Leinwand ausbreiten, an einander nähen und aufrollen, da-her er von den Tungusen und Jakuten möglichst breit ge-schält und statt der Filze oder Felle zur Bedeckung ihrerSpitzjurten (von Stangen) gebraucht wird. In Nordame-rika machen die Indianer aus dieser weißen BirkenrindeDecken oder Matten zum Gebrauch auf Reisen, um ihrePelze oder auch die Waaren gegen Nässe zu schützen. DieRinde der Birkensträucher schält man in Rußland in Riemenab und benutzt sie wie Lindenbast zum Flechten der Bast-schuhe oder Socken in großer Menge; Lappländer und Fin-nen verfertigen auch Körbe daraus, die wie gewebt aussehen,ferner Stricke, Teller, Kellen, Schachteln, besonders ausder feinen Rinde runde Dosen mit Fäden von Blei überzo-gen. Die innere schwärzliche Schale der Rinde wird anvielen Orten stakt der Eichenrinde oder mit dieser zugleichzum Gerben gebraucht. Das Leder soll aber dadurch brau-ner werden und an Dichtigkeit verlieren. Merkwürdig istbesonders die Benutzung des Birkensaftes. Dieser istim Frühjahr so häufig, daß er oft von den äußersten Spitzender Zweige tröpfelt. Man kann ihn von den Bäumen ab-zapfen und in der Haushaltung und Medicin gebrauchen;vor dem Ausschlagen der Bäume, etwa Mitte März bohrtman sie an und sammelt durch eine blecherne Rinne denSaft in ein unter sie gestelltes Gefäß.
Je höher am Baume, desto bessern, obwohl etwas we-niger Saft erhält man; der beste aber kommt aus den Zwei-gen, die etwa 3 Finger dick sind. Einen gesunden, starkenBaum kann man an mehreren Stellen anbohren und soerhält man in 24 Stunden 10 bis 18 Maaß Saft, in an-derthalb Wochen aber an Gewicht mehr als das des ganzenBaumes beträgt, der indeß nach einer so gewaltsamen Be-handlung gewöhnlich abstirbt. Bei einem mäßigen Abza-pfen werden die Bäume so geschont, daß sie es oft ertragen.Um eine hinlängliche Menge Saft einsammeln zu können,bohrt man auch viele Bäume zugleich an. Abwechselungvon Tag und Nacht, von Kälte und Wärme haben aucheinen großen Einfluß auf das stärkere oder schwächere Ab-fließen. Der Saft ist hell und süßlich, wird auf Bouteillengefüllt, wenn man ihn vor der Währung bewahren will,und oben mit etwas Baumöl bedeckt; man kann ihn alsangenehmes Getränk und auch als Heilmittel benutzen.Durch Abdampfen erhält man einen Syrup davon; auchkann man Zucker daraus bereiten; doch geschieht dies nicht,weil es nicht Vortheilhaft genug ist. Durch Währung erhältman daraus ein geistiges Getränk, den Birkenwein, derin mehrfacher Beziehung Aehnlichkeit mit dem Champagnerhat. Acht Kannen Birkensaft mit vier Pfund Zucker undfünf Bouteillen Franzwein, etwas Gewürz und Citronen-schalen, mit Bierhefen zur Gährung gebracht, giebt einenhaltbaren Wein, den man vorzüglich in Lief- und Curland,auch in Rußland und Sibirien in vielen herrschaftlichenHäusern findet. Der für sich behutsam eingetrocknete Bir-kensaft giebt eine Art Manna; auch erhält man einen gu-ten Essig aus dem Safte. In Rußland hat man eine eigen-thümliche Benutzung der alten Birkenrinde, auch der schonfaulenden Bäume (durch Windbruch) zur Bereitung desBirkenöls oder BirkentHeers, russisch OogLol, zurAuchtengcrberei, auch zum Schmieren der Wagen und Ma-schinen. Es ist das beste Mittel, dem Juchten die rechteI.
