Cajcputöl
CaffaS — 838 —
^ der Küste findet Häring-, Hummern- und Austernfangstatt.
Caffas,ostindische, bunte Baumwollzeuge. JnDeutsch-land heißt so ein faconnirker, mit erhabenen Blumen gear-beiteter Plüsch, Sammet oder Velpel.
! Caffe, s. Kasse.
Caffis, calisso, Getreidemaaß in Tripolis undTunis.
Caffise, llskir, spanisches Getreidemaaß.
Oelmaaß in Messina.s. Lokkala.
^ befestigte Hauptstadt der Insel Sardi-
nien, auf der südl. Küste, nordöstlich an einer geräumigenBai, 39° 13' 14" n. Br. 6° 47' 24" ö. L-, mit 27,000 Ew.,schönem Hafen und ergiebigen Salinen. Die Stadt ist Sitzdes Vice-Königs und eines Erzbischofs, hat eine Universität,
! königl. Ackerbau-Gesellschaft, Münze, Zollhaus, außer der^ Kathedrale mehrere schöne Kirchen. Die Ausfuhr besteht ini Getreide, Salz, Wein, Käse, Häuten, Oel, Saffran; einge-! führt werden Manufakturwaaren, Zucker, Kasse, Gewürze,Glas, Töpfergeschirr-c. Betrieben wird auch die Thun-und Korallenfischerei. — In Cagliari besteht die Haupt-anstalt der sardinischen Sparbank (Konto äi Soccorso), mitZweiganstalten in anderen Orten der Insel.
Die Münzen und Rechnung wie in ganz Sardinien, seit1827 gesetzlich; eben so die Maaße und Sennchle, ausgenom-I wen die Selreidemaaße, welche in Eagliari doppelt so großsind als in Saffari.
Laliir, ein spanisches Getreidemaaß.ein spanisches Feldmaaß.
Hauptstadt des Deport. Lot und des gleich-namigen Arrond. in Frankreich, am Fuß eines steilen Felsensauf einer vom Lot gebildeten Halbinsel, mit 12,882 Einw.,
, Präfectur, Bischofsitz, Akademie, Lollöge roz-al, Rormalschule,Civil-Tribunal, Handels-Tribunal, Glasflaschenfabriken,Gerbereien, Hutfabriken, beträchtlichem Handel mit Wein,Branntwein, schwarzen Trüffeln, Nußöl.
Cainca-Wurzel, Chiococca-Wurzel, llaäixOaiacae s. llainanae, ist die Wurzel der auf den Antillen, inFlorida und Brasilien wachsenden traubensörmigen Chicocca,Llüococca racemosa llinn.; sehr holzig, mit einer dickenOberhaut versehen, hat außen eine bräunlich graue Farbe.Ihr Geruch ist eigenthümlich scharf, der Geschmack ekelhaftund viel Speichel erregend. Erst im Jahr 1828 kam sie inden deutschen Handel (zuerst nach Hamburg) und wurde an-fangs sehr theuer (das Pfund mit mehrern Thalern) bezahlt.Sie dient als Arzneimittel und soll sich besonders wirksambei der Wassersucht zeigen.
