbaren Geschmackan und enthält dann eine ziemliche Menge Schleim, welcherdurch Abdünsten, wie der Schleim des isländischen Mooses,