Bcwindhcbber
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Biberfelle
Mit die Zugabe von sechs Wochen dazu benutzt werden könne,bei einer, ohnehin schon durch ein volles Jahr ausstehendenContoforderung den Weg der gütlichen Eintreibung versu-chen, tue Adjustirung des Conto verlangen oder die Klagegegen den Schuldner überreichen zu können. Sind ein Jahrund sechs Wochen verstrichen, ehe die Klage überreicht wurde,so hat das Buch über alle ältern Posten die Beweiskraftverloren. Ist die Klage einmal überreicht, dann kann derRechtsstreit so lange dauern, als es sei, das Buch behältdoch seine Beweiskraft; nur abstehen darf der Kläger vonder Klage nicht, sonst verliert das Buch seine Kraft.
Die Handelsleute und Fabrikanten, denen gestattet ist,durch ihre gesetzmäßig geführten Bücher und ihren Erfül-lungseid den Beweis ihrer Forderungen herzustellen, sind:
1) die Großhändler; 2) alle förmliche Kleinhandlun-gen besitzenden Individuen; 3) die Fabrikanten; — Hausi-rer, Fieranten und Jsraeliten, die weder Großhändler nochFabrikanten sind, genießen dieses Recht nicht.
Wenn ein auswärtiger Handelsmann in Oesterreicheine Contoforderung einklagt, so muß er beweisen, daß denHandlungsbüchern der österreichischen Kaufleute in seinemLande eben der Glaube beigemessen wird, welchen er seinemBuche beizumessen verlangt. Dann muß er ein Certificatder Obrigkeit beibringen, daß seine Bücher ordentlich ge-führt sind und alle vorgeschriebenen Eigenschaften besitzen.Wollte sich der Gegner mit diesem Certificate nicht begnü-. gcn, so stünde es demselben frei, bei dem Ortsgerichte seinesGegners, welcher den Beweis durch seine Bücher führt, ent-weder in eigener Person, oder durch einen Bevollmächtigtendie Recognoscirung der Handlungsbücher zu verlangen undüber die hierbei gemachten Bemerkungen ein Protokoll auf-nehmen zu lassen, dessen gerichtlich beglaubigte Abschriftihm sohin als Behelf zu Entkräftung des gcgentheiligenBeweises zu dienen hätte.
Bcwindhebber heißen in Holland die Direktorender großen Handelsgesellschaften (Ost- und WestindischenCompagnie).
Bcyrnth, Stadt auf der Küste von Syrien, R. vonSäid, im Paschalik Akre, 33° 4R 43" n. Br. 33° 7'43"ö. L. mit 42,000 Einw. Der Handel wird durch Kara-wanen landwärts und zur See auf französischen, englischen,livorner und anderen Schiffe, durch franz. und engl. Kauf-leute in Beyruth betrieben. Der ehemalige bedeutende Ha-fen ist versandet und die Schiffe ankern im Sommer an einerLandspitze bei der Stadt, im Winter in einer kleinen sehrsichern Bucht. Es wird in B. Baumwollenweberci undTöpferei getrieben. Die Ausfuhr besteht besonders in roherSeide, Galläpfeln, Safran !c., die Einfuhr in Zucker,Kaffee, Indigo, Cochenille, Tuch, Woll-, Baumwollen-und Seidcnzeugen, Stahl-, Eisen- und Kupferwaaren rc.
» I » «»« i iili ii»» rothe undblaue Schminkläppchcn, deren Farbe sich bei bloßer Anfcuch-tung abreibt. Die rothen Schminkläppchen (Läppchen vonBaumwollcnzeug oder Leinen) sind mit Cochenille, die früheraus der Levante kommenden waren durch Kermes gefärbt.Die blauen erhalten ihre Farbe durch Lackmus. Beide Ar-ten werden wenig mehr gebraucht.
große und sehr alte Stadt und Hauptort
des gleichnam. Arrond. in Frankreich, Depart. He'rault, aufeiner Höhe am Orb und am Canal-du-Midi, 43° 2<V31"n.Br. 0° 82^ 43" ö. L., mit 18,874 Einw., Unter-Präfectur,Civil-Tribunal, Handels-Tribunal, täglichen Schnell-Bot-fahrten nach Toulouse und Beaucaire, Fabriken für Bren-nerei-Apparate, chemische Produkte und Teppiche, Braue-reien, Spinnereien von Wolle und inländischer Seide, Ger-berei, Branntweindestillation, beträchtlichem Handel mitWein und Branntwein w.
Bezoar heißen mehrere steinartige Verhärtungen, dieman in den Eingeweiden verschiedener Thiere der heißenZone findet. Sie bestehen aus koncentrischen Lagen, sindglatt, länglich rund und von grauer, brauner oder schwar-zer Farbe. Man schrieb früher dem Bezoar große medici-nische Wirkungen zu, und er bildete ein Hauptingredienz zueiner Menge Geheimmitteln. Seitdem man aber weiß, daßdie Bestandtheile des Bezoars kohlen- und phosphorsaurcrKalk, thierische Theile und zuweilen Haarballen oder andereKörper sind, die zu seiner Entstehung Veranlassung gegebenhaben, ist er gänzlich außer Gebrauch gekommen und para-dirt nur noch in naturhistorischen Sammlungen als Natur-merkwürdigkeit. Es giebt Affenbezoar (der- kostbarste),Schwein bezoar (aus der Gallenblase des Stachel-schweins), Ziegenbezoaric.
Bezoarwurzcl, s. Contrayerva.
Bezogener, Trassat heißt der, auf welchen einWechsel von einem Andern ausgestellt ist.
Bianco, s. Blanco.
Biber nennt man ein langhaariges, ungeschorenesWollenzeug; es ist theils tuchartig, theils geköpert ausstarkem, aber schwach gedrehtem Garne gewebt, nach derWalke gefärbt und hat eine glänzende, durch Flöhsamen,Seinen?sxl>n, und Pressen appretirte Oberfläche. Biberwird in England zu Norwich, in Sachsen und Preußen zuCrimmitzschau, Langensalza, Buttstedt bei Weimar, Ber-lin rc. gemacht. Auch die böhmischen Fabriken liefern sehrschönen Biber in allen Farben und zwar geköpert, so wiedie sächsischen.
Biberfelle , Castorfelle. Diese Felle kommen vondem unter dem Namen Biber allgemein bekannten Säuge-thiere, das in Nordasien und Amerika an den Ufern derFlüsse in den wenig oder gar nicht bewohnten Gegenden lebt.Der Biber hat ein dicht behaartes Fell, dessen Haare theilslang, glänzend und grob, theils kurz, fein und sehr weichsind. Letztere sind das geschätzte Biberhaar. In gemäßigtenLändern ist die Farbe des Haares braun, in kalten schwarzund in den Polargegcnden weiß. Der Fang der Biber istfür Canada, die Hudson sbay und mehrere Gegendenin Nordamerika ein ungcmci» wichtiger Gegenstand desHandels. Canada führt jährlich 0 bis 10,000 Stück Felleund 2000 Pfd. Bibergeil (s. d. Art.), die Hudson sbay30 bis 80,000 Felle und mehrere tausend Pfd. Biberhaarc rc.aus. Die Felle werden dem Thiere gleich, nachdem es gc-tödtet ist, abgezogen und getrocknet in den Handel gebracht.Man hat besonders folgende Sorten:
Winterbiberfelle, frische Biberfelle, franz. casiorneust casior «llliivcr; engl. I'arclnncnt Ileaver, weil die innereSeite wie Pergament aussieht, die des im Winter gctödteten