Brüssel
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Brustbeerm
kleinen Flusses Senne durchflossen, wodurch viele Fabrikenunterhalten werden. Mit dem Meer steht die Stadt durchdie Senne, einen Schelde-Kanal, durch einen andern Kanalüber Namur mitCharlervi, durch Eisenbahnen mit Mecheln,Antwerpen, Löwen, Lüttich, Gent, Brügge, Courtray, undüber Mons, Valenciennes mit der französischen Nordbahn inVerbindung. Sie besteht aus der höher liegenden Oberstadt,und der weniger gesunden und unregelmäßigen Riederstadtmit dem Hafen. Hier ist die flämische Sprache gewöhnlichund befinden sich die Fabriken nebst den Märkten; dort ste-hen auf dem Berge die Residenz und die Palläste der Großenin breiten Straßen, und herrscht französische Sprache undSitte. Brüssel ist der Mittelpunkt und das Entrepotder Erzeugnisse des Königreichs, dennoch die Börse unbe-deutend; es hat einHandels-Tribunal, eineHandelskammer,eine Münzstätte, eine Centralschule für Handel und Gewerbe,die belgische Bank, die Lociele äo commerco äo llruxolles u. a.(s. Banken, Belgien), aber vor allen die wichtige undberühmte Spitzenmanufaktur (brüsseler Spitzen),außerdem sehr bedeutende Fabriken für Basins, Siamoisen,Luch, Band, Buntpapier, Teppiche, Leinwand, Taselzeug,Wachstuch, künstliche Blumen, Krystallglas, Droguen,Farben, Uhren, Garnspinnereien, Posamentirer, Gold- undSilberschlägereien, Gold- n. Silbermaaren- und mechanischeWerkstätten, Handel mit den Industrie-Erzeugnissen; meh-rere Bankiersgeschäste, Assekuranzen und sehr viele Buch-druckereien.
Münze und Rechnung so wie die neuen gesetzmäßigenMaaße und Gewichte, wie in Belgien überhaupt, s. rbd.;der Lues wie in Antwerpen.
Die alten brüsseler Maaße und Gewichte sind:
tängenmaaß. Der brüsseler Fuß war ----- 11 Zoll i» 8Linien, und zwar — 0,27378 Meter, — 122,239 pariserLinien; — die Ruthe — 20 Fuß; — die Elle, unterdem Namen brdbanter Elle bekannt, --- 16 Lailles, undzwar--0,693 Meter, — 308,09 pariser Linien, — 1,48396preußische Ellen, — 1,24104 wiener Ellen.
Aeldmaaß. Der Bonnier hatte 4 Journaup a 100Quadrat-Ruthen, also 400 Quadrat-Ruthen. Die Ruthewurde aber dabei zuweilen zu 20>/z, 19>/,, l8>/z, l7>/z und16V- Fuß angenommen, so daß die Quadrat-Ruthestatt 400 Quadrat-Fuß auch 413«/«, 373'/g, 336>/o, 300»/»und 26<p/g Q.-Fufi hatte. Der f/z Fuß, welcher stets denverschiedenen vollen Fuß-Zahlen der Ruthen beigefügt ist,wird Talon oder Sole genannt. — Von der Quadrat-Ruthe zu 400 Quadrat-Fuß ist der Bonnier— 121,6609französ. Aren.
GetnidewMß. Die Rasiere für alles Getreide, denHafer ausgenommen, war — 4 Quartiers oder Viertel i> 4Picotins, und hatte 18 Lots oder Geltes des Weinmaaßes,— 48,7884 Liter, — 2438,03 pariser Kubik-Zoll; — derHolst er war — '/z Rasiere; — der Sack Roggen hatteLNasiöreS; — die Rasiere für Hafer enthielt 19 Lotsoder Geltes, — 31,4672 Liter, — 2394,39 pariser Kubik-Aoll; — der Boisseau oderScheffel Hafer enthielt 23>/2Lots, — 63,6368 Liter; — die Rasiere Salz enthielt 9Lots, — 24,3792 Liter, — 1229,013 pariser Kubik-Zoll,war also --- >/e Getreide - Rasiere. Der Boisseau Salzenthielt 21 Lots, — 56,8848 Liter.
