Braunschweiger Grün
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Braunstein
der herzogl. Familiengruft, die Andreas-Kirche u. a., dasneue herzogl. Schloß, das Landschaftshaus, Zeughaus, denneuen ehernen Löwen, das 60 Fuß hohe gußeiserne Denkmalder im Kampf gegen Napoleon gefallenen beiden braunschw.Herzöge, das Denkmal der 1809 bei Braunschweig erschosse-nen Kämpfer aus dem Schill'schen Freikorps, das Colle-gium Carolinum, Schullehrer-Seminar, Gesammt-Gymna-sium mit dem Real-Jnstitut, das anatomisch-chirurgischeCollegium, eine Forst-Akademie, Taubstummen-Institut,Fabriken für Wollzeuge, Handschuhe, Spiegel, Lackir- undPapiermache-Waaren, Papier-Tapeten, Bier, besondersbraunschweiger Mumme, Pfefferkuchen, berühmte geräucherteFleischwaaren, besonders Würste. Im Jahr 1334 erfandauch der braunschweiger Einwohner Jörgen das Spinnrad.Wichtig sind die beiden hier stattfindenden Messen, welche 8bis 10 Tage dauern. Die erste, die Lichtmesse, beginntam Donnerstage derjenigen Woche, in welcher Maria Licht-messe (Anfangs Februar) fällt; die andere, Laurentii-Messe, am Donnerstag der Woche, in welcher der TagLaurcntius fällt. Ist einer der beiden Lage ein Sonntag,so beginnt die Messe am Donnerstag vorher. Außerdemhat die Stadt zwei eintägige Weltmärkte, am 1. Juli undam 7. August.
Mhgebriiuche.
Der Lues in Braunschweig ist seit 1833 derselbe wie inLeipzig und Berlin, im 14 Thalerfuß. Der meiste Wechsel-verkehr findet in den beiden Messen statt.
Der Uft der Wechsel ist 14 Tage nach der Accep-,tation.
liespekttage werden nur in gewissen Verhältnissen drei(nach H. 31 der Wechselordnung), gewöhnlich nicht, zuge-lassen. Die Wechsel sollen in der Regel in der ersten Meß-woche bis Freitag Abend angenommen, und die Zahlungderselben spätestens am Donnerstag in der zweiten Meßwochegeleistet, oder Protest erhoben werden.
Die Courtage bei Waarengeschäften beträgt >/z Pro-cent, und wird sowohl vom Verkäufer, als vom Käuferbezahlt.
Baumöl verkauft man nach dem Ctr., Rüböl nachder Pipe von 820 Pfd. '
Die Tonne Butter groß Band nimmt man zunetto 280 Pfund, die Tonne klein Band zu netto 224Pfund an.
1 Stiege bedeutet 20 Stück. — 1 Pack Tuch bedeutet10 Stück, 1 Stück zu 22 Tuch a 32 Ellen. — 1 LastHeringe ist 10 Tonnen, 1 Last Salz oder Butter18 Tonnen.
Lara. Bei Wolle und den meisten übrigen Waarenwird die wirkliche Tara berechnet, bei Hopfen aberwird die Tara mit als Waare in Anrechnung gebracht.
Braunschweiger Grün, lat. Virile llrunsvixonso,franz. Vert üo Lrunsvic, engl. llrunsuicli groon, ital. Vcräo (liIlronovica, eine Mineralfarbe, im Jahr 1764 von den Gebr.Gravenhorst in Braunschweig erfunden, deren Bereitungman lange Zeit als ein Geheimniß betrachtete. Jetzt wirdsie in allen Farbenfabriken gemacht. Man übergießt Ku-pferbleche mit einer Auflösung von Salmiak in Wasser,
kratzt die grüne Masse, welche sich nach einiger Zeit bildet,ab, und setzt die Digestion so lange fort, bis alles Kupferverschwunden ist. Auf diese Weise erhält man das eigent-liche braunschweiger Grün; doch arbeiten nicht alle Farben-fabriken nach dieser Methode. Gebrauch: als Anstreich-und Oelfarbe.
