Bcttfcdern
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Beutel
ab. Von 4 Stück Gänsen erhält man in der Regel 1 Pfd.Deckfedern und von 16 Stück 1 Pfd. Flaumen. Sobald dieFedern gesammelt sind, wird jede Art besonders sorgfältigan der Sonne oder neben einem Ofen getrocknet, theils umdie Feuchtigkeit, theils um die fettigen und übelriechendenTheile daraus zu vertreiben und so das Verderben derselbenzu hindern. Auf diese Weise getrocknet sind sie wenigstensals ganz rohe Waare schon zum Verkauf geeignet. Oft sinddie geschlissenen Federn, wie sie centnecweise in Säcken ver-schickt oder von Federhändlern herumgetragen werden, aufmancherlei Weise verfälscht, bald durch Untermischung schongebrauchter verdorbener Federn, bald, um das Gewicht zuvermehren, durch Beimischung von Gyps- oder Kalkmchl,Mergelerde u. dgl. Durch starkes Schütteln wird der letz-tere, für die Gesundheit des Menschen äußerst schädliche Be-trug leicht entdeckt; der erstere giebt sich durch die abgenutz-ten Spitzen der Federn zu erkennen. Die Güte der Federnrücksichtlich ihrer Federkraft, Elastizität, hängt von dem Ge-sundheitszustände, dem Alter und Futter des Thiers undvon der Zeit, zu welcher die Federn abgenommen wurden,ab. Von todten Thieren sind die Federn schlechter als vonlebendigen; die gleich »ach dem Schlachten, so lange derKörper noch warm ist, ausgerissenen sind besser als die spä-ter ausgerifsenen. Zu wenig ausgewachsene haben keineSpannkraft und werden sehr leicht von den Würmern ange-griffen, weil sie nicht aus den Külpen herausgewachsen sind.Federn von Gänsen, die gutes festes Futter erhielten undWasser in der Nähe hatten, sind besser als die von, in trock-nen Ställen mit wässerigem Futter aufgezogenen. — Wennsich die Federn lange halten sollen, so müssen sie gut getrock-net und frei von allen Fettsedern sein. Um sie gegen Mottenoder Milben zu schützen, pflegt man starkricchende Körper,z. B. Wermuth darunter ffu mischen. Sind die Federn un-rein, so kann man ihrem Verderben vorbeugen, wenn mansie mit Kalkwasscr oder Chlorkalkauflösung vermischt undnachher wieder vollkommen trocknet. Zur Reinigung schonlange gebrauchter Federn und zur Wiederherstellung ihrervorigen Elastizität hat der, (jetzt verstorbene), Lieutenant Löh-mann in Dresden eine Methode erfunden, die patentirt wor-den ist und vorzügliche Resultate liefert. Bettreinigungs-anstalten nach dieser LLHmann'schen Methode existiren jetztschon zum Gebrauch für das größere Publikum in Dresden,Leipzig, Oschatz und mehreren andern Städten Sachsens,und es wäre sehr zu wünschen, daß sie eine ganz allgemeineVerbreitung erhielten. Der Gebrauch der Federn zumStopfen von Bettdecken, Kissen, Polstern rc. ist bekannt ge-nug; sie werden hierzu jedoch fast nur in den nördlicherenGegenden angewandt, da man sich in heißen Ländern derMatratzen und wollenen oder baumwollene» Decken bedient.— In Deutschland, wo fast allgemein in Federbetten ge-schlafen wird, ist der Verbrauch der Federn bedeutend. Zueinem vollständigen Bett rechnet man 46 Pfd., und da eineGans ohngefähr >/, Pfund Federn giebt, so sind zu einemBett 266 Gänse erforderlich, und man braucht, um eineStadt von 266,666 Einwohnern mit Betten zu versehen,vierzig M i l l i o n e n Gänse. — In den österreichi-schen Staaten ist der Federhandel meist in den Händen derJuden, zumal der böhmischen, die in mchrern österreichischenLändern die Federn zusammenkaufen und in ihre Niederla-
