Bcrkan
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Berlin
tigt, daß der Bezogene bei Zeiten von der vorkommendenZahlung und von der ihm dafür zu machenden Deckung un-terrichtet werde. Der Bezogene wird dadurch in den Standgesetzt, sich zur Zahlung nach Maßgabe der ihm verheißenenDeckung zu entschließe» und bereit zu halten. Der Avisbriefmuß deshalb enthalten: die Summe und Berfall-zeit des Wechsels, die Person, auf deren Ordre er lau-tet, und die Anzahl der Exemplare. Ist der Wechsel fürfremde Rechnung gezogen, so muß der, für dessen Rechnunger gezogen ist, den Bezogenen gleichfalls avisiren, währendalsdann der eigentliche Trassant nur den übrigen Requisitendes Aviso's zu genügen und nur den Namen desjenigen, fürdessen Rechnung der Wechsel gezogen worden, beizufügenhaben wird. — Die Nothwendigkeit des Aviso's ist inallen Fällen einleuchtend, in denen der Trassant des „Be-richts" ausdrücklich im Wechsel erwähnt hat; in den übri-gen Fällen kann es der Trassant darauf ankommen lassen,ob der Bezogene des mangelnden Nachweises der Deckungungeachtet sich zur Annahme entschließen wird. Die Angabe„lautBerich t" ist jedoch, namentlich bei größer» Wech-seln-wohl Regel, und „laut oder ohne Bericht"' bei unbe-deutenden Summen.
Sollte der Rein ittent die Aushändigung des Avis-briefes an den Trassanten versäumt haben, so kann derTrassant, auf welchen entweder der Remittent oder ein drit-terJnhaber des Wechsels wechselmäßig zurückgeht, imWcch-selprozesse sich hiermit nichtschützen, sondern nur seineRcchtegegen den Remittenten auf Entschädigung im Wege desordentlichen Processes geltend machen. Die Entschädigungwird in denjenigen Kosten, Zinsen und Provision bestehen,welche dem Trassanten durch den Rückgang des Wechselsentstanden sind, und welche erspart worden wären, wen» beider gehörigen Besorgung des Aviso's der Bezogene denWechsel acceptirt hätte. In dieser Rücksicht gebieten auchdie Wechselgesetze einiger Staaten den Avis, z. B. das allge-meine preuß. Landrecht §.933; die leipziger Wechsel-Ord-nung §. 27 ; die bremrr Wechsel-Ord». Art. 6; die braun-schweiger Wechsel-Ordn. Art. 13; die würtcmbergische Wech-sel-Ordn. Kap. IV. §. 1; die österreichische Wechsel-Ordn.Arl. 2g; das niederländische Handelsgesetzbuch Art. 42; dierussische Wechsel-Ordn. Kap. >!I. Formul. II. §. 2.
Berkan, Barkan, Baraka»,Parkan, ist ei»Wollenzeug aus stark gedrehtem und beim Weben stark ge-schlagenem Garn von leinwandartigem Gewebe. Der Ein-schuß ist ein- bis sechsfacher, die Kette zweifacher Zwirn.Es wird entweder in der Wolle oder im Stück gefärbt. Manhat gestreifte, geblümte, gewässerte (Moir oder Wasserzcuggenannte) und noch mehrere andere Sorten. Letztere Sorteist so dicht, daß sie den Regen nicht durchläßt, weshalb mansie auch Regenberkan nennt. Der Berkan wird in Deutsch-land, Frankreich, England und in den Niederlanden gemacht.Der aus den englischen und französischen Fabriken ist derbeste. Brüssel und Antwerpen liefern halbseidene Ber-kane, die ihrer Güte wegen sehr geschätzt sind. Die engti-schen Berkane sind ganz von Wolle. In Deutschland wer-ben Berkane (sowohl ganz wollene als auch von Wolle mitKameelhaaren vermischt) verfertigt in Gera, Penig, Crim-mitzschau, Rochlitz, Altcnburg, Burgstädt, GörtingenSchleitz, Greitz, Jeulenroda, Berti.», Magdeburg und Bres-I.
lau. 'Unter den böhmischen Berkanen find besondersbekannt die aus den Fabriken zu Warnsdorf, Linz undOßeg.