Braunstein, französisch öiongonöso,, engl. Kanxsnoso,vrmvn Mono, ist der technische Name für das Grauman-ganerz oder Weichmanganerz (Pyrolusit) undHausmannit oder Schwarzmanganerz oderschwarzer Braunstein. Es ist ein eigenthümlichesMetall, wurde aber früher mit Unrecht den Eisenerzen zu-gezählt. Der Braunstein kommt in strahligen saftigen,kugligen, traubigen, nierenförmigen und blättrigen Massen,so wie auch in schönen Krystallen von metallischem Glänzevor, und findet sich in vielen Gebirgen, besonders bei Il-menau (in Thüringen), Jlefeld (am Harz), im Siegen'schen,bei Trier, im Erzgebirge, in Böhmen, Mähren, Sieben-bürgen, Tyrol, Frankreich (in komaneclie, pcrixucux, 8l.ölicoucl etc.), Piemont rc. Das gewöhnliche ilefelder Grau-braunsteinerz ist in der Masse stahlgrau mit starkem Metall-glanz, und gepulvert braun. Das Schwarzmangan bestehtin gelbkörnigen Massen. Er ist für mehrere technische Zweckeunentbehrlich. Auf Seereisen wird er dem Wasser zugesetzt,um es vor Fäulniß zu schützen. In der Glühhitze giebt erseinen Sauerstoffgehalt her, weswegen er das vorzüglichsteMaterial zur Sauerstoffgasbereitung ist. Ferner dient er,in geringer Menge der schmelzenden Glasmasse zugesetzt,zum Entfärben derselben, weshalb er von den Glassabri-kanten den Namen Glasmacherseife (8avon äo verrcrie, 6Ias-makers soap) erhalten hat; in größerer Menge färbt er dasGlas violett. Ferner dient der Braunstein zur Bereitungdes Chlorgases, des Chlorwassers, Chlorkalis, des flüssigenund trockenen Chlorkalks, womit man die Papierlumpcn,Leinwand, Baumwollgewebe bleicht; zu schwarzen und vio-letten Glasuren; zur braunen Fayence-Glasur; zur schwar-zen Farbe in der Porzellan- und Email-Malerei entwedermit Kobalt- oder Kupferoxyd, oder mit Hammerschlag undAlaun vermischt; zum Färben der Seife und als Zuschlagin Hüttenwerken; mit ausgetrockneten Oelen abgerieben zueiner dauerhaften Anstrichfarbe der Schiffer. Er kommt in !Stücken oder gepulvert in den Handel. Dem gepulverten >pflegt man gewöhnlich noch dichtes Manganerz, was au-ßer dem Manganoxyd noch 10 bis 20 Proc. Eisen, 2 bis 6Proc. Baryt, 3 bis 6 Proc. Kalkerde und mehrere ProcentKieselerde enthält, beizumengen, weshalb es weit wenigerzur Chlorentwickelung taugt als das Grau- und Schwarz-manganerz. Zur Glasfabrikation kann man es dagegenohne Nachtheil verwenden. Das dichte Manganerz findet >sich in derben schwarzgrauen Massen in allen Braunstein- ^bergwerken, es zeichnet sich durch bedeutende Schwere und !Härte aus, und da es weit billiger als die andern Mangan-erze ist, so braucht man es gepulvert zum Verfälschen der-selben. Es unterscheidet sich im Aeußern auf den erstenBlick schon vom eigentlichen Braunstein, der stets ein kry-stallinisches Gefüge hat, und deshalb kann man es nur demgepulverten beimischen, was auch in der Regel geschieht,weshalb auch der gepulverte gewöhnlich weit billiger notirtwird als der Braunstein in Stücken. Die Methode, den