Böhm
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Böhmen
meiner eigenhändigen Unterschrist und meinem Siegel dreiBodmereibriefe von einerlei Inhalte ausgefertigt, da, wenndem einen ein Genüge geschehen, die beiden andern von kei-ner Gültigkeit sein sollen.
Gegeben zu Danzig, den S. März 18 .
Hans Klaus Jacobson.
Hvxol» (Santa ke äe), Hauptstadt des FreistaatsNeu-Granada und des Depart. Cundinamarca, mit 40,000Einwohnern, Universität, Observatorium, Münze, Mu-seum, Handel, der nicht unbedeutend ist. Die fruchtbareEbene, welche die Stadt umschließt, liegt 8000 Fuß überder Mceressläche.
Böhm, eine ehemalige Silberscheidemünze in Böh-men und Schlesien; in Schlesien mit dem schlesischen Adler,30 — 1 Thlr. preuß., 1 Böhm — 3 Kreuzer. In Schle-sien wurden sie bei Einführung der Silbergroschen einge-zogen.
Böhmen, ein Königreich in Deutschland und öster-reichischer Erbstaat; ringsum von Gebirgen eingeschlossen,ist das Land ein Thalkessel, von 933 österreichischen QM.mit 4,223,400 Einw. in 16 Kreisen, 287 Städten, 277Marktflecken und 11,931 Dörfern, und wird gegen NO.durch Schlesien, NW. Sachsen, SW. Baiern, S. Oester-reich, SO. Mähren begrenzt. Im W. steht das Fichtel-gebirge; von hier aus SW gegen NO. bis zur Elbe daserzhaltige und starkbewaldete Erzgebirge; jenseit der Elbesetzt das Gebirge als Sudeten fort auf der Grenze gegenSO. im lausitzer Gebirge, Isar-Kamm, Riesen-Gebirge,Forst-Kamm, habelschwerder oder glatzer und Schnee-Gebirge. Auf der Grenze zwischen Mähren und Böhmensteht das mährische Gebirge von NO. nach SW., bis zurVereinigung mit dem böhmer Waldgebirge, das von NW.nach SO. steht. Der Gebirgskessel wird durch den Aus-fluß der Elbe nach Sachsen geöffnet. Sie entspringt amRiesengebirge, und ihr strömen alle Flüsse des Landes,Moldau, Jser, Eger rc. zu. Das Land ist im Allgemeinenfruchtbar und reich an eigenthümlichen Naturgaben. DieLandwirthschaft schafft Getreide und Obst. Im Getreide-bau nimmt Böhmen die dritte Stelle unter den österreichi-schen Staaten ein. Er gewährt jährlich an 2 Mill. WetzenWeizen, 10 Mill. Metzen Roggen, 4 Mill. Wetzen Gerste,8 Mill. Metzen Hafer. Ein wichtiges Erzeugniß ist derHopfen, vorzüglich im saatzer Kreise, dessen Ertrag sichjährlich auf mehr als 20,000 Ctr. beläuft. Beträchtlich istauch der Obstbau, besonders Pflaumen, von denen ge-trocknet viel ausgeführt wird. Ein Haupterzeugniß ist derFlachs. Den besten liefern Arnau, Königssal, Seelau,am wenigsten die südlichen Provinzen. Handspinnerei,Leineweberei, Zwirnen, Bleichen, Färben und Drucken istein vorzüglicher Nahrungszweig im N. und NO. des Lan-des, für dessen Wiederbelebung jetzt durch Spinnschulen,Verbesserung der Flachskultur und Flachsbereitung für diemechanische Verarbeitung an verschiedenen Orten emsig ge-sorgt wird. Das Handgespinnst liefert die feinsten Battist-garne, wie die gewöhnlichen Weber- und Zwirngarne.Auch bestehen einige Flachsgarnmaschinenspinnereien. Den-noch wird der inländische Bedarf an Garn noch bei weitemnicht befriedigt. .Indessen sinkt die Ausfuhr der österreichi-
