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Erster Band. A - G.
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Bisam

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Bisam

sind die Bisambeutel noch in ein dunkelgelbbräunliches,schwach durchscheinendes Papier eingeschlagen. Auf derinnern Seite des Deckels ist mit rothen Umrissen eine Zi-bethjagd abgebildet. Die Bisambeutel sind taubeneigroß,mehr rund als länglich, auswendig mit braungelben oderröthlichbraunen, borstenförmigen Haaren besetzt, inwendigmit einer feinen häutigen Decke umkleidet, fest, unversehrt,mehr oder weniger dicht und mit dem eigentlichen Moschusangefüllt. Der darin in einigen Abtheilungen unzusam-menhängend befindliche Moschus hat das Ansehen eines ge-ronnenen und zerbröckelten Blutes, und besteht aus meistenskleinen, dunkelbraunröthlichen, gelb - oder schwarzbraunen,körnerartigen, nicht zusammengebackenen und darunter be-findlichen größeren, noch dunkleren, weniger harten, mehrzähen Klümpchen, welche sich etwas fett anfühlen, in derNähe einen starken, widrigen, bei einer starken Bertheilungaber angenehmen Geruch und einen scharf bitterlichen, ge-linde zusammenziehenden Geschmack haben.

Ein guter ächter Bisam muß außerdem beim Kauenoder Reiben mit einem Messer auf Papier nichts Sandigesfühlen lassen, sondern im letzteren Falle vielmehr einigeglänzende harzige Punkte zeigen und eine hellere, ins Gelbespielende Farbe annehmen. Auf einem heißen Bleche undin der Sonnenhitze durch ein Brennglas muß er mit demihm eigenthümlichen Gerüche verdampfen und verbrennenund nur höchst wenig grauliche Asche zurücklassen. Auchhielt man es sonst gewöhnlich für ein Zeichen, daß Moschusnicht ächt, sondern verfälscht sei, wenn er, mit Kali zusam-mengerieben, den flüchtigen Geruch des Ammoniums ent-wickelt. Die Versuche aber, welche Thicmann hierüberanstellte, und die bald darauf Bucholz wiederholte, bewei-sen es zur Genüge, daß jeder ächte Moschus Ammoniumenthalte und dieses als ein demselben zugehöriger Bestand-theil angesehen werden müsse. Das Ausdünsten von Am-monium und Entbinden desselben aus dem Moschus durchAlkalien zeigen daher keineswegs eine sonst angenommeneVerfälschung desselben mit Blut oder gehacktem Fleische an,sondern seien vielmehr als ein Zeichen vorzüglicher Gütedesselben anzusehen, und der Moschus dünste dasselbe um somehr aus, je frischer er sei. Auch ist nach diesen Versuchender ächte Moschus in reinem Wasser, sowohl in der Kälteals in der Wärme an sich ganz, bis auf 10 Procent zurück-bleibende thierische Haut auflöslich. Der Alkohol löst 2SProcent davon auf. Die große Auflöslichkeit des Moschusim Wasser, in Verbindung mit dem ihm eigenthümlichenGeruch und dem Ausdünsten des Ammoniums möchten daherals charakteristische Kennzeichen der Aechtheit desselben zubetrachten sein.

2) Der sibirische, kabardinische oder russischeBisam, kloscbus sibiricus s. cnbnrüinus, ist eine geringereund wohlfeilere Sorte, die aus Sibirien in mehr länglichen,an dem einen Ende zugespitzten und mit längeren, weißenoder weißgrauen Haaren dicht und stark besetzten Beutelngebracht wird. Der darin enthaltene, mit vielen Häutendurchwetzte Bisam ist mehr kleinkörnig, perlenartig, besitzteine hellere gelbbraune Farbe und einen weit schwächeren,widrigen, dem Bibergeil oder Pferdeschweiß ähnlichen Ge-ruch, dünstet noch weniger Ammonium aus, und ist über-haupt schwächer als der vorige.

