Buchhaltcn
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Buchhüllen
geschäften in Ausübung gebracht wird. Muß auch die ein-fache Buchhaltung viele Anfeindungen erdulden, so bleibt siedoch zweckmäßig in der rechten Anwendung.
Die Buchhaltung im Buchhandel ist für dengedeihlichen Betrieb dieses kaufmännischen Geschäfts eben sonöthig, wie in jedem anderen Geschäft; sie hat aber mancher-lei Eigenthümliches. Zunächst sind die beiden Zweige desBuchhandels, Berlagsgeschäft und Sortiment-Handel zu unterscheiden, und ob nur eins allein oder beideverbunden betrieben werden. Davon hängt die Einrichtungund Führung der Bücher ab. Deshalb, und um das Ver-ständniß dieser Verhältnisse des Buchhandels zu erleichtern,ist es zweckmäßiger, dieselben im Artikel Buchhandeldarzustellen. Nur das sei hier bemerkt, daß die doppelteBuchhaltung zwar auch für den Buchhandel empfohlen undanwendbar ist, aber mit zu vielen Weitläufigkeiten, die beider einfachen Buchhaltung sich nicht finden. Im Hauptbuch,wo jede Handlung ihr besonderes Conto hat, steht das Ha-ll e n dem Soll gegenüber.
ll. Die doppelte Buchhaltung.
Die doppelte Buchhaltung wird auch die italienischegenannt, weil sie von dem italienischen Mönch Lucas Pacioloaus Burgo, am Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, erfun-den und in Italien zuerst angewendet wurde. Im Lauf derZeit hat sie durch Sachverständige mancherlei Verbesserun-gen erfahren.
Der Hauptgrundsatz der doppelten Buchhaltung, wo-durch sie sich vorzüglich von der einfachen unterscheidet, istder: jedem Debitor muß sein Creditor, jedemCreditor sein Debitor entgegengestellt sein,indem jede Einnahme einerseits aus einer Ausgabeandererseits beruht. Jeder Posten der Bücher gehörtdaher zwei Conten an, von denen das eine als empfangend(Debitor) dem andern als hergebend (Creditor) gegenübersteht, d. h. das Empfangen oder die Einnahme des einen dasHergeben oder die Ausgabe des andern bedingt. Um diesemGrundsatz zu entsprechen, hat man die Veränderungen desBesitzthums in eben so viele verschiedene Fälle gebracht, alsdie Beziehungen, in welchen diese Veränderungen auf das-selbe stehen, verschiedenartig sind. Man führt daher in denBüchern nicht nur die Geschäftsfreunde, den Eigenthümerdes Geschäfts selbst (Kapital-Conto) und die Rechnung derCaffe (Cassa-Conto) auf, sondern personisicirt auch die ein-zelnen Bestandtheile des Vermögens (Waaren, Wechsel rc.),so wie die Handlungskosten, die Kosten der Haushaltung,die Speditionen, den Gewinn und Verlust. Alle diejenigenRechnungen, welche nicht wirkliche Personen repräsentiern,nennt man mit einem gemeinschaftlichen Ausdruck unper-sönliche, weniger richtig todte, Conten.
Um den Debitor und Creditor im Allgemeinenrichtig zu unterscheiden, halte man folgende Grundsätzefest:
Debitor wird: Crebitorwird:
1)derHandclsfreund, wel- an das Conto, das an ihn
cher uns für irgend einen Ge- gegeben und geliefert, odergenstand Rechnung hält; von dem der Handelsfreundempfangen hat;
Debitor wird:
2) das Conto des Empfan-ges oder der Einnahme;
3) jeder Zugang oder jedeVermehrung einer Waare rc.;
4) jeder Einkauf, jede Ue-bertragung oder Uebernahmeeiner Sache;
8)jedes Conto einer Sache,das Gewinn hat, und zwardieses Gewinnes wegen.
Wieder
wird Creditor:
1) jeder Handelsfreund,dem wir für irgend einenGegenstand Rechnung halten;
2) jede Ausgabe oder Lie-ferung an einen andern;
3) jede Abnahme und Ver-minderung einer Sache;
4) jeder Verkauf und jedeAbgabe einer Sache;
3) jedes Conto, das Ver-lust hat, dieses Verlustes we-gen.
Nach diesen Grundsätzen wird das Kapital eines Ge-schäfts nicht nur als Ganzes auf einem Conto im Haupt-buch sauf dem Kapital-Conto), sondern auch dessen verschie-dene Theile, auf der entgegengesetzten Seite anderer Contoseinzeln dargestellt; nämlich angenommen: ein Geschäft wirdmit einem Kapital von 8», 00 » Thlrn. begonnen, das aus30,000 Thlrn. baar, 13,000 Thlrn. an Waaren, und 8000Thlrn. in Wechseln bestände, so würde das Kapital-Contodie 30,000 Thlr. auf der einen Seite in seinem Creditdarstellen; das Cassa-, das Waaren- und das Wechsel-Contowürden jedes die dahin gehörige Summe in's Debet auf-nehmen ; alle drei zusammen also dem Kapital-Conto gleichund demselben entgegengesetzt sein.
Diese Gegenseitigkeit in der Buchung, welcher sie denNamen der doppelten Methode verdankt, giebt diesen:System eine so große Klarheit und Sicherheit, als mannur wünschen kann, und macht es möglich, mittelst derselbendie größten und verwickeltsten Geschäfte zu verzeichnen undleicht zu übersehen. Sie ist ganz auf logische Grundsätzegebaut, und ruht auf der Theorie der Gleichungen(in welchem Ausdruck sich Viele gefallen), schade nur, daß,da sie eine reine Erfahrungswissenschaft ist, auf diesemWege kein Buchhalter gebildet wird. Wer sich hiervonüberzeugen will, lese I»r. I. W. Quarch's Kunst des Buch-haltens. 2. Auflage.' Leipzig, Sommcr'sche Buchhandlung.1823. Uebrigens ist diese Art Buchhaltung immer nur
Creditor wird:an das Conto, das ausge-geben oder geliefert hat;
an das Conto, welches da-durch Abgang oder Verminde-rung erfahren hat;
an das, von dem dafür ge-zahlt oder geliefert wurde,oder an denjenigen, welchergezahlt, gegeben oder gelie-fert hat;
an uns (den Principal),durch das Verlust- und Gewinn-Conto vorgestellt.
wirdDebitor:durch das Conto, an wel-ches oder für welches derselbegegeben hat;
durch das Conto, das ein-nimmt, oder dem geliefertwird;
durch das Conto, das da-durch vermehrt wird und zu-nimmt;
durch das Conto, welchessie empfängt, oder durch den,welcher des Empfangs wegendafür zu geben hat;
durch uns selbst (den Prin-cipal), vorgestellt durch dasVerlust- und Gewinn-Conto.