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Bremm
Braunstein auf seine Güte zur Chlorgewinnung zu prüfen,findet man bei'm Artikel Chlor angegeben. Außer jenenbeiden Arten des Manganerzes unterscheidet man auchdie Arten Braunit oder Hart Manganerz; Man-ganit oder Glanzmanganerz oder auch Braun-manganerz; Psilomelan, oder Hartmanga» erz,oder auch Schwarzmanganerz, schwarzer Glas-kopf. Früher glaubte man, Braunstein sei überhauptManganoxyd. — Er wird nach Centnern verkauft.
Lstallo, loesa, ein spanisches Längen-
Maaß.
Brazetto, Fuß, Längenmaaß im schweizer KantonLessin.
Brechnuß, Krähenauge, lat. blnx vomica, franz.kloix vomiguo, engl. poison nuts, ital. Aoco vomic», ist derSaame eines in Ostindien wachsenden Baumes s8u^cImosnux vomier I..); flach, scheibenartig und kreisrund, 8 bis 10Linien im Durchmesser, und 1 bis 2 Linien dick, außen mitgraulichen, silberfarbenen, seidenglänzenden und dicht anlie-genden Haaren bedeckt, die kreisförmig gegen die Mitte hinzusammenlaufen, und auf einer dünnen, braunen Haut sitzen,die sich durch Einweichen des Saamens leicht entfernen läßt.Der innere Kern besteht aus zwei Theilen oder Lappen, diegelb oder braun, hornartig, halbdurchscheinend und zähesind. Der Geruch ist sehr schwach aromatisch und widrig bal-samisch, entwickelt sich aber erst durch das Einweichen; derGeschmack äußerst unangenehm bitter und nachhaltig. DerGenuß wirkt als ein sehr heftiges narkotisch-scharfes Giftauf Menschen, Säugethiere und Bögel, indem er Betäubung,Brechen, Schwindel und Zuckungen erregt, bis der Tod er-folgt. — In den Handel kommt dieser Artikel entwederganz, oder gepulvert und geraspelt. Gepulvert wird er sehrhäufig mit anderen Pulvern, Kochsalz, Magnesia oder koh-lensaurem Kalk verfälscht. Er wird aus London, Marseille,Livorno, Genua in Säcken zu 100 Pfd. bezogen. Da dieKörner schwer zu pulvern sind, so werden sie vorher durchheißen Wasserdampf erweicht und darauf getrocknet. Man! muß der Gefährlichkeit wegen mit großer Vorsicht damit^ umgehen.
! Brechweinstein, Spießglanz- oder Antimon-Weinstein, lat. Tartarus stidiatns, lArlrrs balico slibicus,Tartarus emeticus, wird aus Weinstein und Antimonoxydauf verschiedene Weise bereitet, vermittelst des Wassers, inGlas- oder Porzellangefäßen beständig umgerührt und biszur völligen Auflösung gekocht, dann filtrirt, darauf ver-dunstet, und der Rückstand in kochendem Wasser aufgelöst,die Auflösung von dem Niederschlag abfiltrirt und bis zum> Krystallisiern abgedunstet, dann die Flüssigkeit zurKrystalli-^ sation an einen kühlen Ort gestellt. Die übrig bleibendeI Lauge kann wieder abgedunstet und zur Krystallisation ge-! bracht werden.
Der Brechweinstein ist eins der wichtigsten Arzneimit-tel; er wird auch als äußerliches Heilmittel, mit Fett ver-mischt, gebraucht. Von den stärkeren Mineralsäuren wirder weiß gefällt; deshalb braucht man die Auflösung desselbenzur Prüfung des Essigs auf die gefährliche Beimischung der
Schwefelsäure. Auch Gerbstoff und einige Farbestoffe, z. B.China-Roth, werden von der Brechweinstein-Auflösung ge-fällt; sie wird daher auch zur Prüfung der China-Abko-chung gebraucht, um den Gehalt an jenen Stoffen zu er-mitteln.
Brechwurzel, s. Ipecacuanha.
Bremen, eine freie Handelsstadt in Deutschland, miteinem Gebiet von 4,6 QM. und 73,000 Ew., das zu beidenSeiten der Weser liegt, zwischen Oldenburg (gegen W.) undHannover (gegen N., O. und S-), und davon nördlich undöstlich durch die Leesum nebst deren Zuflüssen, südlich undwestlich durch die Ochum mit ihren Zuflüssen bis zum Ein-fluß in die Weser geschieden. Auf dem linken Weseruferliegen die beiden Distrikte Ober-Vieland (mit den Kirchspie-len St.-Pauli, Arsten und Huchtingen) und Nieder-Vieland(mit den Kirchsp. Rablinghause» und Seehausen); auf demrechten Wesersser: Hollerland (Kirchsp. St.-Nemberti,Horn und Ober-Neuland), Kirchsp. Borgfeld, Wcrderland(Kirchsp. Walle und Gröpelingen, Gramke und MittelSbüh-ren, Wasserhorst), der Flecken Begesack, getrennt als En-clave in Hannover, und ebenso Bremerhaven an der Weser-Mündung am sogenannten Wurster-Fahrwasser. Der ganzeStaat umfaßt die Stadt Bremen, die genannten beiden Fle-cken, 12 Kirchdörfer und 43 Dörfer. Die Verfassung istdemokratisch. Den Senat bilden die lebenslänglich gewähl-ten vier Bürgermeister, die halbjährlich im Amt wechseln,2 Syndici nebst 24 Senatoren. Der Bürger-Convent be-steht aus den am meisten steuernden Bürgern. Die Stadtsteht, 33° 4' 48" n. Br. 6° 28' 6" ö. L-, auf beiden Seitender Weser, rechts die Alt-Stadt, links die Neu-Stadt, ober-halb der Flußmündung, mit 30,000 Ew. Die Stadt ist durchihren Handel, und als ein Hauptstapelplatz für den über-seeischen Verkehr Deutschlands, bemerkenswerth. Besonderswichtig ist Bremens Verkehr mit Amerika; deshalb haben dieVereinigten-Staaten in Nord-Amerika eine direkte Dampf-schifffahrt-Verbindung mit Bremen eingerichtet, die im I.1847 in's Leben treten soll. Bremens Einfuhr besteht haupt-sächlich in Tabak, Kasse, Zucker, Wein, Baumwolle, Baum-wollengarn, Branntwein, Thran, Theer, Talg, Thee, Ge-treide, Häuten, Leinwand rc., die wieder ausgeführt werden.Der Werth der Einfuhr zur See betrug 1836: 11,698,817Thlr., davon 2,712,293 Kasse, 2,631,343 Tabak, 1,829,469Zucker, 327,366 Baumwolle, 862,704 Thran. Der Werthder ausgeführten Leinwand betrug 1834: 3,018,778 Thlr.,davon 1,107,343 Thlr. schlesische Leinwand, 377,941 han-növersche, 468,241 westphälische, 379,429 sächsische, 239,824hessische, 226,000 lippesche.
Die Einfuhr der Leinwand betrug 1838.-62,426;1839: 19,497; 1840: 17,989 Ballen. Man sieht darauseine sehr berrächtliche Abnahme des Leinenhandels, der solange für Deutschland einer der wichtigsten, wenn nicht derwichtigste Industriezweig gewesen ist. Im I. 1844 betrugBremcn's Leinen-Ausfuhr nur 1,033,243 Thlr. Gold,nämlich: schlesische Leinwand 222,933 Thlr., westphä-lische 141,836 Thlr., sächsische 189,428 Thlr., hessische82,838 Thaler, lippesche 31,761 Thaler, hannöversche394,430 Thaler.