Berkowez, ist das russische Schiffspfund.
Berlin, Hauptstadt und königl. Residenz in Preußen,Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Potsdam, in einergroßen sandigen Ebene, an der Spree, jetzt mit 400,000 Ew.Sie entstand aus den Städten Friedrichstadt, Cöln ander Spree, dem Werder, Neu- oder D o r o t h e e n st a d t,Luisen stadt, Berlin, und hat sich in der neueren Zeitzu einer der schönsten Städte Europa's erhoben. NächstWien ist sie die größte deutsche Stadt, die fortwährendwächst. Außer dem königl. Schloß und anderen Pallästensind besonders merkwürdig die Standbilder des großen Kur-fürsten, der Helden des siebenjährigen Krieges, Blüchers,Scharnhorst's, Bülows; die Akademie der Wissenschaftenund Künste, die Universität, mehrere Gymnasien, die techni-sche Gewerbschule, Handels-Lehranstalt, geographische Ge-sellschaft, Kranken - und »Wohlthätigkeitshäuser; ferner dieFabriken für Baumwollen-, Seiden - und Halbseidenzeuge,Leinwand, Tuch, Wollzeuge, Strumpfwaaren, Band, Tep-piche, Gold-, Silber-, Ncusilber-, Bronze-, Eisenguß-,Lackir-, Posamentirwaaren, Porzellan, und eine großartigeFabrik für Dampfmaschinen, Lampen !c., mehrere längst be-stehende Zuckerrafsinerien, die nur Kolonialzucker verarbei-ten; beträchtliche Kattundruckereien, große Brauereien undBrennereien; Handel, namentlich auch ansehnlich in Ge-treide, so wie in anderen Waaren, auch ansehnlicher Buch-handel. Für den Handel sind wichtig die Bank, die im Jahr1846 neugestaltet wurde (s. Bank, Preußen), die königl.Seehandlung; seit 1844 der königl. Handelsrath so wie dasHandelsamt mit einem statistischen Bureau, die Börse, sowie der kaufmännische Kaffenverein.
Ueber die industrielle Betriebsamkeit Berlin's insbeson-dere ist bemerkenswert!,, daß die Baumwollwebereien hierfast nur englisches Garn verarbeiten, und daß, ohngeachtetdes großen Garn-Verbrauchs, hier keine Baumwollspinn-sabriken bestehen, sondern »ur einige kleine mit derHand be-wegte Spinnereien, im Jahr 1837: 10 mit 724 Spindeln,1840 nur 7 mit 474 Spindeln. Spinnereien in Wolle wa-ren thätig 1837: 2 mit 060 Spindeln, 1840: 2 mit 1200Spindeln auf Streichgarn; 1837: 1 mit 240 Spindeln,1840: 3 mit 2017 Spindeln auf Kammgarn. Flachs wirdgar nicht gesponnen. Webestühle arbeiteten gewerbsweise:in Seide und Halbseide 1837:1378, 1840:2206; in Baum-wolle und Halbbaumwolle 1837: 2607, 1840: 2888; inWolle und Halbwolle 1837: 803, 1840:010; in Leinen1837: 23, 1840: 60; in Strumpfwaaren 1837: 176, 1840:212; in Band 1837: 08, 1840: 130, außer einigen Webe-stühlen, die nur zur Nebenbeschäftigung auf Leinwand undWollzeuge betrieben wurde». Kattun- und Leincndrucke-reien gab es 1840: 22 mit 2113 Arbeitern; Papiermühlen1837: 3 mit 3 Büten, 1840: 3 mit 7 Büten und eine Pa-pierfabrik; Dampfmchlmühlcn 1837: 2 mit 0 Mahlgängen,1840: 3 mit 14 Gängen; Wassermühlen 1837: 7 mit 82Mahlgängen, 1840: 6 mit 42 Mahlgängen; Bockwindmüh-lc» 1837: 16, 1840:20; holländische-Windmühlen 1837:8, 1840: 10; Porzellanfabriken 1837: 6 mit 650 Arbeitern,1840: 3 mit 844 Arbeitern; Zuckerrafsinerien 183.7: 18 mit
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