Baumwolle
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Baumwolle
zu schlagen, und nicht gut über Nr. 60 zu spinnen. Jetztbezieht sie Oesterreich auch über Triest neben den besserenArten Nocd-Amerika und Mako, ohngefähr eben so viel alsLevante, zu einem niedrigern Preise als Kirkagaz. Früherwurde diese Gattung im Handel in Baumwolle mit oderohne Bast oder Rohr unterschieden, weil die erstere in denBallen von Ziegenhaar- oder anderem Haarzeug mit Bast,Rohr oder Binsen in Bündel gebunden war. Der Ballenwiegt gewöhnlich 145 Pfd. Die Tara beträgt gewöhnlich16 bis 19 Pfd.
o. In Macedonien wird die Baumwolle nach derQualität unterschieden in:
1) Tschesma; ist die vorzüglichste, von der erstenEinsammlung, aus der Mitte der Samenkapsel, bis Nr. 60spinnbar, meist im Lande selbst verarbeitet.
2) Uschur, oder Urur, ist die Zehnt-Baumwolle,welche der Aga aus dem Ernteertrag der Bauern auslesenläßt; blendend weiß, rein, aber kurz, grob, trocken, diesich bis Nr. j50 spinnen läßt. In der Emballage ist mitBindfaden eine 8 eingenäht.
3) Cantar, ist die, welche auf den Feldern des Agawächst und sorgfältiger gepflegt wird, der Uschur beinahegleich, und bis Nr. 40 spinnbar. Sie wird im Handel alsPrima-Qualität und in der Emballage mit einem eingenäh-ten ch bezeichnet.
4) Taxili, ist die, welche die Dorfgemeinden alsSteuer oder Strafe abgeben; ist deshalb sehr ungleich inQualität und Reinheit, und läßt sich bis Nr. 30 spinnen.
b. Griechische Sorten
sind: 1) Livadia; ist von der macedonischen und smyr-nischen wenig verschieden, die sich nur bis Nr. 30 spin-nen läßt.
2) Salona, von der Stadt in Livadien, unweit demMeerbusen von Lepanto, benannt. Sie ist eine gute Sorte.
3) Syra, ist eine ordinäre Baumwolle, von derglcichnam. Insel; sehr unrein, und nur bis Nr. 15, höchstensNr. 20 spinnbar.
IX. Europäische Baumwolle.
Diese wird in verschiedenen Länder» von der Baum-wollstaude erzeugt.
1) Malteser, von der Insel, ist theils weiß, theilsbraun. Beide Sorten kommen selten als Rohstoff zurAusfuhr, sondern als Garn. Jene ist weiß, glänzend, mitblaßrothen Flammen, kurz und ziemlich fei», zu Nr. 30 bis 50spinnbar. Die andere ist kurz, glanzlos, aber weich, undkann zu Nr. 20 bis 25 versponnen werden. Lara in Triestim Oktbr. 1846: 2. Proc.
2) Sici lische, kommt von der Insel Sicilien, wo sielängs der Küste von Syrakus westwärts, in der Gegendvon kcrr» nuovo , und im Vol äi dillto wächst. Von deinjährlichen Ernteertrag kommen über 6000 Ctr. zur Aus-fuhr. — Die Sorte vioncavillo ist die beste; aus der Gegendvon Meffina. Nach ihrer Güte wird sie sogar nicht seltender Louisiana gleich geachtet. Mit Mako gemischt giebt sieein Garn von Nr. 30 bis 50, mit kurzer Georgia giebt sienur ein Garn von Nr. 30 bis 40. Sie ist weiß, glänzend,
nicht rein von unreifen, gelben Föckchen und Schalen. Aufdie Emballage kommen 2, auf Abfall 15 Proc. — lorranuova , ist nur wenig geringer, als die vorige. In Sicilienunterscheidet man vier Qualitäten derselben: ganz feine, inMattolos-Päckchen; die gereinigte, sloxolucio genannt; dienoch ungereinigte, mit den Samenkörnern, Lotonc loräogenannt; und llowno äa vela, die schlechteste. Lara in Triestbeträgt 2 Proc.; in Hamburg 4 Pfd. pr. Ballen.
3) Neapolitanische. Die Ausfuhr soll jährlichan 20,000 Ballen nach Frankreich und der Schweiz betra-gen. Sie wird in Leinwandballen verpackt. Lara in Havre6 Proc., in Marseille 4 bis 5 Proc., in Neapel 7 Rvtoli,in Havre 6 Proc. Es giebt mehrere Sorten. Die beidenbesten derselben wachsen bei voll» lorro und Lostollomoro,in der Nähe von Neapel, und werden danach benannt.Beide sind weiß, glänzend, ganz rein, fein, weich, ungleich-mäßig lang, der Louisiana ähnlich, aber kraftlos, und nurbis Nr. 60 zu spinnen. — Geringere Sorten sind I'uxlwnoaus der Provinz Principal» citcriorc, dann die aus den Pro-vinzen "erra üi Lari, lerra ä'Olranto, Lasiiicata. Bei lloccogiebt es dreierlei Sorten, zwei weiße, und eine röthliche.
4) Spanische; kommt als illotril oder Kranaäa überMalaga in den Handel. Sie ist schmutziggelb mit einemröthlichen Schein, mit langer, zarter, kräftiger und reinerFaser, nicht ganz rein, aber den besten brasilianischen Sor-ten gleich. Sie giebt Garn bis Nr. 200, und wird in lei-nenen Säcken verpackt ausgeführt. Lara: 4 Proc. — Auchbei Valencia und Sevilla wird Baumwolle gebaut.
Bemerkenswerth sind die Versuche, welche in andernLändern mit dem Anbau der Baumwolle gemacht wordensind. Dies geschah in Frankreich seit 1822 bei Ncracim Depart. Lot-Garonne, und bei Bayeux im Depart. Cal-vadoS. Je sandiger der Boden war, desto besser die Baum-wolle, die sich bis Nr. 70 spinnen ließ, während die vongutem Boden nur Garn Nr. 46 gab. Auch auf der InselCorsica sind bei Ajaccio Versuche gemacht. — Die verschie-denen Versuche in den österreichischen Staaten: in Ungarn,in der Gegend bei Temesvar, im I. 1783; bei Fünfkirchen-;in Slavonien; in den lombardischen Provinzen ^Bergamound Pavia sind wieder aufgegeben worden.
Die Ausfuhrplätze sind bei den einzelnen Baumwoll-sorten genannt. Die europäischen Hauptplätze für denBaumwollhandel sind: Antwerpen, Rotterdam, Hamburg,Triest, Genua, Havre, Marseille, Bordeaux, Liverpool,Glasgow, London, Petersburg, Riga, Stettin.
Der Handel mit Baumwolle ist ein sehr alter Handels-zweig. Mit demselben hatte sich auch die Kultur derselbenaus dem Orient allmälig gegen Westen, nach Egyptcn undCypern verbreitet. Merkwürdig ist indessen, daß der Baum-wollbau so wie die Baumwollgewebe erst spät, um das Jahr1368 n. Chr., aus der Heimath Indien in China eingeführtund allgemein wurden. Lange blieb die smyrnische undcyprische Baumwolle die einzige, welche in den Handel kam.In England kennt man die beträchtlichere Einfuhr vonBaumwolle erst seit dem Jahr 1697; indessen soll sie schonviel früher durch venezianische und genuesische Kaufleutedorthin gebracht worden sein. Die Einfuhr und Ausfuhrbetrug bis 1819 in Pfd.: