Buchhalten
824
Buchhandel
welche man darauf markte, und die Vergütung (Provision),welche man dabei für sich berechnete, gleichviel ob man dieganze Summe dem Gut nachnimmt oder dem Empfängerin Rechnung bringt. Gewöhnlich richtet man dieses Buchso ein, daß man auf die eine Seite sämmtliche Auslagen, aufdie andere aber die Berechnung aller Unkosten, einschließlichder Spedition, so wie die Bemerkung, auf welche Weise derBelauf eingegangen ist, niederschreibt.
Ueber das Bilanzbuch, welches ebenfalls als bloßesNebenbuch anzusehen ist, und über dessen zweckmäßige Ver-einigung mit dem Inventarienbuch haben wir bei Er-läuterung des letzteren Buches gesprochen.
Das Conto-Corrent-Buch. Dasselbe findet inWechselgeschäften seine Anwendung und hat in seiner Ein-richtung viel Aehnlichkeit mit dem Hauptbuch, welches esergänzt. Im Conto-Correntbuch erhält jeder Geschäfts-freund, mit welchem wir in fortlaufender Rechnung stehen,ein Conto, worauf man jeden Theil eines Geschäfts, unterAngabe des Verfalltages, einzeln verzeichnet. In gewissenZeiträumen, gewöhnlich nach Ablauf eines halben oder'gan-zen Jahres, schließt man die Conten unter Berechnung derZinsen, Provision, Courtage, des Porro u. s. w. ab, undgiebt seinem Freunde eine Abschrift des Conto. Die Be-schränktheit des Raums erlaubt uns nicht, uns hier weiterüber dieses so wichtige Buch auszusprechen, und verweisenwir deswegen auf den Artikel Conto-Correnten.
Das Register zum Hauptbuch. Ein solches Re-gister ist bei dem oft nöthigen Nachschlagen einzelner Contenunentbehrlich. Eben so nothwendig sind das Registerzum Conto-Correntbuch, und das Register zumWaarenlagerbuch.
Für Handelshäuser, welche die Messen besuchen, trittdie Nothwendigkeit besonderer Meßbücher ein. Es sinddieselben, welche im gewöhnlichen Geschäftsgänge nöthigsind, und nach der Zurückkauft von jeder Messe werden diePosten in die Geschäftsbücher übertragen.
Häuser, welche mit öffentlichen Giro-Banken in Rech-nung stehen, haben ein Bankbuch, worin blos das Bank-Conto notirt wird. Wir haben darüber schon bei Erklä-rung der verschiedenen Conten gesprochen. Das Bankbuchhat viel Aehnlichkeit mit dem Caffabuch, und die Posten ausdemselben werden ins Hauptbuch übertragen.
Außer den genannten wird es in besondern Zweigen desHandels, namentlich bei'm Seehandel, in Manufakturen undFabrikgeschäften u. s. w., oft nöthig, noch andere Bücher zuführen, z. B. ein Assekuranzbuch, Fabrikbuch,Sortenbuch, Agiobuch, Jnteressenbuchrc. DieEinrichtung derselben hängt von der Oertlichkeit und denbesonderen Verhältnissen der Geschäfte ab.
Das Geheimbuch, dessen wir noch mit einigen Wor-ten gedenken wollen, wird von Kaufleuten gebraucht, welcheden Zustand ihres Vermögens und dessen Vergrößerung oderVerminderung ihren Buchhaltern nicht wissen lassen wollen.In diesem Buch wird demnach alles das verzeichnet, wasgewöhnlich auf dem Kapital-Conto des Hauptbuches be-merkt wurde, und es ist dasselbe daher nicht als ein Neben-buch, sondern als ein Theil des Hauptbuches anzusehen, in
welchem Letzteren dann das Kapital-Conto wegbleibt. Bei ,den von Gewinn - und Verlust-Conto stattfindenden Ueber-trägen auf Kapital-Conto wird auf das Geheimbuch, wel-ches der Prinzipal selbst führt, verwiesen. Die Einträgeim Geheimbuch werden mit größerer Ausführlichkeit be-handelt, als es bei'm Kapital-Conto im Hauptbuch derFall war.
Es sind seit den letzten fünfzig Jahren eine MengeNeuerer im Fache der Buchhaltung aufgetreten; die soge-nannten neuen und unfehlbaren Systeme der meisten dersel-ben sind aber weiter nichts, als die doppelte oder einfacheMethode, mit wenigen unwesentlichen und oft unpassenden .Veränderungen. Einen heftigen Feind fand die doppelteMethode in dem Engländer Eduard T. Jones aus Bri-stol, der dagegen ein System aufstellte, welches seine Unbe-kanntschaft mit dem Wesen der Buchhaltung verrieth.Dieses Jones'sche sogenannte System der englischen Buch-haltung ist das Abgeschmackteste und Unbrauchbarste seinerArt, und wir verweisen diejenigen, welche sich die Mühenehmen wollen, sich davon zu überzeugen, auf die 1802 unter !dem Titel: „Eduard T. Jones neu erfundene einfacheund doppelte englische Buchhalterei, nach welcher es unmög-lich ist, daß ein Fehler, er sei auch noch so klein, unbemerktbleiben kann," erschienene, von Andreas Wagner mitVerbesserungen herausgegebene deutsche Uebersetzung seinesWerkes. — Das neueste Werk ist: Die Lehre der Buchhal-tung, von Aug. Schiebe. Grimma 1836, 8. Ein gutesältere: Der Buchhalter, von M. N. C. Gerhardt, 17SN.
Buchhandel, der, ist zwar sehr alt, aber er war ur-sprünglich nicht das, was er heute ist. Schon die Hebräerhatten Abschreiber ihrer Gesetzbücher und heiligen Schriften,ob dieselben aber Abschriften für den allgemeinen Verkaufmachten, ist ungewiß und zweifelhaft. Seitdem bei denGriechen die Bildung Eingang gefunden hatte und sie dieLieder ihrer uralten Barden sammelten, besonders aber seit-dem die Philosophie eifrig studirt wurde, und die Poesie sichimmer weiter entwickelte, machte diese Bildung einer Litte-ratur auch Abschreiber der Handschriften nothwendig, undes entstanden endlich öffentliche Läden für den Handel mitHandschriften. Als die Römer sich den Studien zuwendeten,nachdem sie dieselben durch die Kriege mit den Griechen inUnter-Italien und Sicilien kennen gelernt, und viele dergebildeten Griechen zu Sklaven gemacht hatten, ließen siesich von diesen die handschriftlichen Bücher abschreiben. Inspäterer Zeit entstanden wahrscheinlich aus freigelassenengebildeten Sklaven besondere Buchhändler, die bei derPrunksucht der römischen Großen gute Geschäfte machten.
Sie ließen sich die Werke der Dichter, Philosophen -c., diesie von den Schriftstellern erhielten, von Lohnschreibern ab-schreiben. Auf diese Weise allein war es möglich, so großeBüchersammlungen oder Bibliotheken zu bilden, wie sieViele im Alterthum, theils für ihre Studien, theils zumPrunk besaßen. Nachdem die Herrschaft der Römer allmäligsank, erhob sich die christliche Litteratur durch die griechischenund römischen Kirchenväter. Dieselbe überwog lange in derBildung, bald mehr oder minder von den Nachklängen grie-chischer Wissenschaft berührt. Die christliche Litteratur zogsich in die Klöster zurück. Hier wurden die Werke durchMönche abgeschrieben, und die Abschriften verkauft. !