Güte und Dauerhaftigkeit, und das einzige, ihm den beson-dern Geruch zu geben. Da die alte Rinde nicht überallhinreichend zu haben ist, so wird schlechterer Daggot ausBirkenholz mit der Rinde geschwelt.
Sonst zieht man in andern Gegenden aus der Rindeauch ein Wasser, Degenöl oder Birkentheer genannt,und gebraucht es als Arznei. In der Ukraine wird derBirkensaft in ein mit fettem Thon ausgeschlagenes Loch ge-knetet, wo er zu einer Gallerte und endlich zu einer bern-steinfarbigen, elastischen durchsichtigen Masse, dem Feder-harz ähnlich, verwandelt wird.
große Stadt in England in derGrafschaft Warwich, mit 198,000 Einw., besteht aus derOber- und Niederstadt, nächst Manchester die wichtigste Fa-brikstadt in England, die vor 100 Jahren kaum 6000 Einw.zählte. Der fortwährend über ihr schwebende Rauch vonden zahllosen Fabriken, durch Dampfmaschinen betrieben,giebt ihr ein düsteres Aussehen. Die Hauptartikel der In-dustrie sind: Metallwaaren, Feilen, Raspeln, Sägeblätterund andere Werkzeuge, Knöpfe, Stecknadeln, Nägel, Dampf-maschinen, Pferdegeschirr, Blechwaaren, ausgezeichnete Ge-wehre, Windbüchsen, Bijouterie, Quincaillerie, lackirteund versilberte Waaren ic. unter dem Namen virmiuxlmmwvs bekannt. Der Handel mit diesen Fabrikaten ist höchstbedeutend. Der großartige Verkehr wird durch drei Ka-näle in verschiedener Richtung, die nach der Stadt benanntsind, so wie durch vier Eisenbahnen: gegen S. nach London,nach Gloucester, Bristol und Erster, gegen N. nach Derby,Sheffsield, York und Newcastle, nach Manchester, Liver-pool, Presto», Lancaster befördert.
Birnenwein, s. Obstwein.
Bis heißt ein Gewicht: 1) in der birmanischenProvinz Pegu in Hinterindien von 31,981 holt. As Schwereoder — 3 Pfund 9>/z Loth preuß. — 2) auf der Küste Co -ro mandel von 28,498 holt. As oder 2 Pfund 29 Loth3 Quentchen preuß.
Bisam, lat. dloscbuv; franz. Uusc; engl. Kuslc; ital.ziuscbio, eine im frischen Zustande schmierige, überaus starkund durchdringend, besonders in der Entfernung wohlrie-chende Substanz von dunkelbrauner Farbe, in länglich-run-den , zwischen dem Nabel und den Schamtheilen des auf dengroßen Gebirgen des mittleren Asiens, von China, der Tak-tarei und Thibet lebenden Bisamthiers, dloocbus mo-sdiiierus , l.., oder Bisamrehs, jedoch nur des männlichenThieres oder Bocks, sitzenden Beuteln. Es giebt davon imHandel folgende, in Ansehung der Güte sehr verschiedeneSorten, die sich auch durch die Form, Farbe und Größe desBeutels unterscheiden.
1) Tunquinischer, tunquinesischer, tibe-tanischer Bisam, Kosclius lungulnonsis 5. »rientolis.Dieser ist der bei weitem beste, aber auch der theuerste. Erkommt aus den mittleren und östlichen Ländern Asiens, be-sonders aus China, Tonkin und Thibet, in kleinen, länglichviereckigen Kistchen, die mit Blei ausgelegt und auswendigmit Papier oder Seidenzeug überzogen sind. Auch sind dieeinzelnen Bisambeutcl in dünnes Papier eingewickelt, wor-auf mit blauer oder rother Farbe in einer viereckigen Ein-fassung mehrere chinesische Zeichen gedruckt erscheinen. Oefters
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