Cairo, ol llaiiir», d. h. die Siegreiche, ist dieHauptstadt von Egypten, in einer sandigen Ebene, 1'/, St.rechts vom Nil und 40 St. von Alexandrien entfernt, 30°2' 4" n. Br. 28° 38' 30" ö. L., mit 380,000 Einw. DieStadt ist der Haupthandelsplatz zwischen Alexandrien, Ober-Egypten, dem westl. und südl. Afrika, Arabien und Indien;außerdem ist auch die industrielle Thätigkeit ansehnlich.Man verfertigt grobe Baumwollzeuge, Glas, Schießpulver,Tapeten, Salmiak, Salpeter, Leder, Leinenzeug, Zucker rc.,
besonders aber ist der Zwischenhandel von größter Bedeu-tung. Alle Waaren, welche aus dem Mittelmeer auf dereinen Seite, und Ober-Egypten, Arabien rc. auf der andernkommen, nehmen ihren Weg über Cairo; die Verbindungenmit dem Inneren Asiens und Afrikas sind ebenfalls höchstbedeutend, und nach allen Richtungen hin durchkreuzen Ka-ravanen die Wüsten. Man kann daher Cairo den größ-ten Durchfahrtspunkt von allen Städten der Welt nennen.Der Hauptzug der Karavanen geht nach Suez am rothenMeer. Am 16. jeden MondmonatS bricht eine Karavanevon 8 bis 600 Kameelen nach Cairo von Suez auf, beglei-tet von einer Bedeckung mit zwei Feldstücken; kleinere von40 bis 80 Kameelen gehen alle 4 bis 8 Lage ab. Ehemalsbrachten die Beduinen vom Sinai die Güter der Reisendennach Suez, jetzt können es Kameeltreibcr mit aller Sicher-heit thun. Durch die Wüste zwischen Cairo und Suez ge-hen mehrere Wege. Man findet in derselben gute Weide-plätze und Wasserlachen, da es hier häufiger als im Nilthalregnet; die Brunnen aber, welche man unterwegs antrifft,sind meist bitter und salzig.
Der Hafen von Cairo ist in dem eine Viertelstunde da-von entfernten Flecken Bulak (3800 Häuser und 13,200 Ew.)auf der Ostseite des Nils.
Die englisch-ostindische Ueberlandpost gehtüber Bulak und Cairo; nämlich von Alexandrien nachAtfeh auf dem Mahmudie-Canal in 12 Stunden; vonAtfeh nach Bulak bei Cairo in 16 Stunden in Dampf-booten; von Bulak oder Cairo in Wagen der Transito-Gesellschaft durch die Wüste nach Suez an der Küste desrothen Meeres in 18 Stunden, und von hier weiter nachBombay in 14 Tagen, nach Ceylon in 14 T., nach Madrasin 17 T., nach Calkutta in 20 T., nach Penang in 23 T.,nach Singapore in 28 T., nach Hong-Kong in 30 Tagen;so gelangt man also von London durch Deutschland bis nachHong-Kong in China in höchstens 48 Tagen.
I'Iumettes, 6ros grsins,sind wollene, zu-weilen auch mit Seide vermischte Zeuge, die in Lille, Ryffelund der Umgegend verfertigt werden. Auch in Deutschlandmacht man sie, und zwar in Gera, Offenbach, Hanau w.
Cttjeputöl, 0 Io um L ojeputi, französisch Iniile äocojeplit, englisch cojepuio oil, ein ätherisches, sehr leichtflüs-siges , grünliches oder gelbgrünliches, mit der Zeit blasserwerdendes Oel, welches durch Destillation aus den Blätternund Blumen des in Ostindien, besonders auf den Molucken,wachsenden kleinen, 20 bis 30 Fuß hohen, Weißbau-mes, Kolaleuea Cojepuli Iloxb., gewonnen wird. SeinGeruch ist campher- und roömarinartig, in kleinen Mengennicht unangenehm. Geschmack: stark brennend, nach Kar-damom und Rosmarin, im Schlunde kühlend. SpezifischesGewicht bei 9° II. 0,978. Die gelbgrüne Farbe des Caje-putöls rührt von einem Pflanzcnharz her, die blaugrüneaber, die er manchmal besitzt, deutet auf eine Verunreinigungdurch Kupfer, die wohl nicht absichtlich ist, sondern daherentstehen mag, weil man in manchen Gegenden, z. B. aufder Insel Banda, das Oel durch Destillation der Blätter inkupfernen Gefäßen gewinnt; früher wurde das Cajcputölauch in kupfernen Flaschen versandt, jetzt aber nur in Glas-flaschen. Die Küvferbeimischung kann man entdecken, wenn