Band 
Erster Band. A - G.
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Buchhalten — 499 — Buchhalten

ertheilen, z. B. Lhalau u. Co. in Bremen, ihre Rech-I nung, dagegen Thalau u. Co. in Bremen, meineRechnung. Jedes dieser Conti wird für sich besondersabgeschlossen, und nur, sobald man beide mit einander ver-schmelzen will, werden die Saldi auf Eine Rechnung vor-getragen.

Das Conto für zweifelhafte Schulden enthältdiejenigen Forderungen, deren Eingang bezweifelt werdenmuß. Es wird Soll für alle solche Forderungen, Ha benaber für alle die Beträge, welche uns davon noch bezahltwerden. Man trägt bei'm Abschluß dieses Conto die Rech-nungsbestände so lange durch das Bilanz-Conto wieder vor,bisman sie für verloren ansehen muß. Alsdann gleicht mansiedurch das Gewinn- u. Berlust-Conto aus. Bei Anfertigungdes Inventariums darf man natürlich solche zweifelhafteSchulden nicht mit unter den Debitoren aufführen, oderdoch nur unter besonderer Rubrik den Betrag, welchen mandavon noch zu erlangen glaubt. Schulden, welche man be-reits als ganz verloren aufgeben muß, kann man, wenn mankeine besondere Rechnung darüber halten will, und dieselben,durch späterhin verbesserte Bermögensumstände des Schuld-ners, manchmal doch noch eingehen, ebenfalls auf diesesConto bringen, oder, unter gehöriger Bemerkung, daraufstehen lassen, wenn sie als zweifelhafte Schulden schondarauf verzeichnet waren. Das Conto bekommt dann denNamen Conto für zweifelhafte und verloreneSchulden.

. Bei Handelsgesellschaften oder Societäten! kommen im Allgemeinen dieselben Conti vor, deren sich eindas Geschäft allein betreibender Kaufmann bedient; jedochwird für jeden Gesellschafter ein besonderes Kapital-Conto, und außerdem für die Gelder, welche er zu seinemPrivatbedarf aus der Handlungscaffe entnimmt, eine lau-sende Rechnung unter seinem Namen (z. B. N. K. , Lontocorrenlo) eröffnet. — Wer sich über die bei Societäten ein-tretende Buchführung speziell unterrichten will, dem empfeh-len wir die Lektüre von L. 4. Kokaclc's llanäel in Ompnxnio.Ilmenau, 1829, bei 8. k. Voigt, wo man überhaupt alle dieHandelsgesellschaften angehenden Verhältnisse und Geschäfteauseinandergesetzt findet.

2) Die Bildung der Bücher.

Die bei Erläuterung der Bücher der einfachen Methodegegebenen allgemeinen Grundsätze bleiben auch bei der dop-pelten Buchführung in Anwendung; doch müssen wir nochder bei dieser eintretenden besondern Umstände erwähnen.Im Voraus muß bemerkt werden, daß man stets vermeidenj muß, zu viele, also un nöthige Bücher einzurichten.Wer z. B. nicht viele Commissions-Geschäfte betreibt, kanndieselben füglich über's Memorial laufen lassen; wer nur zu-weilen mit Speditionen zu thun hat, hat ebenfalls kein be-sonderes Speditionsbuch nöthig. Wir sehen jetzt ab vondiesen Nebenbüchern, und wenden uns zu den nöthigen»der Haupt-Büchern, deren wir oben schon gedachthaben.

Um das Wesen der doppelten Buchhaltungsmethodcnoch mehr zu veranschaulichen, lassen wir die singirten Ge-schäfte eines Handelshauses folgen, die wir nachher in den

einzelnen Büchern den oben gegebenen Regeln gemäß behan-deln werden.

Zwei Brüber, Wilhelm und Theodor Guswald, über-nehmen am 1. Januar 1846 das Geschäft ihres Vaters zugleichen Theilen und zu gemeinschaftlicher Fortführung un-ter der Firma Gebrüder Guswald. Die von ihnen über-nommenen Activa und Passiva sind in unten stehendem In-ventarium enthalten, auf dessen Grund sie ihre Hand-lungsbücher eröffnen. Dieses Inventarium bildet also denStamm des Geschäfts, während das Inventarium am Ab-schluß den Gang und Erfolg des Geschäfts zeigt. Wegendieser Verschiedenheit wird hier die Anlage des Inven-tariums der ersteren Art durch das folgende Beispielgezeigt.

Die einzelnen Geschäftsvorsälle wollen wir hier nur inKürze angeben, indem wir uns an die Stelle der GebrüderGuswald versetzen, und beziehen uns hinsichtlich der Ein-zelnheiten auf die nachher im Memorial folgende spezielleBuchung.

1. Jan. An Wilh. Löser in Chemnitz wird der von ihm

bestellte Leim versandt.

2. - Aug. Mertens in Hamburg Übermacht einen bei

ihm bestellten Wechsel auf Trieft.

3. - Dieser Wechsel wird an Paolo Vecchio in Trieft

remittirt.

4. - An Lehnau u. Comp. in Oschatz wirb eine Partie

Kasse und Gelbholz auf Zeit verkauft und ab-gesandt.

5. - Emil Rund in Altenburg sendet Rechnung über

den an uns abgesandten Leim ein.

6. - Auf Jan van Maen in Amsterdam wird eine

Summe trassirt.

6. - Dieser Wechsel wird gegen baar hier verkauft.

7. - Der Leim von Altenburg trifft ein, und wir be-

zahlen Fracht und Unkosten darauf.

9. - An Gustav Weinert in Naumburg versenden wir

das bestellte Baumöl und Leim.

10. - Gegen baar kaufen wir Canaster und Tabak hier

ein.

11. - Wir kaufen einen Wechsel auf Paris baar hier

ein.

12. - An Verschiedene wird Gelbholz, Blauholz und

Leim gegen baar verkauft.

13. - Von Wilh. Löser in Chemnitz treffen Speditions-

güter für Carl Wenzel in Weißenfels ein, mit demAuftrage, bei Weiterbeförderung die Auslagendem Gute i^ichzunehmen.

13. - Solter u. Comp. in Frankfurt a. M. senden das

bestellte pariser Papier ein.

14. « Die chemnitzer Speditionswaaren werden an

Carl Wenzel in Weißenfels abgesandt und derBetrag unserer Spesenrechnung durch Nachnahmebezahlt.

14. - Der von Frankfurt empfangene Wechsel auf

Paris wird mit dem bei Uebernahme des Geschäftsvorräthigen pariser Papiere an Louis Rossignolin Lyon Übermacht.

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