Band 
Erster Band. A - G.
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475
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Brutto

Buchhalten

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reicht, sind anfangs grün, dann schwärzlichblau. DasFleisch ist schleimig, weich, durchscheinend und von angenehmsüßem Geschmack. Früher kamen sie häufig in unserm Dro-gueriehandel vor. Im Mutterlande macht man sie ein.Das Muß wirkt abführend. Die Rinde wird von den Ja-vanesen gegen das Fieber angewandt. Das feste Holz dientzum Feueranmachen durch Reiben.

Brutto, aus dem Italienischen stammend und un-rein bedeutend, wird in der kaufmännischen Geschäftssprachegebraucht, nämlich: a) Brutto-Gewicht, d. h. das Gewichleiner Waare im völlig verpackten Zustande für den Trans-port. Das Gewicht der Verpackung heißt Tara; wirddies von dem Brutto-Gewicht abgezogen, so ist derRest das Retto-Gewicht, oder das wirkliche Gewichtder Waare. — K) Brutto - Betrag , Brutto-Einnahme,d. h. Ertrag, Einnahme ohne Rücksicht und Abrechnung derUnkosten, welche zur Gewinnung des Ertrages, der Ein-nahme erforderlich gewesen sind. Gleichbedeutend ist der,besonders in Süd-Deutschland, gebräuchliche AusdruckSporco.

Stadt in Frankreich, Dep. Vosges,Arrond. Spinal, mitten in den Vogesen, mit 2343 Einw.,einer kalten Mineralquelle, Eisengießereien, Leinwand-,Messer- und Scheeren-Fabriken.

Bucco- oder Buchublätter, Polio liucliu, kom-men seit 1823 nach England; nach Deutschland erst einigeJahre später. Sie.stammen von zwei auf dem Eap derguten Hoffnung wachsenden Pflanzen, viosmo crenoiu, I.m.und», serralüolio, Vont., kommen bald allein, bald ver-mischt vor, sind eilanzettförmig, am Rande gekerbt, leichtzerbrechlich, von gelblich- oder bräunlichgrüner Farbe. Ge-ruch eigenthümlich, rosmarinartig, nach Raute u. Kampher.Gebrauch: als Arzneimittel.

Buch , nennt man im Papicrhandel eine Lage von 24Bogen Schreibpapier, 28 Bogen Druckpapier. 2« Buchmachen ein Ries, wovon 10 auf einen Ballen gehen. InBremen gehören zu einem Buche weißer oder grauer Maku-latur-oder Löschpapier 18 Bogen.

Bucharei, s. Bukhara.

Bucharest, s. Bu ka re st.

Bucheckeröl, das aus den Samen der gemeinen Buche(Bucheckern) gepreßte fette Oel, hat eine hellgelbe Farbe, istgeruchlos, frisch von angenehmem mildem Geschmack undwird an vielen Orten anstatt des Olivenöls benutzt, welcheses an Speisen auch wohl zu ersetzen vermag; zum Brennentaugt es nicht gut, da es viel schleimige Theile enthält undsehr schnell wegbrennt. Es ist sehr dünnflüssig und mußdaher in sehr dichten Fässern verwahrt werden, damit esnicht ausläuft. Kleine Parthicn halten sich am Besten inoffenen, mit Leinen zugebundenen Glasflaschen. Der Halt-barkeit wegen kann man etwas Salz in das Oel werfen.In Frankreich wird um Rouen, in der Champagne undBurgund viel Buchcckeröl bereitet und oft zum Verfälschendes Olivenöls gebraucht. In Würtembcrg so wie in Ungarn! benutzt man die Bucheckern ebenfalls zu Oel.l Buchhalten , Durchführen, Buchhaltung,

^ Buchführung heißt im Allgemeinen jed» geregelte, plan-i mäßige und übersichtliche Aufzeichnung des Bestandes, der

laufenden Einnahmen und Ausgaben, so wie der Außen-stände eines Haushaltes oder eines Geschäfts, um darausden Stand und Gang des Geschäfts oder Besitzes undVermögens im Einzelnen wie im Ganzen sehen zu können.Nach der Weise, dem Zweck und Umfang, wie man dieseübersichtlichen Aufzeichnungen einrichtet, unterscheidet manzwei Arten oder Systeme der Buchhaltung, die einfacheund die doppelte Buchführung. Andere Arten, die manin der neueren Zeit als neu darzustellen sich bemühte, sindes nicht, sondern nur eine Veränderung oder Mischungbeider. — Beim einfachen Buchhalten betrachten wirnur das Verhältniß, in welchem sich unser Vermögen zuunsern Schuldnern und Gläubigern befindet und ver-ändert; beim doppelten hingegen haben wir einmal dasVerhältniß unseres Eigenthums zu seinen einzelnenBestandtheilen und ferner dieses zu unsern Handels-freunden zu berücksichtigen. — Nach ersterem Systemewird jeder Geschäftsvorfall (im Hauptbuche) nur auf EineRechnung (Conto) eingetragen (daher der Name einfacheBuchhaltung), während die Regeln des letzter» verlangen,jeden Vorfall auf zwei verschiedene Rechnungen (Conti) zubuchen (daher die Benennung doppelte Buchhaltung),indem man jedem Schuldner (Debitor) einen Gläubiger(Kreditor) und umgekehrt jedem Gläubiger einen Schuldnerentgegenstellt, wie wir weiter unten deutlicherzeigen werdenDie doppelte Buchhaltungsmethode führt auch den Namender italienischen, weil man sich derselben in den schonim Mittelalter blühenden Handelsstädten Italiens, Venedig,Genua u. a., zuerst bediente.

In Rücksicht auf die verschiedenen Geschäfte, in derenBetrieb sich mehrere Zweige vereinigen, ist die Buchführungum so nöthiger auf die möglichst übersichtliche Weise zu füh-ren, damit der Stand des Geschäfts leicht übersehen werdenkann, weil davon die Führung desselben, sowohl rücksichtlichder festen Geschäfte als der Spekulation und neuer Unter-nehmungen, abhängt.

Die vielseitigste Buchführung ist die im Staatshaushalt,theils wegen der verschiedenen Zweige der Verwaltung,theils weil die Einnahmen und Ausgaben in einander greifenund übertragen werden müssen, theils auch weil dabei dersogenannte Etat, Budget oder Entwurf d.es Staatshaus-halts berücksichtigt werden muß. In der Vielseitigkeit undder Verzweigung des Staatshaushaltes liegen die Schwie-rigkeiten der staatshaushälterischen Buchführung.

Uebrigens muß die möglichste Einfachheit der Buch-führung überhaupt und gerade in allen großen und viel-gliedrigen Geschäften eine hauptsächliche Rücksicht sein; denndurch dieselbe allein wird die Uebersicht im Allgemeinen wieim Besonderen leicht. Im kaufmännischen Geschäft,sei es Groß-Gcschäft oder Klein-Handel, hat die Buchfüh-rung die Aufgabe, theils den Stand und Umfang des Ge-schäfts im Kapital, in Außenständen, eigenen Verbindlich-keiten, Abgang, Zugang und Vorrath von Waaren, theilsden Einkauf und Verkauf zu kennen, theils um nach demKostenpreis den Verkaufspreis der Waaren so zu bestimmen,daß derselbe die Kosten deckt und auch den nöthigen Gewinngiebt. Je mehr ein Geschäft Zweige umfaßt, desto zusam-mengesetzter ist natürlich die Buchhaltung in diesem Geschäft,aber dennoch muß durch das Ganze Einheit herrschen,

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