3) Martius (Lehrbuch der Pharmaceut. Zoologie,Stuttg. 1838, S. 37) machte eine dritte wenig gekannteund bis dahin noch nicht beschriebene Art, den buchari-schen Bisam, dlosclms buckaricus, bekannt. Die Beu-tel desselben sind sehr klein, beinahe rund, auf beiden Sei-ten mehr oder weniger gewölbt, die Haare auf der oberenSeite haben eine gelbröthlichbraune Farbe, sind selten undumgeben ebenfalls den Beutel, so daß sie auf der Mitte, wosich die Harnröhre öffnet, pinselförmig hinlaufen. Die ge-trockneten Beutel sind von graulichschwarzer Farbe, miteinem sehr schwachen Geruch. Das Thier, von dem dieseBeutel genommen werden, ist noch unbekannt, vielleicht dasaltaische Moschusthier, und der Moschus die geringste Art.

Uebrigens unterscheidet man im Handel den Bisam, alsMoschus in Beuteln, dlosckus in vesicis, und denschon herausgenommenen als Illoscdus ex vesicis. Bei derKostbarkeit des Moschus und dessen mannigfachen Verfäl-schungen sollte ein gewissenhafter Apotheker durchaus nichtden aus den Beuteln herausgenommenen Moschus kaufe»,sobald dieDrogueriehandlung nicht ganz zuverlässig ist, vonder er ihn bezieht. Indessen ist es stets das Sicherste, denBisam noch in Beuteln zu kaufen, und diese dann zu öffnen.

Aufbewahrung: Der Moschus muß in wohlver-schlossenen, enghalsigen Gläsern aufbewahrt werden, nichtaber in Blei, weil dieses davon angegriffen wird.

Gebrauch: In der Arzneikunde als nervcnreizendesMittel, zuweilen auch unter Parfümerien, wozu er abernur in ganz geringen Dosen angewendet werden darf, daein starker Moschusgeruch vielen Personen sogleich Kopfwehverursacht. Verfälschungen: Seines hohen Preiseswegen ist der Moschus vielen Verfälschungen ausgesetzt; diehäufigsten darunter sind Zusätze von Sand, gehacktem Fleisch,getrocknetem Blut, Vogelmist, Wachs, Judenpech, Benzoe,Storax, Asphalt, mancherlei Gewürzen, Blei rc. Manerkennt diese Betrügereien, bei sorgfältiger Untersuchungder Beutel, an der eigenthümlichen Struktur und der künst-lichen Zusammenfügung derselben, durch genaue Verglei-chung mit ächtem Moschus und durch chemische Reagentien.Büchner und Göbel haben darauf aufmerksam gemacht,daß bei unverfälschtem Moschus da, wo die Haare kreisför-mig, gewöhnlich auf der Mitte der behaarten Seite stehen,eine kleine Oeffnung sich findet, von der Größe einer Steck-nadel bis zu der einer Linse. Die Haare sind hier gewöhn-lich abgerieben, bräunlich gefärbt, einzelne sind sogar ein-wärts gebogen. In der neuesten Zeit hat man außer Zweifelgesetzt, daß diese Oeffnungen nicht künstlich hervorgebrachtsind, und nimmt an, daß sie mit dem Geschlechtssysteme in derinnigsten Verbindung stehen.

Man glaubt in der Regel, daß die genähten Moschus-beutel verfälschte sind: allein bei Martius Untersuchungenüber diesen Gegenstand hatte dieser Gelegenheit, einen sol-chen genähten, cabardinischen Beutel zu untersuchen, dersich, nachdem die eingeweichte äußere Haut durchs Präpari-ren entfernt war, auch nicht im geringsten zerrissen, zusam-mengeklebt oder nachgekünstelt erwies. Es ist deswegen si-cher anzunehmen, daß ein großerTheil der genähten Beutel,vielleicht alle, nicht nachgekünstelt ist.

Gewöhnlich ist an genähten Beuteln die Naht mit st

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