Bombay
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Bombay
riff, welches sich von Tüll Point etwa 3'/, Meilen hinauserstreckt, bildet die Südgrenze der Einfahrt, und die Breitedes Kanals zwischen ihnen beträgt gegen 3 Meilen, seineLiefe 7 bis 8 Klafter. Bei'm Einlaufen in den Hafen mußman einen unter dem Wasser stehenden Felsen vermeiden,der beinahe östlich von demLeuchtthurm in einer Entfernungvon l>/2 Meile liegt, so wie eine Sandbank, tbo middioxrounä genannt, die etwa 1>/, M. von dem südlichen Endeder Stadt und ihr beinahe gegenüber sich erstreckt. S. bii-ckolson onä VValson's Plan ok Lomba^ Ilordour.
Bombay ist Sitz des Guverneurs, einer Vice-Admira-lität, und seit einigen Jahren der Stationsort für die ostin-dische Kriegsmarine. Außerdem ist Bombay der einzigebedeutende Hafen im britischen Indien, in welchem dasFallen und Steigen der Ebbe und Fluth beträchtlich genugist, um den Bau geräumiger Hafenbassins zu gestatten.Gewöhnlich steigt die Fluth gegen 14, zuweilen aber auch17 Fuß hoch. Die geräumigen von der ostindischen Com-pagnie erbauten Docks gehören dieser als Eigenthum, undstehen größtentheils unter der Aufsicht von Parsen, welche,mit Ausnahme der Chinesen, das gewerbfleißigste und ver-ständigste Volk im Orient sind. Es werden hier Kauffar-teifahrer erster Größe, von 1300 bis 1400 Tonnen Last fürden Baumwollenhandel nach China, desgleichen Fregattenund Kriegsschiffe, zuweilen unter ausschließlicher Leitungvon parsischen Werkleuten erbaut. Da das Schiffsbauholzaus weiter Entfernung herbeigeschafft werden muß, so ist derBau von Schiffen in Bombay sehr kostspielig; da man abernur Tiekholz gebraucht, was in den übrigen Gegenden In-diens nicht der Fall ist, so sind die hier erbauten Schiffe diedauerhaftesten, und können 80 bis 60 Jahre lang Seefahrtenaushalten, sind daher gewöhnlich langsame Segler.
Handel und Schifssahrt.
Das kleine unfruchtbare, etwa nur 18>/, QMeil. großeEiland, liefert keine Ausfuhrartikel und kaum sso viel Ge-treide, daß ihre Bewohner eine Woche davon leben könnten.Auch das angrenzende Gebiet ist nicht ergiebig und die ganzePräsidentschaft von Bombay liefert, mit Ausnahme vonBaumwolle und Reis, keinen der bedeutenden Kolonialsta-pelartikel, wie Zucker, Kasse und Indigo; dessen ohngeachtetist Bombay ein wichtiger Stapelort für die Einfuhr- undAusfuhr, aus und nach fremden Ländern. Sein Handels-verkehr besteht mit China, Großbritannien, den Gegendenam persischen Meerbusen, Ealcutta, Cutsch, Sinke, derMalabar-Küste, den fremden europäischen Ländern und denVereinigten-Staaten von Nord-Amerika. Der Handel mitChina hat sich seit dem Kriege mit den Engländern wiedergehoben. Der Hauptausfuhrartikel nach China ist Baum-wolle, wozu sich noch, seitdem England in den Besitz derProvinz Malwa gekommen ist, Opium gesellte; die minderwichtigen Artikel sind Pfeffer, Sandelholz, Perlen, Gummiarabicum, gesalzene Fische und Haiflossen. Die Einfuhraus Chinä, die viel kleiner ist als die Ausfuhr, besteht ausroher Seide, Alaun, Kampher, Cassia, Nankin, Rhabarber,Thee, rohem Zucker, Zinnober und andern Farbestoffen,nebst einer beträchtlichen Quantität Gold- und Silberbar-ren. In den Jahren 1828 und 1829 belief sich die Anzahlder Schiffe, welche von Bombay nach Canton geladen wa-
ren, aus 36 mit einer Last von 27,731 Tonnen; die Zahlderer aber, die von daher nach Bombay kamen, nur auf 30mit einem Gehalt von 17,334 Tonnen, indem viele von denSchiffen, nachdem sie ihre Ladungen zu Canton gelöscht hat-ten, Nebenfahrten machten.