Aliissigkeilsmaaß. 1) Für Wein: das Fuder (pouäro)Wein hatte 6 Aimes oder Ohm zu 48 Geltes oder Lots a2 Pots ä 2 Pintes oder Pots Wallons. — Die halbePinie hieß auchUperken. — 1 S ch r e v e war — 2 Gel-tes. — DerWein - Pot enthielt 1,3344 Liter, ----- 68,2788pariser Kubik-Zoll, die Wein-Aime von 96 Pots also130,02 Liter.
2) Für Bier: dieAime oder Ohm war dieselbe wiebei'm Weinmaaß, wurde aber in 100 Pots getheilt. DerBier-Stoop --- 2 Bier-Pols. — Der Bier-Pot ent-hielt 1,3002 Liter ----- 68,8475 pariser Kubik-Zoll, undwurde auch weiter in 2 Pintes ä 8 Verres oder Gläser ein-getheilt.
3) Zu Oel, Milch, Honig, Syrup w. wurdederGemet gebraucht, der — e/z W«n-Pots, ^ 0,902gLiter, — 45,319 pariser Kubik-Zoll betrug. Der Geinethatte 3 Verres oder Gläser.
4) Die Aime oder Ohm Rüböl war — 131 Liter.
handelsgennchl. Das Pfund (lävro) hatte 16 Unzen
(Oncos) zu 8 Gros ä 72 Grän ((-rains), und wog 467,6?Gramm — 9730,30 holl. As. Im größern Handel bedienteman sich früher gewöhnlich des
Markgewichts (l'oiäs äo marc), von welchem das Pfundin 2 Mark zu 8 Unzön ä 20 Esterlins ä 4 FelinS ä 8 ASeingetheilt wurde. Das (schwere) Pfund wog 492,1818Gramm --- 10239,67 holländische As, die Mark also246,0739 Gramm ----- 8119,838 holl. As. Demnach wardas brüsseler Markgewicht ein wenig schwerer als dasholl. Troy.
Brustbeeien, lat. lufubae, engl. und franz. .tchndes.Man unterscheidet im Handel zwei Arten: 1) Die sp a n i-schen oder französischen Brustbeeren stammen vondem gemeinen Judendorn (2>rz-pln,s vulxans, Iwm.) einemStrauch, der aus Syrien nach Italien verpflanzt wurde.Seine Steinfrüchte sind so groß wie eine kleine Pflaume, aufbeiden Enden etwas abgeplattet, schön roth gefärbt, was sichjedoch durch das Alter verliert, wo sie mit einem schwachenweißen Reif überzogen werden. Die Haut ist nicht sonder-lich zähe, das Fleisch schmeckt süß, dattelartig. — 2) Dieitalienischen Brustbeeren, kleine Jujuben, von derGröße einer kleinen Olive, sind mehr länglich als rund, vonFarbe röthlichbraun. Die Haut ist lederartig, das Fleischnicht so süß, gewöhnlich vertrocknet, wodurch die Früchte einrunzeliges Ansehen erhalten. Sie stammen von dem eßbare»Judendorn (Xixxpkus I.otu8 I.am., Ilüammw lujuba, Ina.).Die kleineren Früchte werden von den Steinen befreit undvon den Reicheren in Afrika genossen, während sie mit denSteinen gestoßen zu Kuchen geformt werden, die häufig daseinzige Nahrungsmittel der ärmeren Klaffen sind. DurchGährung bereitet man Wein oder Essig daraus. Bei unsdienen die Brustbeeren als Arzneimittel bei Brustkrankhei-ten; doch werden sie wenig mehr gebraucht. — Unter demNamen schwarze Brustbeerc kommen die Sebesten,kructus Ledestonae, in den Handel. Es sind die Früchtevon 2 tropischen Bäumen, lluräia »zxa, l-in., der in Ost-,und L. Sobostena, I.in., der in Ost- und Westindien wächst.Die kleinen, pflaumenähnlichen, aber mit einer Spitze ver-sehenen Steinfrüchte, an denen der Kelch bis in die Mitte