schen Leinen durch die vielfach im Welthandel begünstigteConkurrenz der Engländer fortwährend; sie war nämlich1841: 82,660; 1842: 44,684; 1844: 42,446 Ctr. Dieböhmische Spitzenklöppelci hat, wie die sächsische, aufdem Markt sehr durch den englischen Bobbinet gelitten.Die Baumwollindustrie ist beträchtlich. Es arbeitengegen 70 Baumwollmaschinenspinnereien. Die Baumwoll-weberei schafft fast alle Zeuge; jedoch überwiegt die Spin-nerei. Kattundruckereien bestehen ohngefähr 80, nebsteinigen Lürkischrothfärbereien, im Lande. Fürdie ansehnliche Tuch- und Wollzeugmanufaktur ist beson-ders die Kamm- und Streichgarnspinnerei wichtig. DieStrumpfwirkerei ist nicht bedeutend. Von Papierliefern die Papiermühlen (118) und Papierfabriken (8)nicht mehr als die mittelguten Papiere; die besseren werdenaus dem Auslande bezogen. — Das wichtigste und weltbe-rühmte Kunsterzeugniß Böhmens ist das Glas, die fal-schen Edelsteine oder sogenannten böhmischen Steine,so wie die Glasperlen. Die krystallhelle Reinheit,Kunstschleiferei und Färbung des Glases in Böhmen hatdemselben den über die Erde verbreiteten Ruf erworben.Die böhmischen Steine und Perlen sind durch ganz Afrika,in Ostindien bis China eine allgemein beliebte Waare. Inder neueren Zeit ist auch durch die vorhandene großeMenge an den nöthigen Rohprodukten die Porzellan-fabrikation begonnen worden, die nicht Unbedeutendesschafft. Berühmt sind die böhmischen Granaten, undderen Schleiferei zu Turnau. Der Bergbau und Hüttcn-betrieb fördert einiges Gold (jährlich 2 Mark), Silbe:an 23,000 Mark, Zinn an 1300 Ctr., Blei an 960 Ctr.,Glätte 13,000 Ctr., Kupfer 6 Ctr., Schwefel 10,300 Ctr.,Alaun 12,800 Ctr., Graphit 16,000 Ctr., Eisenvitriol37,000 Ctr., Kupfervitriol 4000 Pfd., Braun - und Stein-kohlen 4,360,000 Ctr., Roheisen 276,000 Ctr. durch Hoch-öfen, Hammer-, Blechwalz- und Drahtwerke, Eisen- undStahlwaarenschmieden verarbeitet. Zinkblech - und Draht-werke hat Böhmen unter den österreichischen Staaten diemeisten. Einen reichen Schatz besitzt das Land in seinenMineralquellen zu Karlsbad, Teplitz, Marienbad, Eger,Bilin, Püllna, Saidschütz, deren Wasser zum Theil aus-geführt wird. Die früher sehr umfangreiche Fabrikationvon Runkelrübenzucker nimmt jetzt ab, weil der Ge-winn den Kosten nicht entspricht. Die BierbrauereiundBranntweinbrennerei sind bedeutend.
So wie die Kohlengruben, so giebt auch der Wald vielzur Ausfuhr auf der Elbe. Obschon Böhmen unter allenösterreichischen Staaten der ärmste an Weide ist, so hat esdoch nächst Ober-Oesterreich das meiste Hornvieh auf dieQM. gerechnet, 1090 Stück; eben so günstig ist die Pferde-zucht, 163 auf die QM. Die Schafzucht nimmt allmäh-lig zu, sie hat aber die frühere Höhe noch nicht erreicht.Im Jahr 1796 gab es 2,095,640; 1803: 1,297,816; 1823:907,637; 1837: 1,392,343; 1843: 1,804,207 Stück.Die Schweinezucht, besonders im südl. und westl. Theil desLandes, liefert jährlich an 30,000 Stück zur Ausfuhr.Bedeutend ist die Gänsezucht, namentlich in dem taborer,budweiser, klattauer und pilsener Kreise, wodurch Böh-men den so gewinnreichen Ausfuhrartikel der Bcttfedern ge-winnt, Böhmen ist der Hauptsitz des Handels damit, be-