gen nach Prag liefern. Das meiste geht von Prag ausnach Leipzig, nach den Hansestädten und in andere Gegen-den Deutschlands. Auch die Städte Schüttcnhofen,Przeznitz, Winterberg, S e b a st i a n s b e r g,Schluckens», Teplitz rc. handeln mit böhmischen Fe-dern nach Sachsen, Baiern rc. Der böhmische Feder-handel ist von großer Bedeutung, besonders nachdem inneuerer Zeit die Federpreise so sehr in die Höhe gegangensind. Die Ausfuhr von Bettfedern aus Oesterreich betrugim I. 1829: 1,188,986, 1831: 688,449, 1834: 1,333,628,1838: 1,373,766 Pfd.; die Einfuhr 1829:18,346, 1831:19,966, 1834:26,726, 1838 .-27,666 Pfd. — Naumburgan der Saale treibt ebenfalls einen bedeutenden Handel mitBettfedern, und die dortigen Federhändler kaufen die rohenFedern meist in Sachsen und Thüringen auf, sortircn unkreinigen sie und besuchen damit die leipziger, frankfurter undbraunschweiger Messen. Die Ostseestädte, welche auchviel Federn ausführen, erhalten sie meist aus Polen undErmcland, jedoch giebt es auch in Pommern eine sehr bedeu-tende Gänsezucht. In Baiern werden um Nördlingenviel Federn gewonnen. Uebrigens werden im deutschen Zoll-verein nicht so viel Bettfedern gewonnen, als gebraucht undim Handel ausgeführt. Namentlich werden sehr viel in-Baiern aus Oesterreich eingeführt. Genau läßt sich jedochdie Menge nicht angeben, weil in der Statistik des Waaren-Berkehrs im Zoll-Verein Federn überhaupt berechnet wer-den. — In Hannover ist besonders in der Grafschaft Diep-holz in Westphalen die Gänsezucht beträchtlich; nicht mehrso in Ost-Friesland, wie früher, seitdem der Ackerbau zuge-nommen hat. Ziemlich zahlreich sind sie in den lüncburgischenund bremischen Marschen. Eine Gans auf der Gast (Gest)giebt jährlich nur 1 Pfd. Federn, während sie in der Marschjährlich l'/z bis 2 Pfd. giebt. — In Frankreich werdenum Bayonne und in der Normandie Bcttfedern gesammelt;England bezicht viele aus Polen und Deutschland. Ir-land führt viel Federn nach England. — In Schleswigund Holstein ist der Federhandcl nicht bedeutend.
Die Federn der Eidergans kommen unter dem NamenEider-Dunen (s. d. Art.) in den Handel, und macheneinen ganz besonderen Handelszweig aus.
Bettleinen, Bettleinwand, nennt man die bunt-gestreifte und gcgatterte Leinwand zu Bettüberzügen, so wiedie weiße zu Betttüchern, s. Leinwand.
Beurtmann, holländisch Bördmann, heißen inHolland, am Rhein und an der Elbe diejenigen Schiffer,welche zu einer Zunft gehören, in der es Gesetz ist, nur einegewisse Zeit in Ladung zu liegen, und sodann ohne Zeitver-lust die Reise anzutreten. Wenn sich vor der Ankunft einesBeurtschiffers an einem Orte sckon andere zur Beurtfahrtgehörige Schiffe in Ladung befinden, so darf der zuletzt an-gekommene nicht eher anfangen zu laden, bis die Zeit dererster» vorüber ist. Kommen zwei zur Beurt gehörigeSchiffe zu gleicher Zeit an, so wird durch das Loos entschie-den, wer zuerst anfangen soll zu laden. Die diesen Schifferngehörigen Schiffe nennt man Beurtschiffe.
Beutel, heißen in der Türkei zwei verschiedene Rech-nungsmünzen. 1) der gewöhnliche Beutel, Keser, Beu-tel Silbergeld wird zu 366 Piaster oder 236 Zechinen
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