Der Handelsverkehr Großbritanniens mit Bombaywächst regelmäßig seit der Aufhebung des Beschränkungs-Systcms. Die Hauptausfuhrartikel, womit Bombay Groß-britannien versorgt, sind Baumwolle (1840: 81,381,688Pfund), dann Pfeffer, Cardamomen, Gewürze, Gummiarabicum, Droguerien und rohe Seide aus China und Per-sien, Elfenbein, Kasse vom rothen Meer, Wolle, Stückgüter;aus England werden dagegen hauptsächlich eingeführtBaumwollenzeuge, Baumwollengarn, wofür Bombay,nächst Calcutta, der beste Abzugskanal ist, dann wolleneTücher, Eisen, Kupfer, Zink, Glaswaaren, Wein -c.Auch mit Frankreich und Hamburg steht Bombay inHandelsverkehr, der jedoch nicht von sonderlicher Bedeu-tung ist; dasselbe gilt von seinem Handel mit den Vereinig-ten-Staaten von Nordamerika. Während einiger Jahre,die zwischen 1814 und 1829 liegen, bestand ein, allerdingsnicht beträchtlicher, Handelsverkehr zwischen Bombay, Por-tugal und Brasilien.
Der Handel zwischen Bombay und Calcutta hat inFolge der Abschaffung des Beschränkungssystems im 1.1813abgenommen, weil Bombay seitdem viele Waaren unmittel-bar aus den fremden Häfen bezieht, die es früher von Cal-cutta, als Stapelort beziehen mußte.
Der Verkehr zwischen Bombay und den Häfen am per-sischen Golf hat sich seit einigen Jahren wesentlich verändert,seitdem Trebisonde sich zu einem bedeutenden Handelsplatzim Handelsverkehr Europas mit Persien erhoben hat. Seit-dem geschieht die Einfuhr englischer Industrie-Erzeugnissenach Persien nicht mehr, wie früher, über Bombay undBushire, sondern über Trebisonde und die levantischen Hä-fen, und ebenso wird die Ausfuhr der rohen Seide aus Pcr-sien durch jene Häfen gemacht.
Im Jahr 1820 belief sich die Zahl der Schiffe, welcheKaufleuten von Bombay gehörten, auf 48 mit 20,000 Ton-nen; im Jahr 1843 auf 88 von 31,378 Tonnen, die meisteingebornen Kaufleuten gehören und im Handel mit Ehina,England und anderen Gegenden gebraucht werden. DieMatrosen sind größtentheils Hindus oder Lascaren, und dievon Bombay gelten als die besten aus Indien; jedoch sindder Kapitän und die übrigen Offiziere, wenn auch nicht im-mer, Engländer. Außer diesen großen Schiffen giebt eseine große Menge einheimischer Fahrzeuge von verschiedenenGestalten und Namen, insgesammt von ohngefähr 80,000Tonnen, von 2 bis 173 Tonnen jedes. Diese Fahrzeugeversorgen die Stadt mit Brennholz, Heu, Stroh -c., vomnahen Festlande, oder sie fahren an der Küste hin vom CapComorin bis zum Golf von Cutsch, zuweilen auch auf derhohen See nach Muscat und in den arabischen Meerbusen.Während der acht schönen Monate, vom Oktober bis Mai,machen die größeren Schiffe fünf bis sechsmal die Reise nachDamaun, Surate, Cambay, Broach, Jumbosier und Cutsch,und bringen aus diesen Häfen, wo sie auch zuweilen über-wintern und viele ihrer Schiffseigner oder Rheder wohnen,