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Erster Band. A - G.
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Baumwollenmanufaktur

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Baumwollcnmanufaktur

Seite eine Reihe Spindeln mit den dazu gehörigen Theilen.In Folge der Einführung dieser Maschinen, so wie unzähli-ger anderer Entdeckungen und Verbesserungen, sielen diePreise der baumwollenen Zeuge und des baumwollenenGarns immer mehr, und die Nachfrage nach Baumwollen-waaren nahm wegen ihrer «»gemeinen Wohlfeilheit mit je-dem Tage zu. Diese Verhältnisse wirkten ebenso auf dieKultur und den Verbrauch der Baumwolle (s. den ArtikelBaumwolle), wie auf den Handel mit diesem Produktgünstig ein, aber auch nicht minder auf den Betrieb der Ma-nufaktur in ihrem Umfang. Die Kunst der Mechanik ver-vollkommnete die Maschinen zum Spinnen und erfand dieMaschinen zum Weben. Unter den mannigfaltigen Verbes-serungen der Waterspinnmaschinen ist rücksichtlich der Spin-deln Dansorth's amerikanische Patent-Spindel bemerkens-werth, insofern sie durch schnellere Bewegung viel mehr lei-stet, und auch zum Spinnen schwach gedrehter Garne ge-braucht werden kann.

Die Maschinenspinnerei wurde namentlich durch Ro-berts durch dessen Erfindung eines Selfaktors im I. 1823,und 1830 verbessert, wesentlich gefördert. Im I. 1839 wa-ren nach der Konstruktion von Sharp, Roberts und Comp.schon über >/? Million Spindeln thätig. Auf Verbesserun-gen dieser selbstwirkcnden Mule erhielten James Smith inSchottland im 1.1834, und Jos. Whitworth in Manchesterim Jahr 1833 Pakente. Auch die sächsischen Mechaniker ingroßen Fabriken inChemnitz sind nicht zurückgeblieben in derVerbesserung des Maschinenbaus.

Im Jahr 1817 gab Mr. Kennedy, einer der bestunter-richteten Baumwollmanufakturisten in Großbritannien, inder in dem Konclirstorlriinsactions bekannt gemachten Ueber-sicht die Zahl der in den sämmtlichen BaumwollspinnereienGroßbritanniens beschäftigten Personen auf 110,763 an.Die dabei in Anwendung kommenden Dampfmaschinen ha-ben eine Kraft von 20,768 Pferden; die Zahl der thätigenSpindeln war 6,643,833. Herr Kennedy berechnete fernerdie Zahl der jährlich gesponnenen Baumwollsträhne auf3,987,300,000 und die Quantität der dabei verbrauchten,Kohlen auf 300,479 Tonnen. Allein seit 1817 hat dieBaumwollmanufaktur rasche Fortschritte gemacht; im März1824 führte Mr. Huskisson im Unterhause an, daß er denBetrag des Gesammtwcrthes der jährlich in Großbritannienverfertigten baumwollenen Waaren auf die ungeheuereSumme von 331/2 Mill. I.. veranschlagen zu müssen glaube.Die jährliche Einfuhr der Baumwolle betrug nach Abzugder Ausfuhr im 1.1820:132,829,633 ; 1823 : 202,846,869;1830:269,616,610 ; 1833: 326,407,692 ; 1840: 328,142,743;1843: 818,206,700 Psd. Durch die Verarbeitung dieserBaumwolle bemächtigte sich die englische Baumwollmanu-faktur eines Kapitals im jährlichen Durchschnitt von34,000,000 Psd. Sterl. Dieses bildet den Kapitalstock, vondem der Arbeitslohn für die an den verschiedenen Manufak-turzweigen beschäftigten Personen, die Zinsen der Kapitali-sten, die Kosten für Reparaturen an den Gebäuden, Maschi-nerien tc. und die Ausgaben für Heizung bestritte» werdenmüsse».

Es würde sich demnach folgende Berechnung heraus-stellen;

Gesammtwerth der jährlich in Großbritannien verfer-tigten Baumwollwaaren jeder Art: .... 34,000,000 I..

Verbrauch an rohem Materialvon 240 Mill. Psd. zu 7 ä. das

Pfund. 7,000,000 Q

Arbeitslohn für 800,000 We-ber, Spinner, Bleicherrc. zu 221..

10 sk. das Jahr. 18,000,000 „

Arbeitslohn für 100,000 Inge-nieurs, Maschinenbauer, Schmie-de, Maurer rc. zu 30 I.. jährlich. 3,000,000 „

Gewinn der Manufakturisten,

Besoldung der Aufseher, Ankaufs-summen für das Material zu denMaschinen, für den Kohlenbe-

darf ic. 6,000,000 „

34,000,000 l..

Das angelegte Kapital kann folgendermaßen veran-schlagt werden:

Zum Ankauf der rohen Baum-wolle.... . 4,000,000 I..

Zur Bestreitung des Arbeits-lohnes . 10,000,000 „

Kapitalwerth der Spinnma-schinen, der mechanischen und ge-wöhnlichen Webstühle, der Fa-brikgebäude, Waarenhäuser, Vor-räthe .20,000,000 „

34,000,0001..

Vorausgesetzt, daß die Interessen für das Kapital, mitEinschluß der Besoldung der Aufseher !c. 10 Proc. betra-gen, so wird sich aus der Summe von 34 Mill. I.. eineSumme von 3,400,000 I.. herausstellen; zieht man diesevon den 6 Mill. I.. Gewinn rc. ab, so bleiben 2,600,000 I..übrig, um damit Verluste an Kapitalien zu ersetzen, dasfeine Mehl zur Schlichte und den Bedarf an Kohlen anzu-kaufen, die Versicherungsprämien zu bezahlen und alle übri-gen Ausgaben zu bestrcitcn. Die Summe für den Arbeits-lohn beträgt in Allem nach obigem Ansätze 21 Mill. 1..; dajedoch nur in wenigen Geschäftszweigen der Arbeitslohnauf länger als 6 Monate, bevor die Waare verkauft ist, vor-ausgezahlt wird, so dürfen wir annehmen, daß 10 Mill. fürdas zur Bestreitung des Arbeitslohnes bestimmte Kapitalmehr als hinreichend sind.

Wenn diese Berechnungen nur einigermaßen richtigsind, so folgt daraus, daß, nachdem für alte und kranke Per-sonen, Kinder ic., die von den i» den verschiedenen Zweigender Baumwollenmanufaktur, so wie bei der Erbauung undReparatur der erforderlichen Maschinen und Wcrkhäuserverwendeten Personen abhängen, eine gewisse Summe aus-gesetzt ist, nach einem ganz mäßigen Anschlage, 1,200,000bis 1,400,000 Personen in diesen Manufakturen ihren Un-terhalt finden. Und diese neue und so höchst ergiebige Quelleseines Wohlstandes verdankt Großbritannien hauptsächlich,wie bereits erwähnt, dem außerordentlichen Ersindungsgeisteeiniger weniger Individuen; allein in gewissem Grade nichtminder der Sicherheit und Freiheit, deren sich Eigenthumund Industrie erfreuen, wodurch allen denjenigen, die sich in