Baumwolle
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Baumwolle
fand Ure, daß 100 Theile derselben aus 42,11 Kohlenstoff,8,06 Wasserstoff, 82,83 Sauerstoff bestehen (s. dessen Ab-handlung über die Analyse vegetabilischer und animalischerSubstanzen, in den Obilvsopliioal Iransaclions 1822). BeimVerbrennen von 100 Theilen Baumwollsasern blieb eineAsche zurück, welche aus 0,6 auflösbarer Salze, besonderskohlensaurer Potasche mit etwas salzsaurer und schwefelsau-rer Potasche, und 0,4 unauflöslicher phosphorsaurer Mag-nesia und rothem Eisenoxyd bestand. In Folge der neuenErfindung der Schießbaumwolle hat man durch chemischeVersuche die Baumwolle zu einer Gallerte aufgelöst. Alsspecifisches Gewicht der Baumwolle fand Ure 1,47 bis 1,80:100 Theile Wasser.
Nach Länge, Feinheit und Kraft der Faser unterschei-det man die Baumwolle in lange, und zwar nach der Stu-fenfolge ihrer Güte: lange Georgia oder Sea-Jsland, Bour-bon, Demerara, Mako- oder Jumel oder egyptische, Por-torico, Cayenne, Fernambuco, Bahia, Camuschi, Para,Maranham, Haiti, Minas, Guadeloupe, Cuba, Bahama,Cumana, Caracas oder Earthagena; — in kurze, näm-lich: Louisiana, Cayenne, Alabama, Mobile, Tennessee,Carolina, Uschur, Salonichi, Georgia, Senegal, Virginia,Subuze, Uso, Kirkagaz, Caffuba und smyrnische, cyprische,Kinik, Surate und Madras, Alexandrien oder egyptische,Bengalen, Salon«, Cira oder Syra.
Die Güte und Feinheit der Baumwolle wird in Eng-land und Deutschland in Rücksicht auf die Spinnerei so be-zeichnet, daß man die Anzahl der Strähne oder Jaspelnangiebt, welche aus dem Pfund Baumwolle einer gewissenArt gesponnen werden können. Der Faden jedes Strähnsist 810 Yards lang. So bedeutet Nr. 40, geschrieben 40 3,Garn, von dem 40 Strehn 1 Pfund wiegen. Je langfasri-ger und zäher eine Baumwollart ist, ein desto feinerer undlängerer Faden läßt sich daraus spinnen, desto mehr Strähnegiebt es also, z. B. über 200 von der Sea-Jsland; unddesto weniger, je kürzer und gröber die Baumwolle, z. B.18 bis 20 von (macekonisch) Cira.
In Frankreich wird gesetzlich vorn 1. Mai 1820 die Fein-heit-Nummer auf eine andere Weise bestimmt; nämlich dieNummer bezeichnet die Zahl der Strähne, welche auf einenhalben Kilometer gehen.
Für den Handel und die Verarbeitung ist es durchausnothwendig, auch darauf zu achten, wie viel bei einerBaumwollart auf den Abfall gerechnet werden muß. I. B.beträgt derselbe bei Louisiana pr. Centner 18 Proc., beiDomingo 20 Proc., Caracas 18 Proc., smyrnische 20 Proc.Kirkagaz 20 Proc.
Nach den Ländern, welche die Baumwolle erzeugen undin den Handel bringen, nennt man sie:
I. Rord-amerikanischc.
Dazu gehört die:
a. aus den Vereinigten - Staaten. Hier wirddie meiste erzeugt und in den Handel gebracht. Im Jahr1784 war der Anbau hier noch so gering, daß, als ein nord-amerikanisches Schiff in jenem Jahr 8 Ballen »ach Liver-pool brachte, dieselben die englischen Zollbeamten wegnah-men, weil sie behaupteten, so viel könnte in Amerika nicht
erbaut worden sein. Dagegen erzeugten die nord-amerikan.Vereinigten-Staaten im 1.1832:987,477,1834:1,234,328,1836: 1,360,728, 1841: 1,684,211, 1844: 2,394,808 Ball.Die Gesammt-Produktion der Baumwolle aufder ganzen Erdekann man jetzt zu 3,100,000 Ballen annehmen, insofern dienord-amerikan. Vereinigten-Staaten drei Viertel erzeugen.Davon verbrauchte allein England im I. 1842: 1,399,130Ballen, und der deutsche Zollverein nur 80,907 Ballena 3 Centner gerechnet, während der Zollverein noch 423,083Centner Baumwollgarn aus England einführte, und Eng-land überhaupt 136,337,162 Pfd. Garn ausführte.
1) Sea-JSland ist die lange Georgia, lleorgiolovguc solo, und die vorzüglichste aller Sorten, weil sie einesehr lange, sehr feine, sehr feste und sehr gleichmäßige Faserohne Föckchen oder Finnen hat, die sich leicht von denSamenkörnern trennen läßt. Ihre weiße Farbe spieltschwach in das Gelbliche, die Samenkörner sind grün. Siewurde im Jahr 1786 nach dem Freiheitskriege durch Roya-listen, die von den Bahama-Jnseln zurückkehrten, nachGeorgia gebracht. Am besten gedeiht sie in dem feuchtenSandboden der an der Küste zwischen Charleston bisSavannah liegenden Inseln Tybee, Ossaban, Sapelo,St.-Simons und Cumberland; weniger auf der gegen-überliegenden nahen Festlandsküste, noch weniger, je weiterlandwärts und erreicht überhaupt nirgends die Güte, welcheder besten Georgia eigen ist. Man unterscheidet von ihr inGüte: 8lla., feine, superfeine und ünourile planlors Marks,jedoch ist darin die geringste nicht begriffen, in der mankaum das Gewächs desselben Samens erkennt. Diese ent-hält viele unreife, fockigc und gclbfleckige Baumwolle, sowie viele Samenkörner und Schalen. Sie ist im Handeldie Sorte slainoä oder inferior. Verpackt wird sie in run-den , langen Ballen mit vier Zipfeln aus grauer Hanslein-wand, die 123 bis 130 Kilogramm wiegen. Die beste läßtsich bis über Kc>. 200 spinnen. Beide Georgia kommen ausdem gleichnam. Staat, der im I. 1839: 116,314,211 Pfd.erzeugte. In der neueren Zeit hat man die Sea-Jslandauch in Egypten angebaut, jedoch hat dies Gewächs sowenig hier als in Süd-Amerika und West-Indien die Güteder langen Georgia erreicht..
2) Kurze Georgia oder Koneä-Keorgia ist aus demInnern von Georgia, daher auch Upland-Baum wollegenannt. Sie hat ebenfalls grüncnSamcn, derselbe läßt sichjedoch schwer von der Wolle trenne». An Güte steht sie derSea-Jsland nach, indem sie viel kürzer, gelblicher und un-reiner ist. Man unterscheidet ihre verschiedene Güte durchI'i'ima, bis Nr. 40 spinnbar; Secumla oder Mittelsorte;lertia, nur zu gröberem Gespinnst brauchbar. Gewöhnlichüber Savannah ausgeführt, wird sie zuweilen auch sobenannt. Sie wird in langen runden oder viereckigen Bal-len von Hanfleinwand, mit Stricken gebunden, verpackt.Man rechnet 2 Proc, Emballage und 13 Proc. Abfall.
3) Louisiana, kommt aus dem Staat dieses Na-mens, wo die beste besonders an der Küste des mcjican.Meerbusens, so wie an den Flüssen Mississippi und Red-River gebaut wird. Im I. 1839 wurden 112,811,263 Pfd.erzeugt. Ihre weiße, etwas ins Bläuliche spielende Faserist in der besten Sorte oder Prima ziemlich lang, fein,weich, kräftig und ohne Finnen, auch frei von Schalen und